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Iran droht bei neuen Angriffen mit Vergeltung 30.04.2026, 14:54 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der Iran droht angesichts von US-Überlegungen für neue Militärschläge mit Vergeltung. In einer seiner seltenen Äußerungen ließ der oberste Führer Modschtaba Chamenei erklären, der Iran werde seine Atom- und Raketenkapazitäten zu schützen wissen. "Neunzig Millionen iranische Bürger im In- und Ausland betrachten alle Atom- und Raketenfähigkeiten als nationales Gut und werden sie wie ihre See-, Land- und Luftgrenzen verteidigen", hieß es in einer Rede, die im staatlichen Fernsehen in Teheran verlesen wurde.

Zugleich wurden erneut Drohungen gegen die Präsenz der US-Streitkräfte am Persischen Golf ausgesprochen. "Außenstehende, die aus Tausenden Kilometern Entfernung kommen und dort Unruhe stiften, haben keinen Platz unter uns - außer auf dem Grund seiner Gewässer", hieß es.

Seit seiner Ernennung zum obersten Führer des Irans ist Modschtaba Chamenei nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Laut Aussage der US-Regierung ist er verletzt. Nähere Informationen gibt es bislang nicht.

Iranische Marine droht wegen US-Seeblockade

Auch die iranische Marine drohte den US-Truppen wegen deren Seeblockade gegen den Iran. Der Iran habe die Straße von Hormus geschlossen, zitierte der iranische Fernsehsender Press TV den Marine-Chef Scharam Irani. "Sollten sie sich weiter nähern, werden wir unverzüglich operative Maßnahmen ergreifen", sagte er über die US-Marine. Diese hindert Schiffe derzeit daran, iranische Häfen anzusteuern oder aus ihnen auszulaufen.

Das iranische Militär werde den Feind bald mit einer Waffe angreifen, "vor der er große Angst hat", kündigte Irani an. Um welche Art von Waffe es sich dabei handeln soll, sagte er nicht. Bislang haben die Vereinigten Staaten mit ihrer Blockade nach eigenen Angaben 42 Schiffe gestoppt und den Iran um etwa sechs Milliarden US-Dollar Einnahmen aus dem Ölexport gebracht.

Medien: Trump lässt sich mögliche Militärschläge informieren

Derzeit gilt zwischen dem Iran und den USA eine Waffenruhe. Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts stocken aber. US-Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch, es habe zwar Fortschritte gegeben, ein Durchbruch sei aber bisher nicht erreicht. Eine Einigung werde es nur geben, wenn Teheran vollständig auf Atomwaffen verzichte.

Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtete, dass Trump am Donnerstag vom Militär über neue militärische Optionen gegen den Iran informiert werden solle. Dieses Briefing signalisiert "Axios" zufolge, dass der Präsident darüber nachdenke, wieder größere Kampfeinsätze aufzunehmen - entweder um die festgefahrenen Verhandlungen zu durchbrechen oder um der Islamischen Republik einen letzten Schlag zu versetzen, bevor der Krieg beendet werde. Wahrscheinlich würden die Ziele auch zivile Infrastruktur umfassen, hieß es.

Experte warnt vor neuen US-Angriffen

Angesichts dieses Berichts warnte ein Experte vor zu großen Erwartungen und wachsender Instabilität. "Es gibt keine schnelle militärische Lösung für das Iran-Problem", schrieb Danny Citrinowicz, einer der führenden Iran-Kenner, auf der Plattform X. Washington suche vermutlich nach einem entscheidenden Schlag, der den Iran zur Kapitulation zwingen solle. "Das wird nicht funktionieren." Was 40 Tage andauernde Angriffe nicht erreicht hätten, werde sich nicht plötzlich durch Angriffe in der Straße von Hormus, durch Attentate auf hochrangige Persönlichkeiten oder gar durch Angriffe auf zivile Infrastruktur vollbringen lassen.

Rohölpreis auf höchstem Stand seit vier Jahren

In dieser unsicheren Lage stieg der Preis für Öl der Nordseesorte Brent am Donnerstag auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Ein Barrel (159 Liter) mit Lieferung zum Juni kostete 126,41 US-Dollar und damit sieben Prozent mehr als am Vortag. So teuer war Brent zuletzt Anfang 2022. Am Nachmittag fiel der Preis wieder leicht. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich Öl der weltweiten Referenzsorte Brent um etwas mehr als 70 Prozent verteuert. Auch andere Ölpreise wie der für die US-Sorte WTI legten ähnlich zu.

US-Flugzeugträger soll aus dem Nahen Osten abziehen

Der größte Flugzeugträger der US-Marine, die "USS Gerald R. Ford", soll Medienberichten zufolge bald den Nahen Osten verlassen. In den kommenden Tagen werde er in Richtung USA aufbrechen, berichtete unter anderem die "Washington Post" unter Berufung auf mehrere US-Beamte. Der monatelange Einsatz auf See habe seine Spuren hinterlassen - zurück im Hafen werde das Schiff voraussichtlich umfangreiche Reparaturen und Wartungsarbeiten durchlaufen, schrieb die Zeitung.

Die USA hatten ihre Militärpräsenz in der Region erst jüngst mit dem Flugzeugträger "USS George H.W. Bush" aufgestockt. Erstmals seit 2003 seien damit drei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten im Einsatz, hieß es vergangene Woche vom zuständigen US-Regionalkommando (Centcom).

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