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ICE-Beamter schießt in New York auf Mann und verletzt ihn 09.10.2026, 11:19 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE hat bei einem Einsatz in New York auf einen Mann geschossen und ihn verletzt. "Der Mann ist am Leben und befindet sich in einem örtlichen Krankenhaus", schrieb das US-Heimatschutzministerium auf der Plattform X. Der Mann habe bei dem Einsatz festgenommen werden sollen.

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani teilte mit, ersten Berichten zufolge hätten Einsatzkräfte das Auto des Manns umringt, in dem auch ein fünfjähriges Kind war. Dann seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Das Kind blieb nach bisherigem Kenntnisstand körperlich unverletzt.

Der Vorfall trug sich am Nachmittag (Ortszeit) im Stadtteil Marble Hill zu, einem Wohnviertel nahe der Insel Manhattan auf dem Festland der Metropole.

Ministerium spricht von vorbestraftem Schwerverbrecher

Es handele sich bei dem Mann um einen "kriminellen illegalen Ausländer" aus der Dominikanischen Republik, teilte das US-Heimatschutzministerium auf X mit. Er sei wegen schweren Diebstahls vorbestraft und wegen Körperverletzung, Raubes sowie Drogen- und Waffenbesitzes bereits mehrfach festgenommen worden. Zudem soll er demnach in Verbindung mit der Straßengang "Trinitarios" stehen.

Der Mann sei im Dezember 2023 von der New Yorker Polizei festgenommen worden, aber "aufgrund rücksichtsloser Schutz-Politik der Demokraten" wieder entlassen worden, schrieb das Ministerium.

Mamdani will ICE komplett aus der Stadt verbannen

Mamdani nannte den Vorfall "nicht zu rechtfertigen und außerordentlich ernst". Er werde US-Präsident Donald Trump auffordern, alle ICE-Einsätze in der Stadt einzustellen. "Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie ICE-Beamte unsere Gemeinden terrorisieren", schrieb Mamdani in einer Mitteilung, die mit den Worten "Schafft ICE ab" endet.

Auch die demokratische Gouverneurin des Bundesstaats New York, Kathy Hochul, rief nach eigenen Angaben Trump und Heimatschutzminister Markwayne Mullin auf, ICE-Einsätze in New York zu stoppen. Jegliche Videoaufnahmen von den Body-Kameras der beteiligten Einsatzkräfte müssten an die Öffentlichkeit herausgegeben werden, forderte sie.

Trump rühmt sich gerne mit seinem sehr harten Kurs gegen Migranten. Er fordert Massenabschiebungen und setzt dabei vor allem auf die umstrittene Bundesbehörde ICE, deren Beamte Razzien und Festnahmen übernehmen.

Massive Proteste nach tödlichen ICE-Einsätzen

Dabei kam es allein in diesem Jahr in mehreren Bundesstaaten zu tödlichen Vorfällen. Während die Regierung die Einsätze mit dem Schutz der öffentlichen Sicherheit rechtfertigt, werfen Kritiker ICE schwere Menschenrechtsverletzungen bei den Einsätzen vor.

Zu landesweiten Protesten gegen ICE kam es Anfang des Jahres, nachdem Schüsse von Bundesbeamten in Minnesota zwei US-Amerikaner getötet hatten. In beiden Fällen sprach die Regierung davon, dass für die Einsatzkräfte eine Bedrohung vorgelegen habe. Videoaufnahmen und Zeugenberichte ließen daran jedoch erhebliche Zweifel aufkommen.

Den Kampf hat Trump insbesondere den sogenannten Sanctuary Cities (Schutzstädten) angesagt, also zumeist demokratisch regierten US-Städten, die nur eingeschränkt mit den Bundesbehörden kooperieren, um das Einwanderungsgesetz durchzusetzen und Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus tendenziell vor Inhaftierung und Abschiebung zu bewahren. In solchen Kommunen, etwa in Chicago, Los Angeles, Minneapolis und New York, hat Trump ICE verstärkt zum Einsatz gebracht.

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