ROUNDUP 2/Wadephul in Mexiko

Gemeinsam stärker gegen Drogenkartelle 05.06.2026, 21:38 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(aktuelle Äußerungen von Wadephul eingefügt)

MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Deutschland und Mexiko wollen gemeinsam stärker als bisher gegen die organisierte Kriminalität wie Drogenkartelle vorgehen. "Der erhebliche Anstieg in Deutschland und in Europa an Drogenkonsum macht uns große Sorge. Deswegen müssen wir hier sehr intensiv zusammenarbeiten", kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) nach Beratungen der deutsch-mexikanischen binationalen Kommission in Mexiko-Stadt an. Wadephul hatte das Treffen mit seinem Kollegen Roberto Velasco geleitet.

"Wir erleben, dass Europa geradezu überschwemmt wird von einer Welle von Drogen, die hier aus dieser Region stammen, nicht nur aus Mexiko, sondern auch aus anderen zentral- und südamerikanischen Staaten", sagte Wadephul am Freitag am Rande eines Besuches zum 60-jährigen Jubiläum des Goethe-Instituts in Mexiko-Stadt vor Journalisten. "Deswegen muss es unser Interesse sein, hier die Sicherheitszusammenarbeit zu verstärken."

Er überantworte das Thema den Fachministern und werde mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) über diese Frage sprechen. Eines der wichtigsten Ergebnisse seines Besuches in Mexiko sei "nicht nur das Interesse, sondern auch der Wille, dass wir jetzt sehr eng zusammenarbeiten".

Schon am Donnerstagabend hatte Wadephul gesagt, der Kampf gegen die organisierte Kriminalität gehöre oben auf die Tagesordnung der Zusammenarbeit. Die Kartelle arbeiteten sehr effektiv über Kontinente hinweg zusammen, so dass immer wieder große Mengen Drogen in Europa ankämen.

Binationale Kommission tagt erstmals seit sieben Jahren

Die Binationale Kommission kam zum ersten Mal seit sieben Jahren zusammen. An den Beratungen nahmen neben Wadephul unter anderem Vertreter der deutschen Ministerien für Wirtschaft und Energie, Forschung, Technologie und Raumfahrt, Arbeit und Soziales, Umwelt und Klimaschutz sowie aus dem Entwicklungsministerium teil. Sogenannte binationale Verhandlungen finden unterhalb der Ebene von Regierungskonsultationen statt.

Velasco sagte, die Beziehungen zwischen Mexiko und Deutschland "gehören zu den solidesten und vielfältigsten zwischen Europa und Lateinamerika". Im Rahmen der Kommission seien unter anderem Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung wie Wasserwirtschaft und Energiewende zur Sprache gekommen.

Mexiko Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika

Mexiko hat 130 Millionen Einwohner und ist die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Aufgrund der Nachbarschaft zu den USA und des nordamerikanischen Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada ist das Land ein wichtiger Produktionsstandort auch für deutsche Unternehmen. Mehr als 2.000 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind in Mexiko tätig. Zugleich ist Mexiko Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika.

Deutsche Automobil- und Autoteilehersteller produzieren dort seit Jahrzehnten. Auch für die Pharma-, Chemie- und Logistikbranche ist Mexiko attraktiv.

Kurz vor Beginn der Fußball-WM im Co-Gastgeberland Mexiko tauschten Wadephul und Velasco vor riesigen künstlerisch gestalteten Fußbällen Trikots ihrer Nationalmannschaften aus. Beide Länder seien nicht nur auf diplomatischer Ebene, sondern auch in Stadien aufeinandergetroffen, sagte Velasco. Er erinnerte daran, wie einige Spiele endeten: "Bei der WM 1986 in Mexiko schieden wir im Viertelfinale aus (4:1 im Elfmeterschießen), doch bei der WM 2018 in Russland haben wir uns mit einem Sieg gegen Deutschland (1:0) revanchiert."

Zum Abschluss Wirtschaftsthemen im Mittelpunkt

Zum Abschluss des Besuches von Wadephul standen Wirtschaftsthemen im Mittelpunkt. In der mexikanischen Hauptstadt traf er Vertreter deutscher Unternehmen und auch Finanzminister Édgar Amado. Zum Abschluss ließ sich der Bundesaußenminister ein Werk des deutschen Arzneimittelproduzenten Merck zeigen. Merck hat in Mexiko knapp 1.200 Beschäftigte.

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