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Israel und Iran greifen weiter an - neuer Führer in Teheran 09.03.2026, 15:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

TEHERAN/TEL AVIV (dpa-AFX) - Nach der Ernennung von Modschtaba Chamenei zum neuen obersten Führer im Iran geht der Krieg zwischen der Islamischen Republik und Israel mit unverminderter Härte weiter. Mit Spannung wurde auf den ersten öffentlichen Auftritt des Sohns von Ajatollah Ali Chamenei gewartet, der zu Beginn des Iran-Kriegs bei einem Bombenangriff getötet wurde. Israel und auch US-Präsident Donald Trump haben dem 56-jährigen neuen Staatschef bereits gedroht, auch er sei seines Lebens nicht sicher. Aus dem Kreml in Moskau kamen dagegen Glückwünsche.

Modschtaba Chamenei wurde durch den sogenannten Expertenrat ernannt, dem wichtigsten religiösen Gremium. Wo Chamenei politisch genau steht, ist weitgehend unklar. Er soll beste Verbindungen zu den Revolutionsgarden haben und dürfte den konfrontativen Kurs seines getöteten Vaters fortsetzen, der über Jahrzehnte gegen Israel und die USA gehetzt und jede Opposition im Land unterdrückt hat. Wann und wie sich Modschtaba Chamenei angesichts der Drohungen gegen ihn öffentlich äußern will, war unklar.

Wieder Raketeneinschläge in Israel

Mehr als eine Woche nach Kriegsbeginn gingen die Angriffe im Iran wie auch Teherans Gegenschläge weiter. Bei einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel wurden nach Angaben von Sanitätern zwei Menschen auf einer Baustelle getötet. Es habe auch an anderen Orten im Großraum Tel Aviv Einschläge gegeben. Israel warf dem Iran vor, bei seinen Angriffen erneut Streumunition einzusetzen. Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist.

Die iranische Hauptstadt Teheran wurde ebenfalls erneut Ziel einer Angriffswelle. Über der Metropole waren nach Angaben von Augenzeugen Kampfjets zu hören. Explosionen erschütterten die Stadt, wie Bewohner berichteten. In der Großstadt Karadsch, einem Vorort im Westen von Teheran, wurde Augenzeugen zufolge ein Regierungsquartier mit Polizeistationen, Justizgebäuden und Teilen der Stadtverwaltung bombardiert.

Angriffswelle gegen iranische Führung

Die israelische Armee teilte mit, sie habe eine großangelegte Angriffswelle gegen Infrastruktur der iranischen Führung in den Städten Teheran und Isfahan sowie im Süden des Landes begonnen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Infolge der israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran haben die Behörden seit Kriegsbeginn mindestens 1.200 Tote gemeldet.

Das israelische Militär setzte zudem seine Angriffe auf die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon fort. Seit dem Morgen waren Augenzeugenberichten zufolge mindestens 11 Angriffe in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut zu hören.

Neue Angriffe auch in Golfstaaten

Ebenso gingen die iranischen Angriffe in den Golfstaaten weiter. Katars Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe mehrere Raketen abgefangen. Die Vereinigten Arabischen Emirate teilten mit, ihre Luftabwehr habe zwölf weitere Raketen abgefangen, drei seien zudem im Wasser niedergegangen. Die Emirate sind bisher besonders stark unter Beschuss. Dort wurden bisher vier Menschen bei Angriffen getötet, mehr als 110 wurden verletzt.

Vonseiten der iranischen Revolutionsgarden hieß es, es laufe bereits die 31. Welle an Raketen gegen Ziele in Israel und gegen US-Stellungen in der Region.

Rakete über Türkei abgefangen

Nach Angaben der Türkei wurde erneut eine aus dem Iran abgefeuertes Rakete von einem Nato-Abwehrsystem im türkischen Luftraum abgefangen. Einige Trümmer seien auf freies Gelände in Gaziantep im Süden nahe der Grenze zu Syrien gefallen, teilte das Verteidigungsministerium auf X mit.

Das Welternährungsprogramm (WFP) warnte unterdessen vor weitreichenden Folgen der Eskalation im Iran-Krieg für die Ernährungssicherheit in der Region und darüber hinaus. Infolge des Konflikts steigende Lebensmittel- und Treibstoffpreise könnten den Hunger unter besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen weiter verschärfen, teilte die UN-Organisation in einem jüngsten Bericht mit.

Ölpreis geht durch die Decke

Die Ölpreise setzten ihren Höhenflug wegen der sich verschärfenden Lage im Nahen Osten fort. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar.

Führende westliche Industriestaaten (G7) wollten einem Zeitungsbericht zufolge im Verlauf dieses Tages über eine mögliche Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten. Ziel der Dringlichkeitssitzung sei es, den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten rasanten Ölpreisanstieg abzufedern, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf G7-Vertreter.

Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus kam durch den Krieg faktisch zum Erliegen. Die Angst vor einer längeren Sperrung der Schifffahrtsstraße bleibt ein bestimmendes Thema./evs/DP/stw

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