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Glashersteller Schott im Wandel - 'kein leichtes Jahr' 20.01.2026, 13:15 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

MAINZ (dpa-AFX) - Das Geschäft des Spezialglasherstellers Schott ist aufgrund vieler Einflüsse in einem kräftigen Wandel. Althergebrachte Geschäftsfelder wie Kochfelder aus Glas bereiten Sorgen, neue wachsen und rücken in den Fokus wie spezielles Glas für Datenbrillen oder Produkte für die Halbleiterindustrie.

Bislang sei Schott das einzige Unternehmen weltweit, dass das hochkomplex herzustellende Spezialglas für smarte Brillen, sogenannte Augmented-Reality-Brillen (AR-Brillen), in großem Maßstab produzieren könne, betonte Schott-Vorstandschef Torsten Derr. Man schätze den Wissensvorsprung gegenüber Wettbewerbern etwa aus China auf zwei bis drei Jahre.

Werk in Malaysia gewinnt an Bedeutung

Hergestellt wird das Glas für AR-Brillen in einem Schott-Werk in Malaysia, wo die Kapazitäten nun verdoppelt werden sollen. Die Kombination aus Künstlicher Intelligenz (KI) und AR-Brillen habe das Potenzial, Smartphones in den kommenden zehn Jahren zu disruptieren, sagte Derr, sie also ein Stück weit zu ersetzen. "Wir sehen ganz steile Wachstumsraten."

Weiteres Potenzial sieht Schott in den kommenden Jahren bei Glasleiterplatten für Computerchips. Diese könnten den Energieverbrauch etwa in großen Rechenzentren enorm senken, erklärte Derr. Als weiteren Stabilitätsanker in schwierigen Zeiten nannte Schott das Geschäft mit Glas-Metall-Verbindungen. Bei denen wird Glas genutzt, um Metall hermetisch abzuschließen. Eingesetzt wird das zum Beispiel in Sensoren für Autos, Smartphones oder Airbag-Zündern.

Weniger Gewinn, gesunkenes operatives Ergebnis

Auch beim Geschäft mit Glasfaser-Bündeln erwartet Schott Wachstum. Die kommen etwa in der Medizin zum Einsatz, wenn zum Beispiel bei einer Knie-Endoskopie das Bild aus dem Gelenk nach außen transportiert wird. Auch im militärischen Bereich spielen Glasfaser-Bündel Schott zufolge eine Rolle, etwa in Nachtsichtgeräten.

Neu gesetzte Schwerpunkte sind für Schott verbunden mit Kosten für Investitionen - und das in Zeiten geringerer Nachfrage in anderen Segmenten. Das schlägt sich wiederum in den Zahlen des Ende September beendeten Geschäftsjahrs 2024/25 nieder.

Umfangreiche Wertberichtigungen

Am Ende stand für 2024/25 ein kaum veränderter Umsatz von 2,83 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich um mehr als 40 Prozent auf etwa 230 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 165 Millionen Euro, 46 Prozent weniger als im Vorjahr. "Wir hatten kein leichtes Jahr", sagte Derr.

Als Gründe für den EBIT-Rückgang nannte Schott gestiegene Kosten, fehlende Auslastungen und vor allem umfangreiche Wertberichtigungen in Höhe von 97 Millionen Euro. Das Unternehmen musste die mittelfristigen Prognosen in zwei Bereichen nach unten schreiben: im Geschäft mit Spezialglas- oder Glaskeramikprodukten etwa für die Pharmabranche und im Geschäft mit Glasprodukten für Haushaltsgeräte, etwa Kochfelder aus Glas.

Weniger Neubauten, weniger neue Küchen

Die geringere Nachfrage nach Glasprodukten für Haushaltsgeräte hänge an der weiter schleppenden Baukonjunktur, sagte Finanzchef Marcus Knöbel. Wo weniger gebaut werde, würden auch weniger Küchen eingebaut und damit auch weniger Kochplatten aus Glas. Hinzu kommt Derr zufolge, dass viele Menschen während der Corona-Pandemie in ihre Küche investiert haben, weil sie viel zu Hause waren - viel Geschäft wurde also in dieser Zeit vorweggenommen.

Das Geschäft mit Gläsern für die Pharmabranche hat sich nach Unternehmensangaben abgekühlt, weil der Boom durch die Corona-Pandemie und damit verbundene große Impfkampagnen vorbei sei. Schott verweist auch auf nach wie vor hohe Lagerbestände bei vielen Pharmakonzernen.

Exportmodell unter Druck

Schott-Chef Derr beklagt Belastungen durch hohe Energiekosten in Deutschland oder US-Zölle. Er sprach von einer zunehmenden Fragmentierung der Wirtschaft. Dass immer mehr vor Ort produziert werden müsse, um in anderen Märkten Geschäfte zu machen - sei es in den Vereinigten Staaten, China oder Indien -, mache das klassische Exportmodell schwieriger, nach Westen und nach Osten./chs/DP/tih

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