Von einer Mine zu drei
Wie Goldgroup die Geschichte still und leise verändert hat
Anzeige
ROUNDUP/Der neue Labour-Chef

Was Burnham besser machen muss 17.07.2026, 07:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Großbritannien geht es nicht gut. Die Menschen in dem Sehnsuchtsort vieler deutscher Touristinnen und Touristen leiden unter sozialer Ungleichheit, hohen Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot, einem überlasteten Gesundheitssystem - und politischer Instabilität. Wartet auf den künftigen Premierminister Andy Burnham ein "impossible job", eine nahezu unlösbare Aufgabe?

Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester wird heute (ab 13.00 Uhr) zum Vorsitzenden der Regierungspartei Labour gekürt. Am kommenden Montag folgt die Ernennung zum Regierungschef durch König Charles III. - Burnham wird als Nachfolger von Keir Starmer der siebte Premier binnen zehn Jahren.

Ist die britische Politik noch zu retten?

Der Rücktritt von Starmer nur zwei Jahre nach dessen Erdrutschsieg mit Labour bei der Parlamentswahl werfe die Frage auf, ob die ständigen Wechsel in der berühmten 10 Downing Street auf politische Fehlleistungen zurückzuführen seien - oder auf ein nur schwer regierbares Land, schrieb die Nachrichtenagentur PA. Die sechs Premiers bis 2016 waren zusammengerechnet 30 Jahre im Amt.

Starmer war nicht an dem einen Skandal gescheitert, sondern an mehreren Fehlentscheidungen, die sich aufsummierten. Zudem schaffte es der 63-Jährige mit seiner biederen Art nicht, die Menschen mitzureißen. Zugutegehalten werden muss ihm aber, dass in der aktuellen Welt- und Wirtschaftslage kaum alles richtig gemacht werden kann. An den Kriegen in der Ukraine, in Nahost sowie an der Politik von US-Präsident Donald Trump trägt Starmer keine Schuld.

Die große Labour-Hoffnung ist deshalb, dass Burnham mit dieser Gemengelage einfach besser umgeht. Der 56-Jährige ist mehr der Typ Menschenfischer, dem zugetraut wird, unpopuläre Entscheidungen sowohl in der eigenen Fraktion als auch in der britischen Bevölkerung überzeugender verkaufen zu können. Die großen Probleme wegzaubern kann aber auch der sogenannte "König des Nordens" nicht.

Welche Lösungsansätze hat Burnham angekündigt?

Eine der auffälligsten Aussagen des künftigen Premierministers, der bislang nur wenige Interviews gegeben hat, war die Bekräftigung, der Regierungschef aller Briten sein zu wollen - im Kontrast zur häufig sehr London-zentrierten bisherigen Politik. Burnham möchte eine Dezentralisierung vorantreiben und mehr Kompetenzen in die Regionen übertragen, etwa beim Wohnungsbau und der Verkehrsinfrastruktur.

Zumindest in Grundzügen bedient er sich beim deutschen System des Länderfinanzausgleichs. In Manchester, seiner alten Heimat, soll eine Zweigstelle des Regierungssitzes in London entstehen. Burnham strebe "gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen Großbritanniens" an - nach dem Vorbild des deutschen Grundgesetzes, schrieb die Zeitung "The Times".

Beim Blick auf die Steuern kündigte Burnham an, sich grundsätzlich an das Labour-Versprechen von 2024 halten zu wollen und Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer nicht zu erhöhen. Er deutete aber einen "gewissen Spielraum" an. Burnham wird das gleiche Problem wie Starmer haben: Für die notwendigen Reformen braucht die Regierung dringend Geld, auch er wird an die Sozialleistungen ranmüssen.

Außenpolitisch hatte sich Burnham seit seinem Einzug ins Parlament im Juni zurückgehalten. Die Ukraine-Politik seines Vorgängers wird er wohl fortführen, Starmer war am Donnerstag noch einmal zum Abschied in Kiew. Auch der britische Kurs, eine Wiederannäherung zur Europäischen Union zu suchen, ohne den Brexit rückgängig machen zu wollen, dürfte fortgeführt werden.

Welche übergeordnete Herausforderung wartet auf Burnham?

Für alle politischen Vorhaben des neuen Premiers gilt: Sie müssen funktionieren - und zwar am besten schnell. Großbritannien erlebte in den vergangenen Monaten einen erheblichen Rechtsruck. Die rechtspopulistische Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage führt in Umfragen teils deutlich und wird Labour auch unter Burnham vor sich hertreiben. Der Reform-Erfolg bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai war einer der großen Kipppunkte, die zum Scheitern Starmers geführt hatten.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer