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Dax trotzt Trump-Drohungen gegen den Iran 11.06.2026, 18:07 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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MDAX 32.254,56 PKT -0,72 % Ariva Indikation
DAX 24.911,18 PKT -0,71 % Ariva Indikation
SDAX 18.194,27 PKT -0,83 % Ariva Indikation

Der Dax DE0008469008 hat am Donnerstag seine jüngste Verlustserie beendet und geringfügig zugelegt. Positive Impulse kamen aus den USA, wo weitere Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran die Anleger nicht mehr beeindruckt hatten. Vielmehr sorgten dort deutliche Kursgewinne bei Aktien aus der Halbleiterbranche für gute Laune. Der deutsche Leitindex schloss 0,06 Prozent im Plus bei 24.209,71 Punkten. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Werten gewann 0,52 Prozent auf 31.456,13 Zähler.

Dabei schaukelt sich der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran trotz offiziell geltender Waffenruhe weiter hoch. Trump hatte schwere Angriffe auf den Iran für die Nacht angekündigt. Die USA würden das Land "sehr hart" treffen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social.

Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte nur wenig Einfluss auf die Kurse. Mit der ersten Erhöhung seit fast drei Jahren stemmt sich die EZB gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die Euro-Währungshüter hoben den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an. Die letzte Zinserhöhung im Euroraum gab es im September 2023. Höhere Zinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann.

"Da die Inflation im Euroraum über drei Prozent liegt und es wenig Hoffnung auf Entspannung im Iran-Konflikt gibt, ist eine Zinserhöhung jetzt der richtige Schritt", sagte Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. Die EZB folge damit dem, was die Märkte schon eingepreist hätten.

Unter den Einzelwerten standen hierzulande die Aktien von SAP DE0007164600 nach Quartalszahlen des US-Konkurrenten Oracle US68389X1054 im Fokus. Mit einem Kursabschlag von 6,6 Prozent waren SAP mit Abstand schwächster Dax-Wert.

Der US-Software- und Datencenter-Konzern Oracle hatte zwar im vierten Geschäftsquartal den Umsatz mit Cloud-Infrastruktur - das sind vor allem KI-Rechenzentren - um 93 Prozent gesteigert. Experten bemängelten aber hohe Kosten für Rechenzentren und entsprechend starke Geldabflüsse. Bedeutend für Firmensoftware-Anbieter wie SAP sei, dass sich das Erlöswachstum der Amerikaner im Cloud-Softwarebereich verlangsamt habe, sagte ein Händler.

Der Aktienkurs des Modehändlers Hugo Boss DE000A1PHFF7 zog an der MDax-Spitze um gut neun Prozent auf 39,76 Euro an und lag damit über der Offerte des Großaktionärs Frasers Group GB00B1QH8P22. Frasers bietet im Rahmen eines Übernahmeangebots 38 Euro je Boss-Aktie. Zuletzt kamen die Briten auf einen direkten Anteil von gut 26 Prozent. Analysten bezeichneten das Gebot in ersten Reaktionen als nicht besonders attraktiv.

Die Papiere von Kontron AT0000A0E9W5 sprangen wegen Übernahmeaussichten um fast sechs Prozent auf 23,70 Euro hoch. Der Großaktionär Ennoconn hatte bei dem Hightech-Unternehmen die 30-Prozent-Schwelle überschritten und will den restlichen Aktionären nun ein Pflichtangebot zur Übernahme machen. Der Angebotspreis soll bei 23,50 Euro je Aktie liegen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte die Aktien der Porsche AG DE000PAG9113 zum Kauf empfohlen und das Kursziel von 39 auf 59 Euro erhöht. Struktureller Gegenwind für den Sportwagenbauer bleibe zwar die Realität, sei aber in den massiv gesunkenen Erwartungen inzwischen angekommen, schrieb Analyst Christian Frenes. Bis 2030 rechnet er mit einem durchschnittlichen jährlichen Gewinnanstieg von 30 Prozent. Die Aktien der Porsche AG stiegen um 1,6 Prozent auf 48,51 Euro.

Auf europäischer Ebene gewann der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 0,78 Prozent auf 6.056,96 Punkte. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 und der Züricher SMI CH0009980894 legten etwas weniger deutlich zu. In New York stieg der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Börsenschluss um 0,6 Prozent./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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