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Ölpreisrally belastet Dax wieder schwer 09.03.2026, 10:01 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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DAX 24.042,05 PKT -0,02 % Ariva Indikation

FRANKFURT (dpa-AFX) - Für die europäischen Anleger gibt es nach dem Wochenende ein böses Erwachen. Wegen der weiter zugespitzten Lage im Nahen Osten und einer Ölpreisrally ist der Dax am Montag nochmals deutlich unter Druck geraten. Im Fokus steht, dass der Iran mit dem Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei einen neuen obersten Führer bestimmt hat. Ein schnelles Ende des Kriegs und eine Normalisierung der Ölproduktion in der Region bleibt nicht absehbar.

Der Leitindex Dax büßte gegen Ende der ersten Handelsstunde 2,7 Prozent auf 22.964 Punkte ein. Damit war der Einbruch nicht ganz so massiv wie es im vorbörslichen Handel aussah, als Indikationen schon im Bereich von 22.700 Punkten gelegen hatten. Das Minus reichte aber aus, um den Dax unter die Marke von 23.000 Punkten zu drücken. Mit 22.927 Zählern stand der Leitindex zwischenzeitlich auf einem Zehnmonatstief.

Der MDax fiel um 3,3 Prozent auf 28.508 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte etwa drei Prozent ein.

Getrieben ist die Situation von der Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordsee-Sorte Brent ist in der Nacht auf Montag auf fast 120 Dollar gestiegen. In einem Bericht der "Financial Times" wird nun darüber spekuliert, ob die Situation durch die Freigabe von Ölreserven beruhigt werden könnte. Der Ölpreis kehrte daraufhin zuletzt in Richtung der 100-Dollar-Marke zurück.

"Die Angst davor, dass das schwarze Gold die Weltkonjunktur ausbremsen könnte, ist deutlich größer geworden", schrieb der Experte Christian Henke vom Broker IG. US-Präsident Trump fordere eine bedingungslose Kapitulation des Iran und in der Folge davon drohe der Militäreinsatz länger anzudauern. "Und dies dürfte nicht im Sinne der Anleger sein", so der Experte.

Die geopolitisch getriebene Flucht aus dem Risiko schreite fort, schrieb denn auch der JPMorgan-Anlagestratege Mislav Matejka. Er erinnerte jedoch daran, dass der Aktienmarkt sein Tief meist dann findet, wenn die Anlegerstimmung am schlechtesten ist. Matejka wäre entsprechend jedenfalls nicht überrascht, wenn der Kursrutsch in dieser oder der kommenden Woche endet.

Die vom Ölpreis ausgelösten Schwankungen zeigten sich am Montag in vielen Branchen mit den üblichen Ausschlägen. Aktien großer europäischer Ölkonzerne waren gefragt, während die Titel aus energieintensiven Branchen besonders stark litten.

Besonders in der Tourismusbranche bleibt die Angst der Anleger vor den Auswirkungen hoher Treibstoffpreise spürbar. Für die Aktien der Lufthansa ging es um fünf Prozent bergab auf ein Tief seit November. Dass die Barclays Bank ihr negatives Votum für die Fluggesellschaft aufgab, erleichterte nicht groß. Der Analyst hatte seine Studie noch vor der erneuten Ölpreisrally verfasst.

Gewinne erzielen konnten Anleger vereinzelt im Rüstungsbereich. Rheinmetall lagen dort zwar auch mit 1,1 Prozent im Minus, aber Hensoldt wurden mit einem Anstieg um 1,4 Prozent gestützt von einer Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies. Diese hatte der Experte Ben Brown damit begründet, dass die Jahresziele für den freien Finanzmittelfluss vor dem Hintergrund der hereinkommenden Aufträge aus Deutschland konservativ wirkten.

In der Rüstungsbranche schauten die Anleger am Montag auch gespannt auf das gelungene Börsendebüt des Unternehmens Gabler . Die Aktien des U-Boot-Zulieferers starteten mit 47,20 Euro über ihrem Ausgabepreis, der bei 44 Euro in der oberen Hälfte der Angebotsspanne gelegen hatte. Zuletzt zahlten Anleger dann 48,80 Euro für ihre Aktien.

Vollzogen wurde am Montag eine Umplatzierung in der Dax-Indexfamilie. Der Autozulieferer Schaeffler ist jetzt Mitglied im MDax , weil der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen außerplanmäßig den Index der mittelgroßen Unternehmen verlassen musste. Davon profitieren konnten die Schaeffler-Aktien jedoch nicht.

Der frei gewordene Platz im Nebenwerte-Index SDax gehört jetzt den Vorzugsaktien von Einhell , die im frühen Handel aber nur selten gehandelt wurden. Für die wenigen Anteile, die ihren Besitzer wechselten, zahlten Anleger einen Aufschlag von mehr als fünf Prozent./tih/nas

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