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Fahrradmesse Eurobike kämpft ums Überleben 23.06.2026, 13:08 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die internationale Fahrradmesse Eurobike in Frankfurt will sich künftig stärker auf das Fachpublikum konzentrieren. Auf Angebote für Endkunden werde man mit der Neuausrichtung ab dem kommenden Jahr verzichten, kündigte Eurobike-Chef Philipp Ferger kurz vor Eröffnung der 34. Ausgabe der Eurobike (24.-27. September) an. Bei der aktuellen Schau können sich Fahrradfans ab Freitagmittag noch selbst ein Bild über neue Techniken und Angebote machen.

Die Eurobike kämpft ums Überleben: An diesem Montag hatte der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) eine eigene Fahrradmesse angekündigt, die ab Herbst 2027 unter dem Namen "towards tomorrow - European Bike Show" jährlich in Köln über die Bühne gehen soll.

Vorausgegangen war ein Streit um die Konzeption der Frankfurter Veranstaltung, die zuletzt mit sinkenden Zahlen bei Besuchern und Ausstellern zu kämpfen hatte. Der ZIV hat die Zusammenarbeit mit der Eurobike aufgekündigt und wird in seiner Haltung von wichtigen Verbandsmitgliedern wie Bosch oder dem Shimano-Generalvertreter Paul Lange GmbH gestützt. Große internationale Fahrradmarken meiden die Frankfurter Messe schon länger.

Neue Eurobike geht auf Zweijahrestakt

Ferger lehnte es ab, auf die "Störfeuer" explizit zu reagieren. Die Messe trage nun eine große Verantwortung für die Branche und wolle mit ihren Kunden während der Veranstaltung die Zukunft besprechen. Der Geschäftsführer stellte ein neues Konzept für die Zeit ab 2027 vor. Neben einer auf einen Zweijahrestakt wechselnden Business-Messe in Frankfurt sollen regionale Festivals wie die Velo Berlin die Bedürfnisse der Kunden treffen.

Als erster Termin für die auf drei Tage abgespeckte Eurobike steht 1.-3. September 2027 fest. Zudem wird die Ausstellung auf das stadtnähere Areal im Osten des Messegeländes verlegt.

Die 34. Ausgabe der Eurobike ist daher bis einschließlich Samstag eine Übergangsveranstaltung. Auf vier Messetage verkürzt präsentiert sie mit knapp 800 Ausstellern nur gut halb so viele Unternehmen wie im Jahr zuvor. Allein knapp 300 Aussteller kommen aus der Volksrepublik China. Zur Kritik am Messe-Konzept hatte gehört, dass die Eurobike der Konkurrenz aus Asien zu großen Raum einräume und heimische Hersteller nicht ausreichend beim Kampf gegen Plagiate unterstütze.

Handel: Umsatz unter Vorjahr

Grundsätzlich leidet die Fahrradindustrie immer noch unter den Folgen einer globalen Überproduktion nach dem Fahrrad-Boom während der Covid-Pandemie. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut ZIV 3,8 Millionen Räder verkauft und ein Umsatz von 5,85 Milliarden Euro erzielt. Hohe Lagerbestände und eine sinkende Nachfrage zwangen den Handel zu Preisnachlässen insbesondere bei E-Bikes, die gleichwohl für mehr als 80 Prozent der Erlöse stehen.

Zur Messe teilte der Handelsverband Zweirad mit, dass nach dem bisherigen Geschäftsverlauf im aktuellen Jahr ein weiterer Umsatzverlust zu erwarten sei. Steigende Nachfrage sei vor allem bei Werkstattleistungen zu beobachten. Umsatzbringer Nummer eins bleibe aber das E-Bike-Sortiment. Die relativ hohen Überbestände konnten dem Verband zufolge weiter reduziert werden.

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