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ROUNDUP 3/'Wir haben ihn'

Vermisster US-Soldat im Iran gerettet 05.04.2026, 17:17 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Aktualisierung: mit mehr Details zur Rettungsmission)

WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Mit einem hochriskanten Kommandoeinsatz haben Spezialkräfte den nach dem Abschuss eines Kampfjets im Iran vermissten US-Soldaten gerettet. "Wir haben ihn", schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in Versalien. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge versteckte sich der Waffensystemoffizier mehr als 24 Stunden im Südwesten des Landes in felsigem Gelände vor iranischen Kräften und entging so der Gefangennahme.

"Er erlitt Verletzungen, aber es wird ihm gut gehen", schrieb Trump und würdigte den Offizier als "mutigen Krieger". Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war bereits zuvor gerettet worden, wie der US-Präsident bestätigte. "Wir werden niemals einen amerikanischen Soldaten zurücklassen", äußerte Trump.

So spielte sich der "Wettlauf auf Leben und Tod" ab

Die Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds folgte auf einen "Wettlauf auf Leben und Tod" zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften, zitierte die "New York Times" US-Beamte. Der Soldat sei von "unseren Feinden gejagt worden", sie seien ihm stündlich nähergekommen, schrieb Trump. "Dutzende Flugzeuge, ausgestattet mit den tödlichsten Waffen der Welt" seien geschickt worden. An der Lokalisierung des Offiziers soll der Auslandsgeheimdienst CIA maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Der Soldat sei "nie wirklich allein" gewesen, schrieb Trump. Die US-Militärführung habe seinen Standort in den Bergen "rund um die Uhr" überwacht. Trump schrieb von einer "der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA".

Der Waffensystemoffizier sei für Ausnahmesituationen dieser Art geschult, schrieb die Pentagon-Korrespondentin und in Sicherheitsfragen gut vernetzte Journalistin vom Sender Fox News, Jennifer Griffin. Er habe sich - wie der Pilot - nach dem feindlichen Beschuss per Schleudersitz retten können. "Er versteckte sich auf einem erhöhten Bergrücken, nachdem er sich vom Wrack entfernt hatte, und setzte ein Notfallsignal ab", schrieb Griffin auf der Plattform X.

Die US-Spezialkräfte, darunter Fallschirmjäger, nutzten den Berichten zufolge eine provisorisch errichtete Landezone tief in iranischem Gebiet, um dem Vermissten nahezukommen. Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es im Verlauf der Rettung zu einem "heftigen Feuergefecht" kam.

Rettungsflugzeuge flogen den Waffensystemoffizier nach Angaben der "New York Times" zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge hätten im Iran festgesteckt, wurde ein US-Militärbeamter zitiert - mutmaßlich aufgrund von Beschädigungen, verursacht durch die Bodenverhältnisse der improvisierten Landezone. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden. Die beiden zurückgelassenen Flugzeuge seien gesprengt worden, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen, hieß es.

Die Version des Iran: "Völliger Fehlschlag" der Rettung

Nach Bekanntgabe der Rettung des US-Offiziers berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die Revolutionsgarden hätten am Morgen angeblich zwei Black-Hawk-Hubschrauber der Amerikaner, ein C-130-Militärtransportflugzeug und mehrere Drohnen getroffen und zerstört.

Tasnim veröffentlichte dazu Aufnahmen, auf denen brennende Wrackteile zu sehen sind. Der staatliche englischsprachige Sender PressTV schrieb auf X, eine "sogenannte Rettungsaktion" des US-Militärs auf einem verlassenen Flugplatz im Süden von Isfahan sei in einem "völligen Fehlschlag" geendet, weil iranische Streitkräfte rechtzeitig eingetroffen seien.

Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte die Führung in Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Wäre das Crew-Mitglied in Gefangenschaft geraten und wären Bilder davon veröffentlicht worden, hätte dies zudem die ohnehin schon kritische Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit zum Krieg weiter negativ beeinflusst, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, der BBC gesagt.

Trump behauptet erneut: Haben die Lufthoheit im Iran

Die US-Regierung und besonders Trump hatten in den vergangenen Wochen immer wieder suggeriert, dass US-Flugzeuge im iranischen Luftraum keine Angriffe mehr fürchten müssten. Die USA hätten die Lufthoheit erlangt. "Trump sagte, der Iran sei "vernichtet" worden. Dann wurde ein amerikanischer Kampfjet vom Typ F-15E abgeschossen", schrieb der US-Fernsehsender NBC.

Nach der Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds der F-15E schrieb Trump, die Tatsache, dass beide Operationen durchgeführt werden konnten "ohne einen einzigen getöteten oder auch nur verletzten Amerikaner", beweise erneut eine "überwältigende Luftherrschaft".

Zuvor hatte der US-Präsident dem Iran erneut mit schweren Angriffen gedroht, sollte Teheran sich nicht seinem Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus beugen. "Die Zeit läuft davon - 48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht", schrieb er am Samstag auf Truth Social. Die Bedingungen seien erfüllt, wenn der Iran einem Abkommen zustimme oder die Straße von Hormus öffne.

Trump hatte gedroht, Irans Kraftwerke zerstören zu lassen, sollte der Iran die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meerenge nicht vollständig und "ohne Drohungen" für den Schiffsverkehr öffnen. Das Ultimatum dafür läuft am 6. April (US-Ortszeit, Nacht zum 7. April deutscher Zeit) ab. Die gegenseitigen Angriffe dauerten auch am Sonntag an.

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