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Dämpfer für Trumps Zölle verpufft nahezu an den Börsen 29.05.2025, 17:02 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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NEW YORK (dpa-AFX) - Ein gerichtlicher Dämpfer für die radikale US-Zollpolitik hat am Donnerstag die Anleger am New Yorker Aktienmarkt nur kurz für gute Stimmung gesorgt. So grenzten die konjunktursensiblen Technologiewerte anfängliche deutliche Gewinne schnell ein. Die Standardwerte hatten sich bereits zu Handelsbeginn wenig bewegt gezeigt.

Der Leitindex Dow Jones Industrial verharrte zuletzt nahezu bei 42.118 Punkten. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,4 Prozent auf 5.910 Punkte zu. Für den technologielastigen und damit besonders konjunkturabhängigen Nasdaq 100 ging es um 0,4 Prozent auf 21.404 Punkte nach oben.

Das Bundesgericht für internationalen Handel in New York hatte der Regierung von US-Präsident Donald Trump untersagt, weitreichende Zölle unter Berufung auf ein Notstandsgesetz zu verhängen. Damit erleidet Trumps Konfrontationskurs in der Handelspolitik, der die Finanzmärkte zuletzt immer wieder durcheinander gewirbelt hatte, zwar einen Rückschlag. Der Fall wird aber aller Voraussicht nach durch die Instanzen gehen.

Beobachter schließen deshalb nicht aus, dass ein Berufungsgericht die Maßnahmen vorläufig wieder in Kraft setzt. Bis dahin bleibt die handelspolitische Lage angespannt.

Dies verdeutlichte auch die Stellungnahme zum Gerichtsurteil von Trumps Handelsberater Peter Navarro. Er sagte dem Nachrichtensender Bloomberg TV: "Wenn jemand glaubt, die Regierung sei davon überrascht worden, irrt er sich. Nichts hat sich wirklich geändert."

Zudem ist es laut Mark Haefele, Chefanlagestratege bei der Vermögensverwaltung der Großbank UBS, unwahrscheinlich, dass US-Zölle auf Waren aus anderen Ländern so einfach komplett verschwinden. Es gebe bestimmte gesetzliche Möglichkeiten, einen Teil der Zollpolitik trotz des Urteils umzusetzen. Daher dürfte das Marktumfeld für Investoren vorerst weiter volatil bleiben.

Der Chipkonzern Nvidia konnte die zuletzt durchaus nervösen Anleger beruhigen. So hatten sich Sorgen breit gemacht, dass Handelsbarrieren der USA gegenüber China auch die Geschäfte von Nvidia deutlicher belasten könnten. Der Chip-Riese warnte nun zwar, dass US-Exporthürden für KI-Technik die weltweite Führung chinesischer Anbieter in dem Zukunftsmarkt zur Folge haben könnten, die Quartalszahlen und der Geschäftsausblick von Nvidia kamen aber gut an. Für die Aktien ging es im Dow um gut vier Prozent nach oben.

Die Papiere von Boeing waren mit plus 4,3 Prozent ebenfalls stark gefragt. Am Markt kam gut an, dass der Flugzeugbauer die Produktion des 787 Dreamliners rasch auf sieben Stück je Monat steigern will.

Als klares Schlusslicht im Dow brachen die Anteilscheine des Software-Unternehmens Salesforce um gut sechs Prozent ein. Der Softwarekonzern blickt zwar überraschend positiv auf das laufende Geschäftsjahr, Analyst Brent Thill vom Investmenthaus Jefferies bemängelte aber, dass die Dynamik im Cloud-Kerngeschäft weiter nachlasse. Zudem sei ein Löwenanteil der höheren Umsatzerwartungen währungsbedingt.

Am Ende des S&P 500 knickten die Papiere von Best Buy um 8,5 Prozent ein. Analysten der Bank UBS und von Piper Sandler urteilten, dass der auf Unterhaltungselektronik spezialisierte Einzelhändler mit seiner Prognose für die operative Marge im zweiten Geschäftsquartal hinter der Markterwartung zurückgeblieben sei./la/he

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