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Rheinmetall hält Dax unter Druck 24.06.2026, 10:11 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Nach dem Vortagsrückschlag meiden die Anleger am Mittwoch bei deutschen Aktien weiter das Risiko. Neu belastet von den absackenden RheinmetallDE0007030009-Aktien entfernte sich der Dax DE0008469008 weiter von der zuletzt umkämpften 25.000-Punkte-Marke. Mit einem Abschlag von 0,8 Prozent auf 24.693 Punkte rutschte der deutsche Leitindex unter seine 21-Tage-Linie. Der MDax DE0008467416 gab auch um 0,8 Prozent auf 31.889 Punkte nach.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Korrektur, die am Vortag im Technologiesektor eingesetzt hatte, warten die Anleger auf die nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen des US-Chipkonzerns Micron US5951121038. Am Vortag waren sie nervös geworden ob der enorm hohen Erwartungen, die als eingepreist gelten. Die Commerzbank sprach von wieder aufgekommenen "Zweifeln an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Aktienrally".

Die Rheinmetall-Aktien brachen um bis zu 16 Prozent ein, weil ein Großauftrag der Bundeswehr für neue Fregatten laut Medienberichten zugunsten des Schiffsbauers TKMS DE000TKMS001 umgeleitet wird. Analyst David Perry von JPMorgan sieht darin einen größeren Rückschlag für den Rüstungskonzern, dessen Titel in den vergangenen Jahren ein gewisses Gewicht im Dax aufgebaut haben. Nach mehr als einem Jahr wurden sie wieder unter 1.000 Euro gehandelt. Vom Rekordhoch im vergangenen Oktober hat sich der Kurs jetzt halbiert.

Perry bezifferte den eigentlich für Rheinmetall vorgesehenen Auftragswert für Fregatten des Typs F126 auf 12 Milliarden Euro. Er befürchtet, dass das diesjährige Ziel für die Auftragseingänge verfehlt werden könnte. Die Nachrichten setzten auch die deutschen Rüstungswerte Hensoldt DE000HAG0005 und Renk DE000RENK730 unter Druck. Die TKMS-Titel dagegen zogen im MDax mächtig um zehn Prozent an. Der "Spiegel" berichtete, stattdessen wolle Verteidigungsminister Boris Pistorius kleinere Fregatten des Typs MEKO-A-200 von dem Schiffbauer beschaffen. Rheinmetall wollte sich dazu nicht äußern.

Die DHL-Aktionäre DE0005552004 verdrängten die Enttäuschung, die erste Reaktionen auf die Zahlen des US-Konkurrenten Fedex US31428X1063 ausdrücken. Rückläufige Margen im Zustellgeschäft belasteten außerbörslich zwar deutlich die Titel der Amerikaner, doch die DHL-Aktien zeigten sich mit einem Anstieg um 0,7 Prozent davon unbeeindruckt.

Unter den Dax-Gewinnern zeigten sich die InfineonDE0006231004-Aktien mit einem Prozent Plus vor den Micron-Zahlen stabilisiert. Zum Spitzenreiter im Leitindex wurden die MTUDE000A0D9PT0-Papiere, die ihre Erholungsrally um fast drei Prozent ausbauten. Für den Triebwerksbauer sieht der JPMorgan-Analyst Perry die Aussichten an vielen Fronten verbessert, unter anderem wegen der nachlassenden Treibstoffkosten in der Flugbranche.

Im MDax erholten sich die PumaDE0006969603-Aktien um 2,8 Prozent von ihrem Vortags-Kursrutsch, der mit Aussagen im Rahmen eines Analysten-Briefings zum nächsten Quartalsbericht begründet wurde. Die US-Bank Goldman Sachs hielt am Mittwoch an ihrer Kaufempfehlung fest. Analyst Richard Edwards rechnet im zweiten Halbjahr mit einer stärkeren Umsatzdynamik als im ersten.

Gut für die Kurse von 1&1 DE0005545503 und dem Mutterkonzern United Internet DE0005089031 waren Hochstufungen auf "Outperform" eines Barclays-Analysten. Ganesha Nagesha sieht nicht nur schrittweise Besserung der fundamentalen Lage, sondern auch Konsolidierungsfantasie. Als Mobilfunkanbieter stehe 1&1 enorm gut da, sollte es in der Branche zu Deals kommen.

Basler dagegen wurden im SDax DE0009653386 von einer Verkaufsempfehlung mit drei Prozent belastet. Die Auftragsdynamik des Spezialisten für Bildverarbeitungslösungen sei inzwischen eingepreist, lautete das Argument des Analysten Malte Schaumann von Warburg Research. Er erinnerte außerdem an eine Kursverdopplung seit dem Bericht zum ersten Quartal.

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