ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss

Dax schraubt Bestmarke auf über 25.400 Punkte 12.01.2026, 18:03 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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DAX 25.453,31 PKT +0,69 % Ariva Indikation

FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz geopolitischer Risiken hat der Dax seine Rekordjagd am Montag fortgesetzt. In der Spitze stieg der deutsche Leitindex erstmals bis auf 25.421 Punkte und schloss letztlich 0,57 Prozent höher bei 25.405,34 Zählern. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte zum Wochenstart 0,48 Prozent auf 32.320,50 Punkte zu. Wichtiger Kurstreiber bleibt die Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft dank eines immensen Infrastruktur-Pakets. Selbst die Eskalation der Lage im Iran und schwächelnde US-Börsen schreckten die Anleger kaum ab.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners hält den Dax inzwischen technisch für "massiv überkauft". Von Dienstag an stehe den Börsen nun "so etwas wie 'die Woche der Wahrheit' bevor", schrieb er. Zunächst startet in den USA und bald darauf auch hierzulande die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025. Dann müsse sich zeigen, ob die steigenden Aktienkurse auch von steigenden Unternehmensgewinnen gestützt würden. Außerdem stehen US-Inflationsdaten auf der Agenda, die für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed ein wichtiges Indiz sind.

Derweil nimmt der Streit zwischen Fed-Chef Powell und US-Präsident Trump Fahrt auf. Powell wies strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurück. "Die feine Linie der Unabhängigkeit zwischen Regierung und Notenbank erodiert mit jedem direkten Eingriff Trumps und die Kapitalmärkte scheinen erst langsam zu erkennen, welche Folgen dies langfristig haben könnte", mahnte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.

Der EuroStoxx 50 stieg zum Wochenstart um 0,31 Prozent auf 6.016,30 Punkte. Außerhalb der Euroregion lagen der Schweizer SMI und der britische FTSE 100 nur zart im Plus. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss dagegen knapp im Minus. Das Sägen Trumps an der Unabhängigkeit der Fed treibe die Anleger von der Wall Street unter anderem in den deutschen Aktienmarkt, stellte Christine Romar vom Broker CMC Markets fest.

Im Dax setzten sich Beiersdorf an die Spitze und stiegen dank einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 3,1 Prozent. Die Aussichten für Europas Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzerne blieben durchwachsen, die meisten negativen Aspekte schienen jedoch bereits eingepreist zu sein, schrieb Analyst Tom Sykes.

FMC kletterten 2,9 Prozent höher. Die Beschleunigung des Aktienrückkaufprogramms wirke als Katalysator für die Bewertung der Aktie des Dialysespezialisten, hieß es von MWB Research, die das Papier nun zum Kauf empfehlen. Fresenius als größte Einzelaktionärin profitierte auch von den Kursgewinnen von FMC und stieg um drei Prozent.

Für die Aktien von Zalando ging es um ein Prozent aufwärts. Analyst Peter Spengler von der DZ Bank zog ein positives Fazit aus der in der Vorwoche bekannt gegebenen Standortschließung in Erfurt. Er verwies auf Synergien und Einsparungen durch höhere Automatisierung infolge einer Neuordnung nach der Übernahme von About You .

Autowerte wurden indes von den Anlegern verschmäht. Mercedes-Benz , Volkswagen und BMW waren die Schlusslichter im Dax mit Kursverlusten von bis zu 1,7 Prozent. Eine neue Leitlinie der Europäischen Union für den Import von Elektroautos aus China belastete. Demnach können chinesische Autobauer für ihre E-Autos Mindestpreise festsetzen, um sich Zusatzzölle zu ersparen. Citigroup-Analyst Harald Hendrikse wertete das als weiteren großen Sieg für Chinas Hersteller. Am MDax-Ende büßte die Porsche AG sogar sechs Prozent ein. Ein Händler verwies auf Aussagen bei einer Analystenkonferenz.

TKMS setzten ihre Erholungsrally im MDax dagegen mit einem Plus von 12,4 Prozent fort und haben seit Beginn des noch jungen Jahres bereits gut 40 Prozent zugelegt. Indien will in Zusammenarbeit mit TKMS in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht Milliarden Euro bauen. Die Vereinbarung könnte ein Türöffner für weitere Kooperationen sein.

Deutz stiegen als Favorit im Kleinwerte-Index SDax um 5,6 Prozent auf den höchsten Stand seit 2007. Am Markt wurde auf Rüstungsfantasie verwiesen, denn der Motorenbauer sucht zunehmend auch im Rüstungsbereich seine Chance. Konzernchef Sebastian Schulte bekräftigte jüngst in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Transformation des Unternehmens./niw/nas

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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