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Trump will US-Lazarettschiff nach Grönland schicken 22.02.2026, 14:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Lazarettschiff nach Grönland schicken und riskieren damit neue Spannungen im Verhältnis zum Nato-Partner Dänemark. Es solle bei der Versorgung von Kranken helfen, die auf der Arktisinsel keine Hilfe bekämen, schrieb Trump in einem Post auf seiner Plattform Truth Social. "Es ist auf dem Weg!!!" Er sprach von einem "tollen" Schiff, nannte ansonsten aber keine Einzelheiten.

Trumps wiederholte Drohungen, die zum Königreich Dänemark gehörende und strategisch bedeutende Insel notfalls auch mit Gewalt zu annektieren, hatten in den vergangenen Wochen zu Verwerfungen zwischen Europa und den USA geführt.

Dänemark laut Minister nicht informiert

Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen sagte dem Fernsehsender DR, dass Dänemark nicht über Trumps Pläne mit dem Lazarettschiff informiert worden sei. Er versicherte dabei auch, dass Grönland die nötige medizinische Versorgung von Dänemark erhalte.

Die US-Marine verfügt über zwei große Lazarettschiffe. In der Vergangenheit wurden die schwimmenden Krankenhäuser etwa nach Naturkatastrophen wie massiven Erdbeben oder verheerenden Hurrikans für Hilfseinsätze in betroffene Gebiete verlegt. In der Hochphase der Corona-Pandemie kamen sie zeitweise auch in US-Häfen zum Einsatz. Die Lazarettschiffe haben nach Angaben der Marine eine Kapazität von jeweils rund 1.000 Krankenhausbetten, davon 80 Betten auf der Intensivstation. Trump illustrierte seinen Post mit der Darstellung eines Schiffes, auf dem der Name eines der beiden Marine-Lazarettschiffe prangt: USNS Mercy.

Marine-Lazarettschiffe zuletzt beide in der Werft

Unklar ist allerdings, inwieweit und wie schnell die beiden Schiffe überhaupt einsatzfähig sind. Ende Januar hatte eine Werft in Mobile im US-Bundesstaat Alabama auf Facebook mitgeteilt, dass nun auch die USNS Comfort dort angekommen sei und damit beide Lazarettschiffe dort lägen. Für die Comfort waren dort nach früheren Angaben des Pentagons Arbeiten bis Ende April geplant.

Das Schiffsverkehrs-Portal "Vesselfinder" verortete beide Schiffe zuletzt weiter in Mobile - wobei nur für die USNS Mercy am Sonntagvormittag deutscher Zeit aktuelle Daten vorlagen, für die USNS Comfort stammten die letzten Angaben von Anfang des Monats.

Hinzu kommt: Zwar schrieb Trump, dass das Schiff bereits unterwegs sei - normalerweise dauert es aber einige Zeit, ein Lazarettschiff mit voller Personalstärke auszustatten. Im Regelbetrieb, wenn die Schiffe vor Anker liegen, befindet sich nur eine minimale Besatzung an Bord.

Auf dem riesigen Gebiet Grönlands leben nur knapp 57.000 Menschen. Zuletzt gab es keine Berichte über einen großen medizinischen Bedarf dort, der die Entsendung eines Lazarettschiffs als nötig erscheinen ließe.

In Grönland ist neben öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in der Fläche das Krankenhaus Königin Ingrid in der Hauptstadt Nuuk für kompliziertere Fälle zuständig. In Einzelfällen werden Patienten für aufwendigere Eingriffe auch aus Grönland nach Dänemark ausgeflogen.

Vorfall mit US-U-Boot

Am Samstagnachmittag musste in grönländischen Hoheitsgewässern ein Besatzungsmitglied eines US-U-Boots wegen eines medizinischen Notfalls evakuiert werden, wie das dänische Arktiskommando auf Facebook mitteilte. Ein dänischer Militärhubschrauber holte die Person von Bord, sie wurde in ein Krankenhaus in Nuuk gebracht. Ob ein Zusammenhang zwischen Trumps Ankündigung und dem Vorfall besteht, war zunächst unklar.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen reagierte nach der jüngsten Äußerung des US-Präsidenten mit einem Seitenhieb gegen die USA, ohne Trump oder sein Land direkt zu erwähnen. Sie sei froh, "in einem Land zu leben, in dem alle Menschen freien und gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsversorgung haben" und in dem nicht "Versicherungen und Vermögen darüber entscheiden, ob man eine angemessene Behandlung bekommt", schrieb Frederiksen auf Instagram. In Grönland lebe man denselben Ansatz.

Europäische Länder wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich hatten sich im Konflikt mit den USA hinter Dänemark und Grönland gestellt. Die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk lehnen eine Annexion durch die Vereinigten Staaten entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen - mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden./jbz/DP/zb

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