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Hugo-Boss-Übernahme durch Frasers scheitert knapp - Modekette reagiert 18.08.2026, 11:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Frasers Group 9,625 EUR +2,39 % Lang & Schwarz
Hugo Boss 37,94 EUR -0,41 % Baader Bank

Die Frasers Group hat in der Nachfrist zum Übernahmeangebot für Hugo Boss DE000A1PHFF7 ihre Anteile weiter aufstocken können. Die vollständige Übernahme des deutschen Modekonzerns ist allerdings knapp gescheitert. Frasers baute die Beteiligung an Hugo Boss laut einer Mitteilung vom Dienstag auf 47,89 Prozent aus. Die Briten versuchen bereits seit Mitte Juni, das Ruder bei den Schwaben zu übernehmen. Die zusätzliche Annahmefrist des freiwilligen öffentlichen Angebots lief bis zum 13. August. Das Management der Modekette bekräftigte am Dienstag seine strategischen Ziele.

Man nehme die Ergebnisse zur Kenntnis, teilte Hugo Boss mit. "Wir begrüßen das anhaltende, langfristige Engagement der Frasers Group für Hugo Boss und setzen auch weiterhin auf eine konstruktive Beziehung zu ihr als unserem größten Einzelaktionär", sagte Aufsichtsratschef Stephan Sturm laut Mitteilung.

Hugo-Boss-Konzernchef Daniel Grieder dankte zudem den Aktionären für "das Vertrauen und die Unterstützung" während der Angebotsphase. Er will die im vergangenen Dezember vorgestellte Strategie für die kommenden Jahre weiter umsetzen.

Grieder versucht momentan, den Konzern umzubauen - zum zweiten Mal, seitdem er 2021 an die Spitze der Modekette gerückt war. Unter anderem werden Filialen geschlossen und das Sortiment gestrafft mit dem Ziel, die finanzielle Lage zu verbessern. Er fokussierte sich auf Digitalisierung, starkes Marketing sowie eine verjüngte Zielgruppe. Der Konzern hat weltweit 20.000 Beschäftigte - davon mehr als 4.400 in Deutschland.

Großaktionär Frasers pocht wiederum bereits seit längerem auf Veränderungen beim Unternehmen. Hugo Boss leidet unter einer anhaltenden Schwäche vor allem im Geschäft mit der Damenbekleidung sowie einer schwachen Nachfrage in China.

Die Frasers Group gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley, wichtigste und bekannteste Marke ist die Einzelhandelskette Sports Direct. Darüber hinaus hält sie zahlreiche Beteiligungen - unter anderem am Onlineshop Asos GB0030927254. Auch in Deutschland sind die Briten keine Unbekannten. So hatten sie Interesse an der Kette Sportscheck, die dann aber nach Italien verkauft wurde. Außerdem wurde im Frühjahr der Einstieg bei Puma bekanntgegeben.

Mitte 2020 war das britische Einzelhandelskonglomerat mit einem kleineren Anteil bei Hugo Boss eingestiegen, den es dann mit der Zeit aufgestockt hatte.

Im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Angebots hatte Frasers zuletzt 38 Euro je Hugo-Boss-Aktie geboten. Mit der Offerte bewertete Frasers das MDax DE0008467416-Unternehmen mit rund 2,7 Milliarden Euro. Am Dienstagvormittag kostete ein Anteilsschein von Hugo Boss zuletzt 37,89 Euro.

Das Management von Hugo Boss hielt die Konditionen der Offerte allerdings für nicht ausreichend. Es hatte den Aktionären empfohlen, das Angebot nicht anzunehmen und mitgeteilt, dass es sich um keine echte Übernahme handele. Vielmehr ziehe Frasers lediglich darauf ab, seinen Anteil zu erhöhen, hieß es seinerzeit.

Zumindest einige Anleger verkauften aber offenbar trotzdem: Die Briten konnte ihren Anteil eigenen Angaben zufolge um rund 17,6 Prozentpunkte ausbauen. Die EU-Kommission hatte der Übernahme zuvor zugestimmt.

Frasers lehnte es laut Bloomberg am Dienstag ab, sich zu seinen Plänen bezüglich Hugo Boss zu äußern. Der Investor hat nun die Möglichkeit, weitere Aktien am Markt zu kaufen und so seinen Anteil auf über 50 Prozent zu erhöhen. Sollten jedoch andere Aktionäre außerhalb des Marktes Anteile zu einem höheren Preis als im Rahmen seines Übernahmeangebots abgeben, müsste Frasers auch den Anlegern, die sein ursprüngliches Angebot angenommen haben, diesen höheren Preis zahlen.

Hugo Boss hatte einst auch schon dem Finanzinvestor Permira gehört. Er war 2007 über den Kauf des italienischen Modeunternehmens Valentino zur Hugo-Boss-Mehrheit gekommen. 2009 hatte der Investor den deutschen Hersteller aus dem italienischen Konzern herausgelöst und in die Holding Red & Black eingebracht. Valentino ging 2012 an einen Investor aus dem Golfstaat Katar. 2011 hatte sich Permira dann erstmals von Anteilen an Hugo Boss getrennt. Weitere Anteilsverkäufe erfolgten in den Folgejahren.

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