ROUNDUP/Aktien New York Schluss

Möglicher neuer Handelskrieg verschreckt 20.01.2026, 22:30 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Dow Jones 48.494,02 PKT -0,98 % Ariva Indikation

NEW YORK (dpa-AFX) - Sorgen über einen neuen Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Europa haben am Dienstag die US-Börsen schwer belastet. Die Androhung von Strafzöllen gegen europäische Staaten im Streit um Grönland schickte die wichtigsten Indizes nach einem feiertagsbedingt langen Wochenende auf Talfahrt. Die Gewinne seit Jahresbeginn sind bereits wieder Geschichte.

Charttechnisch wichtige kurz- und mittelfristige Trendsignale zeichnen ein düsteres Bild für die weitere Börsenentwicklung. Der Volatilitätsindex (VIX), der die kurzfristig erwarteten Schwankungen im S&P 500 misst, stieg über 20 Punkte auf den höchsten Stand seit November. Anleger flüchteten in Edelmetalle wie Gold als sicheren Hafen. US-Staatsanleihen gaben nach.

Zwischen Washington und Europa war es am Wochenende zur Eskalation gekommen. US-Präsident Donald Trump drohte im Streit um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland vom 1. Februar an Strafzölle gegen einige europäische Länder an, die im Juni weiter steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Europäische Staats- und Regierungschefs reagierten empört und erwägen Gegenmaßnahmen.

Der Dow Jones Industrial büßte letztlich 1,76 Prozent auf 48.488,59 Punkte ein und schloss damit knapp über seinem wenig zuvor erreichten Tagestief. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 2,06 Prozent auf 6.796,86 Zähler abwärts. Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 sackte um 2,12 Prozent auf 24.987,57 Punkte ab. Alle drei Indizes rutschten unter die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert, S&P 500 und Nasdaq sackten außerdem auch unter die 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend.

"Der Grönland-Streit zeigt: Handelsstreitigkeiten sind bei weitem noch nicht beigelegt", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Und sie dürften unter einer Trump-Administration wohl auch ein "Dauer-Störfeuer" bleiben.

Im Dow waren 3M das Schlusslicht mit minus 7,0 Prozent. Der Mischkonzern enttäuschte zur Vorlage seiner Quartalszahlen Analysten zufolge mit seinem bereinigten operativen Ergebnis und blieb zudem mit seinem Margenausblick für 2026 etwas hinter den Erwartungen zurück.

Die Aktie des KI-Chipherstellers Nvidia büßte als schwächste unter den sogenannten "glorreichen Sieben" 4,4 Prozent ein. Doch auch die anderen sechs - Alphabet , Amazon , Apple , Meta , Microsoft und Tesla - die zu den weltweit größten und wichtigsten Technologieunternehmen zählen, gaben nach. Sie verloren zwischen 1,1 und 4,2 Prozent.

Intel sprangen dagegen um 3,4 Prozent hoch und profitierten von positiven Analystenkommentaren von HSBC und Seaport Global Securities. Eine Erholung des lange Zeit vor allem im Vergleich zur bärenstarken Konkurrenz schwächelnden Chipherstellers nahm damit weiter Form an. Am Aktienmarkt setzen Anleger schon länger auf eine Geschäftsbelebung.

Die Aktie des Streaming-Anbieters Netflix gab nach anfänglichen Gewinnen um 1,1 Prozent nach. Im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers legte Netflix nach. Das bisherige Gebot von knapp 83 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner wird zu einem kompletten Barangebot. Konkurrent Paramount bietet gut 108 Milliarden Dollar für den gesamten Konzern. Dessen Aktie verlor 2,1 Prozent, während Warner Bros. 1,2 Prozent abgaben.

Die Anteilscheine der Edelmetall-Produzenten Newmont und Agnico Eagle Mines gewannen zwischen 4 und knapp 6 Prozent. Sie profitierten von Rekordhochs bei Gold und Silber. Die Edelmetalle sind angesichts der vielen geopolitischen Krisenherde wie der Lage im Iran und Trumps Zoll-Drohungen als "sichere Häfen" derzeit stark gefragt.

Um 64 Prozent auf 57,57 Dollar sprangen die Aktien von Rapt Therapeutics nach oben. Der britische Pharmakonzern GSK will das US-Biotech-Unternehmen kaufen und bietet den Aktionären 58 Dollar je Aktie, was einem Firmenwert von 2,2 Milliarden Dollar entspricht./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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