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Immer neue Angriffe - Waffenruhe im Libanon vor dem Kollaps? 02.05.2026, 17:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Gut drei Wochen nach Vereinbarung einer Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz nehmen die Kämpfe wieder deutlich zu. Bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon wurden nach libanesischen Angaben fünf Menschen getötet. Bereits am Freitag waren bei Angriffen im Südlibanon zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die USA setzen sich für neue direkte Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon ein, mit dem Ziel einer dauerhaften Beilegung der Feindseligkeiten.

Eine israelische Drohne habe ein Auto angegriffen, das in der Nähe der Stadt Nabatieh unterwegs gewesen sei, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Dabei seien zwei Insassen getötet worden. Bei einem Angriff auf ein Haus in Iklim al-Tuffah seien am frühen Morgen drei weitere Menschen ums Leben gekommen. Der Ort gilt als Hochburg der mit Israel verfeindeten proiranischen Hisbollah-Miliz.

Israels Militär: Rund 50 Angriffe binnen 24 Stunden

Die israelische Armee teilte in einem Post auf der Plattform X mit, binnen 24 Stunden sei es zu rund 50 Angriffen im Südlibanon gekommen. Das Militär zerstöre weiterhin "Terror-Infrastruktur" in dem nördlichen Nachbarland und töte dort Terroristen, hieß es in dem Post.

Es handele sich unter anderem um Gebäude, die Mitglieder der libanesischen Hisbollah-Miliz für Angriffe auf Soldaten genutzt hätten. Im Südlibanon seien israelische Soldaten von der Hisbollah mit mehreren Raketen angegriffen worden. Es kommt auch immer wieder zu Drohnenangriffen der Hisbollah auf Orte im Norden Israels.

Brüchige Waffenruhe und wiederkehrende Eskalation

Obwohl offiziell eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel gilt, kommt es weiterhin täglich zu gegenseitigen Angriffen. Seit Anfang März hatte sich der Konflikt im Zuge der regionalen Eskalation erneut deutlich verschärft, nachdem Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden waren. Israel reagierte darauf mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Südlibanon, begleitet von schweren Gefechten im Grenzgebiet.

Mehr als 2.600 Menschen wurden nach libanesischen Angaben seit Anfang März getötet und mehr als eine Million vertrieben. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei.

USA dringen auf neue direkte Gespräche

Angesichts der brüchigen Waffenruhe, die offiziell noch bis Mitte Mai gilt, drängen die USA auf direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auf höchster Ebene. Die Waffenruhe war vor rund drei Wochen nach Gesprächen von US-Präsident Donald Trump mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet worden.

Die US-Botschaft in Beirut sprach sich für ein Treffen zwischen Aoun und Netanjahu aus, um Garantien für Souveränität, sichere Grenzen, humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau zu erreichen - abgesichert durch die USA. Aoun lehnt ein solches Treffen laut libanesischen Medien derzeit während der anhaltenden Kämpfe ab und stellt es erst nach erfolgreichen Verhandlungen in Aussicht.

Bei einem Treffen Aouns mit US-Botschafter Michel Issa am Freitag ging es laut Präsidialamt um die Stabilisierung der Waffenruhe und mögliche weitere Gespräche in Washington zur Grenzsicherheit. In ersten direkten Gesprächen dort hatte Israel die vollständige Entwaffnung der Hisbollah gefordert, während der Libanon einen vollständigen israelischen Abzug verlangte. Die Entwaffnung der Hisbollah, die laut Vereinbarung von 2024 vorgesehen war, ist bislang nicht umgesetzt worden.

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