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Umfrage sieht Kopf-an-Kopf-Rennen in Baden-Württemberg 26.02.2026, 18:50 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(neu: mehr Details und Hintergrund)

STUTTGART (dpa-AFX) - Kurz vor der Landtagswahl am 8. März haben die Grünen in Baden-Württemberg die CDU einer Umfrage zufolge nahezu eingeholt. Wäre schon am kommenden Sonntag Landtagswahl, kämen die Grünen auf 27 Prozent der Stimmen und lägen damit nur noch einen Prozentpunkt hinter der CDU, wie eine repräsentative Vorwahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD ergab.

Damit haben die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir in den letzten Wochen deutlich in der Wählergunst zulegt - und das Rennen um den Ministerpräsidenten-Posten ist so offen wie nie in diesem Wahlkampf. Bei der letzten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von SWR und "Stuttgarter Zeitung" Ende Januar waren die Grünen noch bei 23 Prozent gelandet und damit sechs Prozentpunkte hinter der CDU, die auf 29 Prozent kam. Im Oktober hatte der Abstand sogar noch bei neun Prozentpunkten gelegen.

Die AfD käme den neuen Zahlen zufolge nun auf 18 Prozent der Stimmen und büßt zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Januar ein. Einbußen muss auch die Linke hinnehmen, sie müsste mit 5,5 Prozent um den sicheren Einzug in den Landtag bangen. Zuletzt hatte die Partei noch bei 7 Prozent gelegen.

Die Landesvorsitzenden der Grünen, Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller, sagten zum Ergebnis der Umfrage: "Zehn Tage vor der Wahl steht fest: Die Menschen wollen Cem Özdemir als Ministerpräsidenten. Nur er hat die Erfahrung, die es in diesen unsicheren Zeiten braucht. Er ist der beste Anwalt für unser Baden-Württemberg und für unsere Interessen in Berlin, in Brüssel und weltweit."

FDP wäre knapp im Landtag, Linke müsste bangen

Die FDP wäre mit 6 Prozent knapp wieder im Parlament. Ende Januar lagen die Liberalen noch bei 5 Prozent. Die SPD käme auf 7 Prozent und verliert damit erneut einen Prozentpunkt.

Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl im März 2021 hatten die Grünen 32,6 Prozent erreicht, die CDU kam auf 24,1 Prozent, die SPD auf 11, die FDP auf 10,5 und die AfD auf 9,7 Prozent.

Die Umfrage wurde zwischen dem 23. und 25. Februar durchgeführt - und damit genau in dem Zeitraum, in dem ein altes Interview mit CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Wahlkampf für Wirbel gesorgt hatte.

Auch in einer Anfang der Woche veröffentlichten Umfrage des Instituts Insa hatten die Grünen aufgeholt, allerdings lag die CDU dort noch sechs Prozentpunkte vorn. Diese Befragung wurde allerdings vor den Diskussionen um das Hagel-Video durchgeführt.

Welche Rolle spielt ein acht Jahre alter Hagel-Spruch?

Hagel berichtet in der Szene von einem Besuch an einer Realschule. In der Klasse hätten damals 80 Prozent Mädchen gesessen. "Also da gibt's für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen", sagt Hagel. Dann geht er auf eine Schülerin näher ein, die die erste Frage gestellt habe: "Ich werd's nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen." Hagel hatte nach der Veröffentlichung eingeräumt: "Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist. Meine Frau hat mir damals direkt den Kopf gewaschen."

Bei der Landtagswahl am 8. März geht es um die Kräfteverteilung im Landesparlament - und damit auch um die Frage, wer nächster Ministerpräsident von Baden-Württemberg wird. Amtsinhaber Winfried Kretschmann (Grüne) tritt nach drei Amtszeiten nicht mehr an. Er regiert derzeit in einer grün-schwarzen Koalition.

Kretschmanns Nachfolger wird gesucht

Nachfolger wollen CDU-Landes- und Fraktionschef Hagel sowie Grünen-Spitzenkandidat Özdemir werden. Auch AfD-Landeschef Markus Frohnmaier tritt für seine Partei als Ministerpräsidenten-Kandidat an, hat aber keine realistischen Chancen auf den Posten, weil keine andere Partei mit der AfD koalieren will.

Für die Infratest-Umfrage wurden 1.530 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten./dna/DP/jha

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