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Ifo-Institut sieht Atempause für deutsche Wirtschaft 18.06.2026, 13:49 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der gebeutelten deutschen Wirtschaft steht nach der neuen Konjunkturprognose des Ifo-Instituts dank hoher Staatsausgaben und des erhofften Kriegsendes im Iran eine Atempause bevor. Bis Ende des Jahrzehnts jedoch droht demnach ein neuerlicher Sturz in die Stagnation, sofern die Bundesregierung keine Reformen einleitet. Für dieses Jahr haben die Münchner Ökonomen ihre Wachstumsprognose auf 0,8 Prozent leicht angehoben. Auch im kommenden Jahr könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt demnach um 0,8 Prozent zulegen.

Die Nachwirkungen des kriegsbedingten Energiepreisschocks jedoch werden sowohl laut Bundesbank als auch laut Ifo noch länger zu spüren sein: Die Bundesbank rechnet für die nächsten Monate mit einem Anstieg der Inflation auf über drei Prozent. Das Ifo-Institut rechnet für das Gesamtjahr mit einer Teuerung um 2,9 Prozent, und erwartet auch im nächsten Jahr noch vergleichsweise hohe 2,7 Prozent.

Ifo-Chef Fuest: Bei anhaltend hohen Staatsausgaben massive Steuer- und Abgabenerhöhungen zwangsläufig

Zu einem beträchtlichen Teil ist das erwartete Wachstum in diesem und im kommenden Jahr auf die schuldenfinanzierten hohen Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung zurückzuführen, wie Ifo-Experte Timo Wollmershäuser sagte. "Dieser fiskalische Schub hat jedoch seinen Preis." Das Institut erwartet einen Anstieg der Staatsschuldenquote von derzeit gut 63 auf 68 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte: "Und wenn nichts passiert, wird das in den nächsten Jahren so weitergehen. Und das heißt zwingend, dass auch Steuern und Abgaben massiv steigen werden." Das wiederum werde das Wirtschaftswachstum reduzieren.

Mittelfristige Aussichten düster

"Wir haben also derzeit steigende Staatsausgaben, eine stagnierende Wirtschaftsleistung und sinkende private Investitionen." Dementsprechend gehen die beiden Wissenschaftler davon aus, dass das Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft bis Ende des Jahrzehnts auf "historisch niedrige 0,1 Prozent" sinken wird, sagte Wollmershäuser. Bundesbank: Ende des Tankrabatts wird Energie wieder verteuern

Obwohl im Persischen Golf das Kriegsende mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens durch die USA und den Iran in greifbare Nähe gerückt ist, wird die Inflationsrate in Deutschland nach Einschätzung der Bundesbank nicht schlagartig zurückgehen. "Nach dem Auslaufen des befristeten Tankrabatts dürfte die Energieteuerung zunächst wieder höher ausfallen", heißt es im Monatsbericht für den Juni.

Dominoeffekt auch bei Lebensmittelpreisen

"Bei Gas dürften die höheren Großhandelspreise wegen längerfristiger Beschaffungs- und Vertragsstrukturen erst mit Verzögerung bei den privaten Haushalten ankommen", schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht. Auch Nahrungsmittel könnten teurer werden, weil Erzeuger höhere Energiekosten auf die Preise aufschlagen. Die seit 1. Mai geltende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter läuft Ende Juni aus.

Ifo-Konjunkturforscher Wollmershäuser sieht jedoch zumindest die Möglichkeit, dass die Energiepreise auch schneller wieder sinken könnten. "Die Märkte gehen jetzt davon aus, dass wir im nächsten Jahr fast schon wieder dort sind, wo wir eigentlich vor Ausbruch des Krieges waren", sagte der Ökonom mit Blick auf die Preisentwicklung der vergangenen Tage. "Wenn das tatsächlich so kommen sollte, dann denke ich mal, wird die Inflationsrate auch relativ schnell wieder zurückgehen."

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