ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss

Dax rutscht mit Tech-Schwäche deutlich ab 26.06.2026, 18:14 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Der Dax DE0008469008 hat am Freitag eine wechselhafte Woche mit deutlichen Verlusten beendet. Dem Abwärtssog der asiatischen Märkte konnte sich der deutsche Leitindex nicht entziehen. Zudem kam auch von den uneinheitlichen US-Börsen keine Unterstützung.

Zum Handelsschluss verlor der Dax 1,29 Prozent auf 24.671,22 Punkte. Damit verpuffte nicht nur der Erholungsversuch vom Donnerstag. Der Dax rutschte zudem wieder unter die für den kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Linie. Der Wochenverlust ist fast identisch mit dem Tagesminus. Für den Monat Juni steht ein Rückgang um 1,7 Prozent zu Buche und für die erste Jahreshälfte noch ein Plus von 0,7 Prozent.

Für den MDax DE0008467416 ging es am Freitag letztlich um 1,20 Prozent auf 31.588,65 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verabschiedete sich mit einem Tagesverlust von 0,7 Prozent. Für den Schweizer SMI CH0009980894 ging es weniger deutlich und für den britischen FTSE 100 GB0001383545 nur moderat bergab.

In Asien hatten die Anleger nach den gefeierten Resultaten des US-Halbleiterkonzerns Micron US5951121038 bei Tech-Werten gleich wieder Gewinne mitgenommen - vor allem in Tokio und Seoul. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 legte zum europäischen Handelsende moderat zu, wogegen der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 nachgab.

"Bei den Investoren wachsen nach den jüngsten Nachrichten die Zweifel, ob die Konsumenten die Preiserhöhungen der Technologiekonzerne noch in der Masse mittragen werden", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Er verwies darauf, dass Apple erstmals die gestiegenen Halbleiterpreise an seine Kunden weitergebe.

"Noch kommen die Gewinne und hohen Margen der Chipunternehmen zustande, weil Konzerne wie Apple US0378331005 diese bezahlen." Doch wenn Kunden die höheren Preise nicht mehr akzeptierten, dann "spult sich die Kette von hinten auf", warnte Lipkow. Dies würde die hoch bewertete Halbleiterbranche empfindlich treffen.

Marktexperte Jürgen Molnar nannte zudem Berichte über eine mögliche Verschiebung des OpenAI-Börsengangs als Stimmungsbremse.

Im Chipbereich erfasste die erneute Abwärtsbewegung viele deutsche Aktien, darunter den Halbleiterhersteller Infineon DE0006231004 mit einem Abschlag von 4,5 Prozent. Für die Branchenausrüster Suss DE000A1K0235, Aixtron DE000A0WMPJ6 und PVA Tepla DE0007461006 sowie den Waferhersteller Siltronic DE000WAF3001 ging es am Ende um bis zu knapp sechs Prozent bergab. Die Abwärtsbewegung erfasste mit Siemens Energy DE000ENER6Y0 und Hochtief DE0006070006 auch KI-Profiteure aus anderen Branchen.

Am Dax-Ende büßten Zalando-Aktien DE000ZAL1111 etwas mehr als sechs Prozent ein. Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin leitete bei dem Modehändler eine Prüfung des Konzernabschlusses ein. Sie sieht Anhaltspunkte, dass gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen wurde. Eine Stellungnahme, dass es sich "um einen rein formellen, aber materiell unwesentlichen Aspekt in den Anhangsangaben" handele, sorgte im Verlauf für etwas Entlastung.

Im Rüstungssegment erholte sich Renk DE000RENK730 mit plus 3,2 Prozent vom jüngsten Kursrutsch, der im Zuge eines verlorenen Rheinmetall DE0007030009-Großauftrags weite Teile der Branche erfasst hatte. Die US-Regierung gab am Vorabend den Vertragsabschluss für einen Auftrag an Renk im Wert von 691 Millionen US-Dollar bekannt.

Einen Bogen machen die Anleger weiter um Autowerte. VW DE0007664039 wurden zwar zeitweise von einem Medienbericht über noch weitreichendere Umstrukturierungen gestützt. Letztlich tauchten aber auch die Titel der Wolfsburger mit 3,9 Prozent ins Minus ab. Dem "Manager Magazin" zufolge könnten in den kommenden Jahren bis zu 100.000 Stellen wegfallen und vier Werke geschlossen werden.

Die am Ende unveränderten Bayer-Aktien DE000BAY0017 verteidigten ihren Vortagskurssprung wegen eines wichtigen Erfolgs in den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten weitgehend. Analyst James Quigley von Goldman Sachs sieht in der Entscheidung des Obersten Gerichts in den USA einen großen Schritt, um eine Dekade der Rechtsrisiken im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter zu beenden./gl/zb

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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