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Anleger trotz Zollstreit-Entspannung bedacht 27.10.2025, 09:50 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach Anzeichen einer Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit geht es am Montag am deutschen Aktienmarkt für die Kurse nur wenig nach oben. Die Freude hielt sich in Grenzen, echte Begeisterung war nicht festzustellen. Die Anleger wagten sich in einer Woche mit Notenbank-Entscheidungen und vielen Unternehmenszahlen auf beiden Seiten des Atlantiks nicht zu weit vor. So gewann der Dax im frühen Handel zuletzt nur noch 0,09 Prozent auf 24.261 Punkte.

Gleichwohl könne der deutsche Leitindex in der letzten Oktoberwoche den Grundstein für die Jahresendrally in den saisonal sehr positiven Börsenmonaten November und Dezember legen, sagte der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Die 24.500-Punkte-Marke sei der letzte Widerstand vor dem Rekordhoch. Dieses datiert vom 9. Oktober und steht bei 24.771 Punkten.

Der MDax für die mittelgroßen Börsenkonzerne notierte am Montag kaum verändert bei 30.295 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,2 Prozent.

China und die USA seien zu einer vorläufigen Einigung gelangt, hatte Li Chenggang, Vize-Sekretär im chinesischen Handelsministerium, am Sonntag nach Gesprächen mit der US-Seite gesagt. Diese müsse nun auf beiden Seiten "ein internes Genehmigungsverfahren durchlaufen". Konkrete Angaben zu den Inhalten machte China zunächst nicht. Auch US-Finanzminister Scott Bessent sprach von positiven Verhandlungen in Kuala Lumpur, die Vorlauf für das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping am Donnerstag in Südkorea sind.

Neben dem Dauerthema Geopolitik steht der Dax vor einer spannenden Börsenwoche, die geprägt sein wird von Leitzins-Entscheidungen und der Berichtssaison in Europa und den USA. Am Montag steht hierzulande am Vormittag mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex ein wichtiger deutscher Konjunkturindikator im Blick.

Am Aktienmarkt schauen die Marktteilnehmer auf die Porsche AG . Beim Sportwagenbauer zehrten die Milliardenkosten für die Verbrenner-Verlängerung den Gewinn in den ersten drei Quartalen des Jahres fast vollständig auf. Experten zogen nach den Zahlen ein durchwachsenes Fazit und sahen nicht nur Negatives. Die Aktien setzten ihre jüngste Erholungsrally mit plus 2,7 Prozent.

Bayer erhielt in den USA die Zulassung für sein Menopause-Mittel Elinzanetant. Die Bayer-Papiere gaben um 0,7 Prozent nach. Die Nachricht sei keine Überraschung, hieß es am Markt.

Bei Gerresheimer erhärtete sich derweil der Verdacht, gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen zu haben, teilweise. Nachdem die Finanzaufsicht Bafin im September eine Prüfung problematischer Buchungen im Konzernabschluss 2024 eingeleitet hatte, gab der Verpackungsspezialist das Ergebnis einer Untersuchung einer von ihm beauftragten Kanzlei bekannt. Dabei geht es im Vergleich zum Konzernumsatz aber nur um eine sehr kleine Summe. Die Titel legten um 0,9 Prozent zu. Die Problematik hätten die Kursverluste der vergangenen Woche bereits eingepreist, sagten Börsianer.

Fortschritte in einer Partnerschaft mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb bescherten den Papieren des Hamburger Wirkstoffforschers Evotec Kursgewinne in Höhe von 1,9 Prozent.

Für Stahlwerte wie Salzgitter , Klöckner & Co und Thyssenkrupp ging es ebenfalls deutlich nach oben wie auch für den gesamten Rohstoffsektor. Hier wirkten die positiven Signale im Zollstreit kursbeflügelnd./ajx/mis

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