ROUNDUP 2

Rüstungskonzern KNDS dampft vor Börsengang Renk-Beteiligung ein 20.05.2026, 15:40 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
RENK Group 48,50 EUR -0,67 % Lang & Schwarz

(neu: Stellungnahme KNDS-Sprecherin, mehr Hintergrund, Renk-Kurs aktualisiert)

AMSTERDAM/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Gut zwei Jahre nach seinem Einstieg beim Getriebespezialisten Renk DE000RENK730 hat der deutsch-französische Panzerbauer KNDS sich von einem Teil seiner Beteiligung wieder getrennt. Das Unternehmen verkaufte im Rahmen einer beschleunigten Platzierung ein Paket von 5,8 Millionen Renk-Aktien für insgesamt 262 Millionen Euro. Damit reduziert KNDS seinen Renk-Anteil auf etwa 10 Prozent. Mit den Einnahmen wolle das Unternehmen seine Finanzkraft im Vorfeld des geplanten eigenen Börsengangs stärken, teilte eine KNDS-Sprecherin am Mittwoch schriftlich auf Anfrage mit. Die Platzierung belastete den Renk-Aktienkurs nicht nachhaltig.

Die im MDax DE0008467416 notierten Papiere verloren im frühen Handel zwar bis zu 1,2 Prozent, legten am Nachmittag zuletzt aber um drei Prozent auf 47,74 Euro zu. Laut einem Händler hatte der Platzierungspreis bei 45,10 Euro gelegen.

Zwar hat der Renk-Kurs beflügelt durch den Rüstungsboom seit dem Börsengang des Unternehmens im Februar 2024 deutlich zugelegt. Die Anteilscheine waren zu 15 Euro angeboten worden. Der bisherige Rekord ist aber weit entfernt: Im Oktober hatte der Kurs noch bei gut 90 Euro gelegen.

KNDS hatte die Platzierung am Dienstagabend angekündigt. Das Paket, das rund 5,8 Prozent des Grundkapitals von Renk entspricht, wurde demnach nur qualifizierten Anlegern sowie internationalen institutionellen Investoren angeboten. Ab der Platzierung gilt nun eine oft übliche 180-tägige Stillhalteperiode, in der KNDS seinen Anteil nicht weiter verändern darf. "Wir beabsichtigen, die verbleibenden Anteile auf absehbare Zeit zu halten", hieß es von der Sprecherin dazu.

KNDS stellt mit weltweit mehr als 11.000 Beschäftigten unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 her, für den Renk das Getriebe baut. Die geschäftliche Beziehung zwischen beiden Unternehmen ist von der Anteils-Reduzierung nicht betroffen: KNDS unterstrich, dass der Konzern an der langfristigen Zusammenarbeit mit den Augsburgern festhalte und sprach auch dem Renk-Management volle Unterstützung zu. Auch vertraue man in die Zukunftsaussichten des Konzerns. Dabei spiegelt der Zeitpunkt der Platzierung "unseren Wunsch wider, unsere Strategie hinsichtlich des Geschäftsumfangs zu präzisieren", ergänzte die Sprecherin mit Blick auf den geplanten KNDS-Börsengang.

Spekulationen zufolge strebt KNDS noch im Juni dieses Jahres eine Notierung in Paris und Frankfurt an. Doch der Börsengang ist zum Politikum geworden. Presseberichten zufolge prüft die Bundesregierung derzeit einen Anteilkauf von 30 bis 40 Prozent, um nationale Sicherheitsinteressen zu wahren. Deshalb soll Berlin darauf gedrängt haben, den IPO bis in den Herbst zu verschieben. Das "Handelsblatt" berichtete allerdings unlängst, dass in der Bundesregierung weiter keine Einigkeit darüber besteht, mit welchem Anteil der Bund einsteigt und welchen Preis er dafür zahlen will - noch wie Deutschland gegenüber dem bereits beteiligten Frankreich Augenhöhe herstellen kann.

Der KNDS-Konzern war aus dem Zusammenschluss des deutschen Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Waffenhersteller Nexter hervorgegangen. Aktuell ist er zur Hälfte im Besitz des französischen Staates. Die übrigen 50 Prozent liegen bei der Wegmann-Familienholding, die ihren Anteil verkaufen will.

Beim Augsburger Getriebespezialisten Renk war KNDS im Zuge des Börsengangs 2024 eingestiegen. Damit wurde der Rüstungskonzern zweiter Großaktionär neben dem damaligen Mehrheitseigner, dem Finanzinvestor Triton. Mit diesem wurde seinerzeit vereinbart, dass KNDS später weitere Renk-Anteile erwerben dürfte und die Beteiligung auf bis zu 25 Prozent plus eine Aktie ausbauen könnte. Diese Option konnte KNDS aber nicht komplett einlösen, weil es zu einem Streit mit Triton kam.

Letztendlich übertrug der Investor im vergangenen Jahr nur so viele Anteile, dass KNDS danach mit knapp 16 Prozent größter Anteilseigner bei Renk war. Im August 2025 stieg Triton dann komplett bei Renk aus. Damit endete ein fünfjähriges Engagement, nachdem die deutsch-schwedische Private-Equity-Gesellschaft den Großgetriebehersteller im Jahr 2020 vom Autobauer Volkswagen DE0007664039 erworben hatte.

Renk stellt Antriebssysteme insbesondere für Panzer und die Marine, aber auch für die zivile Schifffahrt und die Industrie her. 2025 hatte die hohe Rüstungsnachfrage dem Unternehmen Rekorde bei Umsatz und Neugeschäft beschert. Der Konzern setzte mit rund 1,4 Milliarden Euro knapp ein Fünftel mehr um als im Jahr zuvor. Unter dem Strich verdiente Renk mit gut 101 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,23
Hebel: 21
mit starkem Hebel
Ask: 0,78
Hebel: 6
mit moderatem Hebel
Smartbroker
Morgan Stanley
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: MN9G6G MN9G5T. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Weitere News

4:01 Uhr • Artikel • dpa

Gestern 23:14 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:35 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:35 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:34 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:34 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 22:33 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer