ROUNDUP/Hausärzte

Krankenkassen sollen bei Verwaltungskosten sparen 20.03.2026, 10:34 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

In der Debatte um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen fordert der Chef des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Einsparungen bei den Kassen selbst. "Die Krankenkassen können ja mal ihre Mitglieder fragen, wofür sie ihre Beiträge lieber zahlen: Dafür, dass sie auch in Zukunft noch eine Hausarztpraxis finden oder dafür, 90 Kassen zu finanzieren", sagte der Bundesvorsitzende des Verbandes, Markus Blumenthal-Beier, der "Rheinischen Post".

"Es wird Zeit, dass die Kassen endlich den Rotstift bei sich selbst ansetzen, statt immer nur bei der Versorgung ihrer Versicherten", argumentierte Blumenthal-Beier. Mittelfristig müssten die Kassen ihre Verwaltungskosten "dringend halbieren".

Auch Sozialverbände zweifeln an hoher Zahl der Kassen

Ähnlich sehen es große Sozialverbände. Die Präsidentin des Verbandes VdK, Verena Bentele sagte der "Rheinischen Post": "Es ist nicht mehr vermittelbar, dass wir uns in Deutschland ein System aus über 90 gesetzlichen Krankenkassen leisten." Diese Kleinteiligkeit schaffe unnötige Doppelstrukturen und binde erhebliche Beitragsmittel in der Verwaltung. Hier gehe es um Milliardenbeträge, die direkt in die Versorgung der Patientinnen und Patienten fließen sollten.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) mahnte ebenfalls, die Verwaltungsstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung sei kritisch zu hinterfragen. Dazu gehöre die Frage, ob eine Vielzahl von Krankenkassen mit eigenen Verwaltungen noch zeitgemäß ist, erklärte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Zugleich betonte sie, unterschiedliche Angebote und Strukturen könnten sinnvoll sein, wenn sie zu besseren Leistungen für Versicherte führen und Effizienz fördern.

Engelmeier sieht aber auch die Politik gefragt. Kostensenkungen bei den Verwaltungen der Kassen allein könnten die finanzielle Schieflage nicht lösen. Dafür brauche es auch einen dynamisierten Bundeszuschuss, eine gerechtere Beteiligung hoher Einkommen und einem fairen Finanzausgleich zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf sieben Prozent.

CSU-Politiker fordert Zusammenschlüsse

Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, riet den Kassen in der "Rheinischen Post", "von sich aus verstärkt Synergien zu suchen, Kooperationen auszubauen und Zusammenschlüsse einzuleiten - bevor der Gesetzgeber handeln muss".

Nach Angaben des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) gibt es derzeit 93 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland. Das sind deutlich weniger als noch vor einigen Jahrzehnten: Im Jahr 1970 etwa lag die Zahl noch bei 1.815. Zur Jahrtausendwende waren es noch 420 gesetzliche Krankenversicherungen.

Ausgaben steigen stärker als Einnahmen

Die gesetzlichen Krankenkassen hatten im vergangenen Jahr nach einer Welle von Beitragserhöhungen zwar einen Überschuss verbucht. Allerdings waren auch ihre Ausgaben stark gestiegen, wie das Bundesgesundheitsministerium kürzlich mitteilte. Nach Angaben von Ministerin Nina Warken (CDU) steigen die Ausgaben seit 2024 wesentlich stärker als die Einnahmen. Kostentreiber sind demnach Klinikbehandlungen, Ausgaben für Arzneimittel und Praxisbehandlungen.

Ein von Warken eingesetztes Experten-Gremium soll bis Ende März Vorschläge zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen vorlegen. Bis zum Jahresende sollen weitergehende Reformvorschläge folgen. Hintergrund ist eine für 2027 erwartete Finanzlücke im zweistelligen Milliardenbereich.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer