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Gerresheimer bekommt überraschend neuen Finanzchef - Aktie erholt 29.08.2025, 09:38 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Gerresheimer 27,15 EUR -0,18 % Lang & Schwarz

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der zuletzt schwächelnde Pharmaverpackungshersteller Gerresheimer bekommt überraschend einen neuen Finanzchef. Nach einer langen Durststrecke hoffen Anleger nun auf frischen Schwung beim Unternehmen und damit auch beim schon lange schwachen Aktienkurs. Angesichts des Wechsels müssen die Aktionäre aber erst einmal länger auf ein tiefergreifendes Strategie-Update warten. So wird der für den 15. Oktober geplante Kapitalmarkttag verschoben, wie das im MDax notierte Unternehmen am Freitag mitteilte.

Bernd Metzner, der die Finanzen des Konzerns seit sechs Jahren verantwortet, verlässt das Unternehmen zum 31. August auf eigenen Wunsch, "um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen", wie Gerresheimer in Düsseldorf weiter mitteilte.

Sein Nachfolger wird Wolf Lehmann. Er war den Angaben zufolge zuletzt Operating Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Triton. So habe er als Finanzvorstand den Börsengang des Industrierecyclers Befesa begleitet, einem Triton-Portfoliounternehmen.

Die Aktie reagierte zum Wochenschluss positiv auf die Neuigkeiten. Die Papiere des Verpackungsspezialisten stiegen um eineinhalb Prozent. Im Monatsverlauf waren sie auf einen Tiefststand seit dem Jahr 2014 gefallen. Sie sind 2025 bisher mit einem Minus von fast 40 Prozent der zweitschwächste MDax-Wert.

"Die Veränderung im Management ist lange überfällig", kommentierte Pallav Mittal von der Bank Barclays . Die Unternehmensführung sei "routiniert zu optimistisch" gewesen, habe dann einige Male die Ziele revidieren müssen und dennoch keinen Druck gespürt. Der neue Finanzchef dürfte von den Anlegern daher mit offenen Armen empfangen werden.

Die Geschäfte von Gerresheimer verliefen zuletzt träge, vor allem im Kosmetikgeschäft verzeichnete der Verpackungshersteller eine sich abschwächende Nachfrage. Das Unternehmen musste zweimal seine Prognose für das bis Ende November laufende Geschäftsjahr senken. Auch die mittelfristigen Wachstumsziele kappten die Düsseldorfer im Juli.

Kurz danach platzten dann zuvor gehegte Übernahmeträume. Der Konzern beendete Gespräche mit Finanzinvestoren über ein mögliches Angebot, weil dies nicht im besten Interesse des Unternehmens und seiner Stakeholder sei. Analysten hatten daraufhin eine neue Langfristperspektive gefordert.

Anfang August kündigte Gerresheimer dann den Verkauf des Behälterglas-Geschäfts an, um sich auf Produkte für die Pharma- und Biotechbranche zu konzentrieren./nas/mis/stk

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