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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss

Dax verringert Verlust dank erholter US-Börsen 08.06.2026, 18:01 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
MDAX 32.088,40 PKT -0,45 % Ariva Indikation
DAX 24.568,43 PKT ±0,00 % Ariva Indikation
SDAX 18.368,11 PKT +0,55 % Ariva Indikation

Angesichts spürbar erholter US-Börsen hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montag nach anfänglich größeren Verlusten etwas stabilisiert. Die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten und die wieder größer werdenden Zinsängste drückten aber auf die Stimmung der Anleger. Der Dax DE0008469008 büßte letztlich 0,58 Prozent auf 24.616,22 Punkte ein, zuvor sackte er um bis zu 1,3 Prozent ab. Damit rutschte er unter die 21-Tage-Linie, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen ging 1,05 Prozent tiefer mit 32.125,47 Zählern aus dem Handel.

Am vergangenen Freitag sorgte ein unerwartet robuster US-Arbeitsmarktbericht für einen massiven Abverkauf vor allem bei den Technologiewerten, die nun zu Wochenbeginn aber wieder spürbar zulegten. "Eine viel zu heiße Beschäftigung in den USA schürt panische Angst vor einer hartnäckigen Inflation und zerstört jegliche Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Fed völlig", kommentierte Marktexperte Tim Ritschar vom Broker ActivTrades. Stattdessen spekulieren die Anleger über einer Zinserhöhung der US-Notenbank, auch die Europäische Zentralbank könnte bereits am Donnerstag den Leitzins anheben.

Außerdem belastete eine erneute Eskalation im Nahost-Krieg. Der Iran und Israel überzogen sich erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im April wieder gegenseitig mit Angriffen. "Die Börsen gehen aktuell davon aus, dass diese neue Eskalation nur kurzfristig sein wird", stellte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners fest. Zur moderaten Reaktion der Anleger habe auch beigetragen, dass US-Präsident Donald Trump versuche, deeskalierend einzuwirken. Trump versicherte, dass weiter an einer baldigen Lösung des Konflikts gearbeitet werde. Sowohl der Iran als auch Israel wollen ihre Angriffe wieder einstellen.

Auf europäischer Ebene stagnierte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 schlussendlich bei rund 6.062 Punkten. Auch der Londoner FTSE 100 GB0001383545 bewegte sich kaum, der Züricher SMI CH0009980894 verlor ein halbes Prozent. In New York stieg der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Börsenschluss um rund 0,3 Prozent. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 erholte sich sogar um mehr als zwei Prozent.

Bei den Unternehmen wurden die zinssensiblen Immobilienwerte aufgrund der zunehmenden Zinsangst gemieden. So verbuchten die Aktien von Vonovia DE000A1ML7J1, TAG DE0008303504, Aroundtown LU1673108939 und LEG DE000LEG1110 Kursabschläge zwischen 2,4 und 6,8 Prozent.

Wegen der angespannten Lage in Nahost waren auch die Aktien aus dem Luftfahrt- und Reisesektor nicht gefragt. Die Papiere von Airbus NL0000235190, Tui DE000TUAG505 und Lufthansa DE0008232125 verzeichneten Kursverluste zwischen 1,2 und 1,9 Prozent.

Nach dem jüngsten Ausverkauf unternahmen die Aktien aus dem Halbleitersektor dagegen einen Stabilisierungsversuch. Infineon DE0006231004 stiegen als Teil der Spitzengruppe im Dax um 1,2 Prozent, nachdem sie zuletzt unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten und um bis zu 16 Prozent von ihrem jüngst erreichten Hoch seit dem Jahr 2000 abgesackt waren. Die Titel der Chipindustrie-Ausrüster Aixtron DE000A0WMPJ6, Siltronic DE000WAF3001 und PVA Tepla DE0007461006 gewannen zwischen 3,3 und 5 Prozent.

Die Chemiewerte litten derweil unter einer Analystenstudie. BASF DE000BASF111, Symrise DE000SYM9999, Evonik DE000EVNK013 und Lanxess DE0005470405 gaben zwischen 0,8 und 6,3 Prozent nach. Analystin Georgina Fraser von der US-Investmentbank Goldman Sachs hatte einige Branchenaktien abgestuft, da sie einen neuerlichen Abschwung für Europas Chemiebranche befürchtet.

Die Aktien von CTS Eventim DE0005470306 büßten 5,3 Prozent ein. Die Investmentbank Exane BNP hatte die Titel des Ticketvermarkters und Veranstalters auf "Underperform" abgestuft. Analyst Christoph Blieffert erwartet ein sich änderndes Geschäftsumfeld am deutschen Ticketing-Markt.

Die Titel der Porsche AG DE000PAG9113 reagierten mit einem Kursplus von 2,3 Prozent auf eine Kaufempfehlung der Schweizer Großbank UBS. Der Turnaround des Sportwagenbauers zu alter Stärke dürfte zwar noch Jahre dauern, jetzt sei allerdings der richtige Zeitpunkt zum Einstieg gekommen, schrieb Analyst Patrick Hummel.

Für die Aktien von Friedrich Vorwerk DE000A255F11 ging es im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386 nach ihrem vorigen Kursrutsch um 3,4 Prozent nach oben. Analyst Leon Mühlenbruch von MWB Research gab seine Verkaufsempfehlung für den Pipeline- und Anlagenbauer auf. Die überzogenen Erwartungen seien auf ein realistischeres Niveau korrigiert worden./niw/jha/

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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