ROUNDUP 3

Israel greift erstmals seit Waffenruhe in Beiruter Vorort an 06.05.2026, 21:34 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(Aktualisierung: Hisbollah-Info ergänzt + Präzisierungen)

TEL AVIV/BEIRUT (dpa-AFX) - Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor drei Wochen hat die israelische Luftwaffe wieder in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel sei ein Kommandeur der Radwan-Einheit der libanesischen Hisbollah-Miliz gewesen, hieß es in einer Mitteilung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz. Man habe ihn dabei "eliminieren" wollen.

Der israelische TV-Sender Chadschot 13 berichtete, nach israelischen Informationen seien der Radwan-Kommandeur Malek Balut, sein Stellvertreter sowie weitere Radwan-Kämpfer getötet worden. Der Angriff sei gegen 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) erfolgt, nachdem die Luftwaffe einen konkreten Hinweis des israelischen Geheimdienstes erhalten habe. Balut habe sich in einer Wohnung in denen als Dahija bekannten Vororten versteckt gehalten. Die Luftwaffe habe rund zehn schwere Bomben abgeworfen. Im Norden Israels herrsche in Erwartung einer möglichen Eskalation erhöhte Alarmbereitschaft. Die USA seien vor dem Angriff informiert worden und hätten zugestimmt. Hisbollah-Kreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass bei dem Angriff ein Kommandeur getötet worden sei.

Anwohner in Beirut berichteten von lauten Explosionen. Auf den Straßen in den Vororten und darüber hinaus brach Augenzeugen zufolge Panik aus. Viele Autos warteten am Straßenrand, anstatt ihren Weg fortzusetzen. Bewohner aus den südlichen Vororten flohen. "Als wir die Explosionen gehört haben, sind wir die Treppen hinuntergerannt und geflohen", sagte ein Anwohner der Deutschen Presse-Agentur. Mit Beginn der Waffenruhe sind viele der Bewohner zurück in ihre Häuser in Dahija gekehrt. Es handelt sich dabei um ein dicht besiedeltes Wohngebiet.

"Die Radwan-Kämpfer unter seiner Führung waren verantwortlich für Beschuss israelischer Ortschaften und Angriffe auf israelische Soldaten", hieß es weiter in der Mitteilung von Netanjahu und Katz. "Kein Terrorist genießt Immunität - die lange Hand Israels wird jeden Feind und Mörder erreichen." Ziel sei es, die Sicherheit der Einwohner Nordisraels zu gewährleisten.

Obwohl offiziell eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel gilt, kommt es weiterhin täglich zu gegenseitigen Angriffen. Seit Anfang März hatte sich der Konflikt im Zuge der regionalen Eskalation erneut deutlich verschärft, nachdem Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden waren. Israel reagierte darauf mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Südlibanon, begleitet von schweren Gefechten im Grenzgebiet.

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