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Feuer in Umspannwerk - Ermittler gehen von Brandstiftung aus 09.06.2026, 18:04 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nach einem Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen und einem daraus folgenden großflächigen Stromausfall hat sich der Verdacht auf Brandstiftung erhärtet. Davon gehe man inzwischen vor dem Hintergrund der bisherigen vorläufigen Ermittlungsergebnisse aus, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit.

Ein oder mehrere bislang noch unbekannte Täter seien nach derzeitigem Stand auf das Gelände eingedrungen, um dort an mehreren Stellen Brände zu legen. Dabei soll Brandbeschleuniger verwendet worden sein, hieß es. Die Ermittler bitten alle, die in der Nähe des Umspannwerks verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, sich zu melden.

Zehntausende Menschen ohne Strom

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. In der Folge war das Umspannwerk ausgefallen, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren dadurch Zehntausende Menschen über Stunden ohne Strom, auch ein Krankenhaus sowie Industrie- und Gewerbekunden waren betroffen. Der Gesamtschaden zur Reparatur der Anlage dürfte sich früheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren.

Schnell hatten sich Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung verdichtet, nachdem ein mutmaßlicher Brandbeschleuniger gesichert worden war. Drei verschiedenen Brandstellen waren nach Angaben des Netzbetreibers Netze BW gefunden und der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt. Wer hinter der Attacke stehen könnte, ist unklar. Ein Bekennerschreiben hatte es nicht gegeben. Reutlingen hat insgesamt knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb.

Erinnerungen an Berliner Brandanschläge

Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich von Linksextremisten begangene Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem ersten Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden, erst am Nachmittag des 11. September waren alle Haushalte wieder am Netz.

Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden 15 Kabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar, also nach rund 100 Stunden, war die Stromversorgung wieder flächendeckend hergestellt.

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