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Ukraine greift russischen Ostseehafen Primorsk an 03.05.2026, 17:28 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(Aktualisierung: Selenskyj zu Angriff auf Primorsk)

PRIMORSK (dpa-AFX) - Die Ukraine hat in der Nacht erneut den russischen Ölverladehafen Primorsk an der Ostseeküste mit Drohnen angegriffen. "Im Zuge der Abwehr von Attacken auf Primorsk ist ein Feuer ausgebrochen, im Moment sind die Folgen des Brands liquidiert", schrieb der Gouverneur des die Millionenstadt St. Petersburg umgebenen Gebiets Leningrad, Alexander Drosdenko, bei Telegram. Ölprodukte seien nicht ausgelaufen, betonte er. Seinen Angaben nach wurden über der Region mehr als 60 Drohnen abgeschossen.

Das unabhängige Portal "Astra" schrieb unter Berufung auf die Auswertung von Satellitenbildern, dass wohl das Ölterminal selbst und ein Flugabwehrsystem des Typs Panzir von Drohnen getroffen worden seien. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte am Nachmittag mit, dass neben der Infrastruktur des Ölhafens auch ein russisches Kriegsschiff getroffen worden sei. Es handle sich um ein Raketenschiff, das mit modernen Kalibr-Marschflugkörpern ausgestattet sei. Russland hat in der Vergangenheit mehrfach ukrainische Städte mit Kalibr attackiert. Selenskyjs Darstellung nach ist das Schiff nicht mehr einsatzfähig. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Drohnen-Alarm auch in Estland und Lettland

In den beiden an Russland grenzenden EU- und Nato-Staaten Estland und Lettland erhielten die Bewohner der grenznahen Regionen in der Nacht Handy-Warnungen über eine mögliche Bedrohung des Luftraums. Nach Angaben eines Sprechers der estnischen Armee ist eine Drohne möglicherweise kurzzeitig in den estnischen Luftraum eingedrungen, aber nach derzeitigem Kenntnisstand nicht abgestützt.

Bei ukrainischen Angriffen waren in jüngster Zeit wiederholt fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und teils abgestürzt, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte. Verletzte oder größere Schäden gab es dabei nicht.

Schattenflotte unter Beschuss

Derweil berichten andere Medien auch von Drohnenangriffen auf die südrussische Hafenstadt Noworossijsk. Dort seien zwei Tanker der russischen Schattenflotte getroffen worden, heißt es. Selenskyj bestätigte später den Angriff in sozialen Netzwerken. Die Tanker seien aktiv für die Verschiffung russischen Öls genutzt worden. "Jetzt werden sie es nicht mehr", schrieb er zu den Folgen der Attacke.

Die Ukraine wehrt sich mit den Drohnenangriffen gegen die von Russland betriebene Invasion. Immer wieder zielt Kiew dabei neben militärischen Objekten auch auf Anlagen der Ölindustrie. Dies soll dem russischen Militär die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung insgesamt erschweren.

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