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Gerresheimer senkt Ausblick - Geschäftsbelebung erneut überschätzt 09.10.2025, 10:50 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die bereits zweimal gesenkten Jahresziele von Gerresheimer haben sich erneut als viel zu optimistisch herausgestellt. Die Nachfrage von Kosmetikunternehmen nach Tiegeln und Parfüm-Flakons verläuft schleppender als vom Unternehmen erhofft; und auch die Nachfrage von Pharmaunternehmen nach Glas- und Plastikbehältnissen für oral einzunehmende flüssige Medikamente (Oral Liquids) ist niedriger als gedacht. Daher musste Konzernchef Dietmar Siemssen bei den Zielen für das bis Ende November laufende Geschäftsjahr 2024/25 nun erneut zurückrudern. Mit einem Unternehmensumbau will er nun gegensteuern. Die seit Monaten sehr schwache Aktie geriet am Donnerstag massiv unter Druck.

Wegen der teils überraschend schwachen Nachfrage sank der aus eigener Kraft erzielte Umsatz - also ohne Wechselkurseffekte - im dritten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 1,2 Prozent auf 560,7 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern am späten Mittwochabend auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt hatte. Davon blieben 103,4 Millionen Euro als um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) übrig, was einer organischen Marge von 18,8 Prozent entspricht.

Die hohe Nachfrage nach Drug-Delivery-Systemen habe dabei die Marktschwäche bei Verpackungen für Oral Liquids nicht auffangen können, hieß es. Drug Delivery Systeme sind unter anderem Autoinjektoren, Pens und Inhalatoren. Im Schlussquartal soll es dank Produktionsanläufen für Drug-Delivery-Systeme im Vergleich zum dritten Jahresviertel nun zwar besser laufen, für ein Erreichen der Jahresziele ist das aber nicht genug.

Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet Siemssen daher jetzt mit einem Rückgang des aus eigener Kraft erzielten Umsatzes um zwei bis vier Prozent, nachdem er bisher von einer stabil bis leicht positiven Entwicklung ausgegangen war. Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmargen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) soll nun etwa 18,5 bis 19 erreichen statt rund 20 Prozent.

Das Unternehmen kündigte Maßnahmen zur Kostensenkung, Performance-Steigerung und Verbesserung des freien Barmittelzuflusses an. Zudem soll ein "umfassendes Transformationsprogramm" implementiert werden. Dieses beinhalte eine selektivere Investitionsplanung, Maßnahmen zur Steigerung der operativen Entwicklung sowie eine Anpassung des globalen Produktionsnetzwerkes. Zu den Maßnahmen zählt auch der bereits avisierte Verkauf des Behälterglas-Geschäfts, um sich auf Produkte für die Pharma- und Biotechbranche zu konzentrieren.

Analyst Olivier Calvet von der Schweizer Bank UBS geht in einer ersten Reaktion davon aus, dass die Markterwartungen für den Umsatz und das operative Ergebnis (Ebitda) von Gerresheimer nun um bis zu 5 Prozent beziehungsweise 10 Prozent sinken dürften.

Der Kurs der im MDax notierten Aktie brach am Donnerstag denn auch um fast zwölf Prozent auf 32,94 Euro ein. Damit bewegt sich das Papier, das vor gut zwei Jahren noch fast 123 Euro gekostet hatte, auf dem Niveau von 2012.

Der jüngste Erholungsversuch vom Kursrutsch Ende September ist damit auch beendet. Damals hatte die Nachricht belastet, dass Gerresheimer ins Visier der BaFin geraten ist. So hatte die deutsche Finanzaufsicht eine Prüfung des Konzernabschlusses 2023/24 und des Lageberichts eingeleitet. Der Grund: konkrete Hinweise, dass Gerresheimer gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen habe. Der MDax-Konzern sagte seine Kooperation zu, um den Sachverhalt zu klären. Dabei vertritt Gerresheimer die Auffassung, korrekt bilanziert zu haben.

Allein 2025 hat die Gerresheimer Aktie nun mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Neben der trägen Geschäftsentwicklung liegt das auch am Platzen von Übernahmegesprächen mit Finanzinvestoren im Juli./mis/err/stk

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