ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss

Euphorie dank Öffnung der Straße von Hormus 17.04.2026, 18:08 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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MDAX 31.823,05 PKT +2,64 % Ariva Indikation
DAX 24.612,45 PKT +2,14 % Ariva Indikation
SDAX 18.204,71 PKT +1,54 % Ariva Indikation

Die vorläufige Öffnung der Straße von Hormus hat den Dax DE0008469008 am Freitagnachmittag elektrisiert. Nach einem Kurssprung von bis zu 2,6 Prozent schloss der schon zuvor freundliche deutsche Leitindex 2,27 Prozent im Plus mit 24.702,24 Punkten. Damit baute er seinen Wochengewinn auf 3,8 Prozent aus - es war der dritte in Folge. Die Kursverluste seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat das Börsenbarometer inzwischen fast wieder wettgemacht. Für den MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Werten ging es am Freitag letztlich um 3,28 Prozent auf 31.952,10 Punkte hoch.

Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus "wird für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands für alle Handelsschiffe vollständig geöffnet", teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Beitrag auf der Plattform X mit. US-Präsident Donald Trump bestätigte die Aussagen. Dadurch wurden die jüngsten Konjunktur- und Inflationssorgen stark gedämpft. Die Ölpreise und die Renditen sackten ab. Dass Trump dennoch an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel festhalten will, bis die Verhandlungen mit Teheran abgeschlossen sind, ließ die Märkte kalt.

Auch die Aktienkurse in Europa und den USA reagierten euphorisch auf diese Nachricht. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 verabschiedete sich gut zwei Prozent höher ins Wochenende. Auch in Zürich standen deutliche Kursgewinne zu Buche. Dagegen reichte es in London nur für vergleichsweise bescheidene Aufschläge. In New York erreichten der marktbreite S&P 500 US78378X1072 sowie der Technologie-Index Nasdaq 100 US6311011026 Rekordstände, während dem Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 trotz der deutlichsten Gewinne noch ein gutes Stück zu einer Bestmarke fehlt.

Marktanalyst Timo Emden sprach von einer überraschenden Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten. "Mit der Öffnung der Straße von Hormus ist sprichwörtlich Druck vom Kessel genommen worden." Die Route gelte als "neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft", weshalb die Nachricht ein starkes Signal der Stabilisierung sende.

Europaweit zählten Aktien der Reise- und Freizeitbranche CH0019112744 zu den größten Gewinnern. Im MDax reihten sich die Titel der Lufthansa DE0008232125 und des Flughafenbetreibers Fraport DE0005773303 mit Aufschlägen von jeweils fast 7 Prozent weit vorne ein. Ihnen half auch, dass kurzfristig keine weiteren Streiks bei der Fluggesellschaft drohen. Im Dax legten die Titel des Triebwerksbauers MTU DE000A0D9PT0 um 5,1 Prozent zu.

Zudem gefragt waren die konjunktursensiblen Aktien aus dem Industrie- EU0009658905 und Automobilsektor EU0009658681, am deutschen Markt namentlich Siemens DE0007236101 und Continental DE0005439004, die um 3,4 beziehungsweise 5,4 Prozent zulegten.

Ebenfalls zu den Gewinnern zählten ähnlich konjunkturabhängige Titel aus der Tech-Branche EU0009658921. Die Softwaretitel Nemetschek DE0006452907 und Teamviewer DE000A2YN900 zogen um 9,8 beziehungsweise 6,5 Prozent an.

Unter den größten MDax-Gewinnern stiegen Delivery Hero DE000A2E4K43 um 5,2 Prozent. Der US-Fahrdienstvermittler Uber US90353T1007 stockt mit der Übernahme von Anteilen des Großaktionärs Prosus NL0013654783 seine Beteiligung an dem Essenlieferdienst auf.

Dagegen büßten die Titel von Dax-Schlusslicht RWE DE0007037129 3,8 Prozent ein. Sie litten unter Berichten über den Kampf Großbritanniens gegen hohe Strompreise. Händler verwiesen auf einen Artikel der "Financial Times", wonach die britische Regierung nach Lösungen sucht, um die direkte Kopplung zwischen Strom- und Gaspreisen aufzuheben.

Bei K+S DE000KSAG888 mussten die Anleger einen Kursrückgang von 4,9 Prozent verkraften, womit die Aktien die kurze Verliererliste im MDax anführten. Der Düngerhersteller hatte wegen sprunghaft gestiegener Preise für seine Produkte zeitweise deutlich vom Krieg im Nahen Osten profitiert und litt nun naturgemäß unter der Entspannung der Lage./gl/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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