ROUNDUP/Aktien Europa Schluss

Leichte Verluste - Konjunktursorgen belasten 13.03.2026, 18:43 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
FTSE 100 10.265,28 PKT +0,60 % Ariva Indikation
E-Stoxx 50 5.930,42 PKT +0,38 % Ariva Indikation
CAC 40 8.121,76 PKT -0,02 % Ariva Indikation
SMI 13.147,97 PKT +0,78 % Ariva Indikation

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag unter der Intensivierung des Iran-Kriegs gelitten. Die damit einhergehenden, anhaltend hohen Ölpreise schürten am Markt weiter Konjunktur- und Inflationssorgen. Die Schwankungen im Tagesverlauf am Rohölmarkt und auch an den Börsen zeugten davon, dass vor dem Wochenende eine gewisse Nervosität herrschte vor dem, was die kommenden Tage im Iran-Krieg mit sich bringen könnten.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss 0,56 Prozent im Minus mit 5.716,61 Punkten. Der Eurozone-Leitindex hatte zwischen Gewinnen und Verlusten geschwankt. Mit den schwächelnden US-Börsen aber überwog auch diesseits des Atlantiks wieder die Skepsis. Auf Wochensicht ergibt sich damit nach den starken Verlusten in der Vorwoche nun ein Mini-Minus.

Außerhalb der Eurozone fiel der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 am Freitag um 0,43 Prozent auf 10.261,15 Punkte. Der Schweizer SMI CH0009980894 gab geringfügig nach auf 12.839,27 Zähler.

Ungeachtet der Sorgen um die Blockade der Straße von Hormus sehen sich die USA im Iran-Krieg weiter auf dem Weg zum Erfolg. Die US-Attacken seien noch mal auf das bisher höchste Niveau gesteigert worden, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 13. Tag des Krieges. Inzwischen sei auch die militärische Infrastruktur der Islamischen Republik zum Bau ballistischer Raketen weitgehend zerstört.

Experten wie Portfoliomanager Rhynhardt Roodt von Ninety One blieben gleichwohl skeptisch: "Die Märkte preisen das Risiko eines länger andauernden Konflikts ein, der Europa und Asien stärker treffen würde als die USA." Bei einem Ölpreis von dauerhaft über 100 US-Dollar seien die Inflationserwartungen wahrscheinlich zu niedrig. Fachleute der US-Investmentbank Goldman Sachs warnten, die Ölpreise könnten über die Höchststände zu Zeiten der Finanzkrise 2008 klettern, falls die Lieferungen über die Straße von Hormus den März hindurch eingeschränkt blieben.

Erneut schwach zeigten sich europaweit die besonders konjunktursensiblen Branchen. Besonders stark unter Druck gerieten Rohstofftitel EU0009658624. Angesichts der hohen Ölpreise, die Kerosin verteuern, wurde auch der Reise- und Luftfahrtsektor CH0019112744 einmal mehr gemieden. So büßten Air France-KLM FR001400J770 mehr als drei Prozent ein. Ölwerte EU0009658780 dagegen verzeichneten erneut Kursgewinne.

Unter den Einzelwerten trieben Übernahmespekulationen die Aktien von BE Semiconductor NL0012866412 um 5,6 Prozent nach oben. Der Ausrüster für die Chipindustrie habe das Interesse mehrerer US-Konzerne auf sich gezogen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

LVMH FR0000121014A büßten im EuroStoxx 4,3 Prozent auf knapp 474 Euro ein. Die US-Bank Morgan Stanley hatte ihr Kursziel für den Luxusgüterkonzern mit Verweis unter anderem auf den Krieg in Nahost von 635 auf 565 Euro gesenkt.

Die Anteilsscheine von Telefonica ES0178430E18 stiegen um gut ein Prozent. Der spanische Telekom-Konzern habe Pläne für eine Übernahme von 1&1 DE0005545503 offenbar auf Eis gelegt, zumindest bis die Probleme mit dem Netzausbau behoben werden, kommentierte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel unter Bezug auf einen Bericht des spanischen Onlinemediums "Okdiario". 1&1 sackten in Frankfurt um fast neun Prozent ab.

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