ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss

Dax im Würgegriff steigender Ölpreise 19.03.2026, 18:11 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Sorgen um das Wirtschaftswachstum weltweit haben die Anleger am Donnerstag verstärkt aus den Aktienmärkten getrieben. Hierzulande geriet der Dax DE0008469008 unter Druck und sackte am Nachmittag zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende April 2025. Mit minus 2,82 Prozent auf 22.839,56 Punkte ging der deutsche Leitindex aus dem Tag. Damit hat er seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar fast 10 Prozent eingebüßt.

Der kräftige Anstieg des Ölpreises der Nordsee-Sorte Brent auf zeitweise wieder etwas mehr als 119 US-Dollar schürt zunehmend Ängste vor einer stark anziehenden Inflation. Die Europäische Zentralbank (EZB), die den Leitzins an diesem Tag zwar wie erwartet unverändert beibehielt, warnte vor deutlich unsichereren Aussichten durch den Krieg im Nahen Osten. "Er hat Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zur Folge."

Mit dem israelischen Angriff auf das bedeutende iranische Gasfeld "South Pars" habe der Iran-Krieg "eine neue Eskalationsstufe erreicht", sagte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Jeder Angriff auf kritische Energieinfrastruktur nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden."

Dabei ist die deutsche Wirtschaft besonders anfällig. "Wegen der hohen Exportabhängigkeit vieler Sektoren würde eine globale Konjunkturabkühlung Deutschland besonders stark treffen", konstatierte Aktienexperte Andreas Lipkow von CMC Markets.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte ging mit einem Abschlag von 3,71 Prozent auf 28.423,08 Punkte aus dem Tag. Europaweit wurden, wie zuvor bereits in Asien, ebenfalls kräftige Verluste verbucht. Der EuroStoxx 50 EU0009658145, Leitindex der Euroregion, büßte 2,14 Prozent auf 5.613,83 Zähler ein und auch in London und Zürich wurden Verluste von etwas mehr als zwei Prozent verbucht. Die US-Börsen gaben ebenfalls nach, allerdings weitaus weniger deutlich.

Hierzulande neigt sich die Berichtssaison dem Ende zu. Die letzten Nachzügler legten ihre Geschäftszahlen vor. Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia DE000A1ML7J1 verdiente zwar im vergangenen Jahr wegen höherer Mieteinnahmen mehr, doch im schwachen Umfeld sackte die Aktie um 12,1 Prozent ab. JPMorgan-Analyst Neil Green verwies vor allem auf die Inflationsrisiken und daher steigende Anleiherenditen, die der Branche allgemein Probleme bereiten.

Positiv stachen im stark eingetrübten Umfeld nach laut Goldman Sachs "beruhigenden Quartalszahlen" die Aktien von United Internet DE0005089031 und deren Töchter Ionos DE000A3E00M1 und 1&1 DE0005545503 hervor. Ionos sprangen im MDax - vor allem dank der wachsenden Zahl an Neukunden - um 11,0 Prozent nach oben. United Internet gewannen 2,8 Prozent und 1&1 stiegen um 2,7 Prozent.

Lanxess DE0005470405 sackten dagegen um 11,5 Prozent ab und waren Schlusslicht im MDax. Die Ziele des Chemiekonzerns für 2026 sein hinter den Erwartungen zurückgeblieben, schrieb Barclays-Analyst Anil Shenoy. Der freie Barmittelzufluss sei schwach ausgefallen und die Nettoverschuldung etwas höher als von ihm erwartet.

K+S DE000KSAG888verloren 6,3 Prozent und gaben damit einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder ab. Wie die staatseigene belarussische Nachrichtenagentur BelTA schrieb, haben die USA die Aufhebung der Sanktionen gegen belarussisches Kali angekündigt.

Am Ende des Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 ging es für Salzgitter DE0006202005 um 12,6 Prozent abwärts. Die Aktie des Stahlherstellers gehört zu jenen, die besonders unter den hohen Ölpreisen und der Aussicht auf eine schwache Konjunktur leiden.

Die Kontron AT0000A0E9W5-Aktie erholte sich derweil deutlich von ihren zeitweiligen Verlusten von rund 24 Prozent. Mit minus 7,4 Prozent beendete sie den Tag. Eine Stellungnahme des Managements beruhigte die Börsianer etwas, die angesichts der Kursverluste ins Rätseln gekommen waren. Nach Auffassung des österreichischen Technologiekonzerns gibt es für die Kursverwerfungen mit Blick auf die operative Geschäftsentwicklung "keine Grundlage"./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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