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Iran-Krieg lässt deutsche Inflation hochschnellen 30.03.2026, 14:18 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der Iran-Krieg mit dem Ölpreisschock hat die Verbraucherpreise in Deutschland auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren getrieben. Im März lag die Inflationsrate bei 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Daten mitteilte. Das ist der höchste Stand der Teuerung seit Januar 2024, als 2,9 Prozent gemessen wurden. Im Februar hatte die Inflationsrate noch 1,9 Prozent betragen.

Besonders stark verteuerte sich im März Energie: Hier zogen die Preise nach Angaben der Statistiker um 7,2 Prozent zum Vorjahresmonat an. Das ist der erste Anstieg bei Energie seit Dezember 2023. Bei Dienstleistungen, zu denen etwa Restaurantbesuche und Reisen zählen, stiegen die Preise um 3,2 Prozent. Lebensmittel waren 0,9 Prozent teuer als ein Jahr zuvor. Gemessen am Vormonat Februar stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 1,1 Prozent.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt: "Der Anstieg der Inflation im März ist erst der Anfang. Die höheren Energiekosten werden sich in den kommenden Monaten durch die Wertschöpfungsketten fressen, sofern der Krieg nicht rasch endet."

Ölpreisschock könnte für noch größere Ausschläge sorgen

Vor dem Iran-Krieg rechneten Ökonomen damit, dass die Teuerung in Deutschland dieses Jahr knapp über der Marke von zwei Prozent liegen werde. Das scheint nun bereits nach dem ersten Kriegsmonat Makulatur. Die Deutsche Bank etwa erwartet, dass die Inflation im Jahresschnitt auf 2,7 Prozent klettert.

Kurzfristig könnte der Ölpreisschock sogar für noch größere Ausschläge sorgen: Die Bundesbank warnte kürzlich, die Inflationsrate dürfte "in nächster Zeit deutlich in Richtung 3 Prozent ansteigen". Eine langanhaltende Sperrung der Straße von Hormus könne die Energieversorgung belasten und die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum deutlich erhöhen.

Steigen die Lebensmittelpreise?

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Öl- und Gaspreise stark nach oben getrieben. Denn der Iran hat die Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs transportiert wird, faktisch geschlossen. Der Preis für ein Fass Brent-Rohöl hält sich hartnäckig über der Marke von 100 Dollar. Hoffnungen, dass der Krieg schnell vorbei sein könnte, haben sich zerschlagen, dafür wachsen die Sorgen um die deutsche Wirtschaft.

Die Folgen der Kämpfe im Nahen Osten treffen Autofahrer an den Tankstellen hierzulande, Preise von mehr als zwei Euro je Liter Benzin oder Diesel sind zu zahlen. Auch Gas und Strom haben für Neukunden deutlich verteuert.

Aus Sicht von Ökonomen besteht die Gefahr, dass sich der Energiepreisschock in der Breite der Wirtschaft niederschlägt. So könnten steigende Produktions- und Transportkosten die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen steigen lassen. Auch am Bau werden Kostensteigerungen erwartet und gestiegene Düngemittelpreise belasten Bauern.

Wegen des Iran-Kriegs wollen deutlich mehr Unternehmen in Deutschland ihre Preise erhöhen, zeigten bereits neue Ifo-Daten. Der Indikator des Münchner Instituts stieg um fünf Punkte auf den höchsten Wert seit März 2023. "Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. "Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter."

Erinnerungen an Preiswelle mit Ukraine-Krieg noch frisch

Bei Verbraucher schürt der Iran-Krieg die Sorge vor einer neuen Preiswelle. Neun von zehn Menschen in Deutschland rechnen mit steigenden Lebenshaltungskosten in den kommenden Monaten, zeigte zuletzt eine repräsentative Yougov-Umfrage im Auftrag der Postbank.

Schon im Ukraine-Krieg 2022 hatte die damalige Energiekrise für einen Preisschub im großen Stil gesorgt. Die Inflation kletterte 2022 auf 6,9 Prozent und lag 2023 noch bei 5,9 Prozent. Das kostete die Verbraucher über Jahre Kaufkraft, denn viele Preise haben sich dauerhaft erhöht. Lebensmittel etwa haben sich nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zwischen 2021 und 2025 um fast ein Drittel (32 Prozent) verteuert.

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