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Kündigungen trüben Ausblick von 1&1 - United Internet leidet mit 26.03.2025, 10:39 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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1&1 24,63 EUR -1,79 % Lang & Schwarz

MONTABAUR (dpa-AFX) - Eine schleppende Entwicklung der Tochter 1&1 dürfte im laufenden Jahr die Geschäftserholung von United Internet bremsen. 1&1 bekommt weiterhin den Umzug der Mobilfunk-Kunden auf das neue Netz zu spüren. Das Unternehmen muss dabei immer noch eine erhöhte Zahl von Kündigungen hinnehmen, wie es am Dienstagabend mitteilte. Im Fokus steht zudem der Aufbau des eigenen 1&1-Mobilfunknetzes. Die Aktien von United Internet und deren Tochter gerieten am Mittwochvormittag an der Börse unter Druck.

1&1 avisiert für 2025 einen stabilen Vertragsbestand sowie einen Service-Umsatz auf dem Vorjahresniveau von rund 3,3 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte indes um rund 3,4 Prozent auf etwa 571 Millionen Euro sinken. Schon 2024 war er um knapp 10 Prozent auf 591 Millionen Euro zurückgegangen.

Da hatte 1&1 einen tagelangen Ausfall seines Netzes und die verzögerte Umstellung vieler Kunden auf das Vodafone-Netz zu spüren bekommen. Hintergrund der Verzögerungen war ein fehlerhaftes Update. Dafür will 1&1 von seinem Geschäftspartner entschädigt werden. Branchenkreisen zufolge handelt es sich dabei um einen japanischen Konzern.

Der für 2025 erwartete weitere Rückgang des operativen Gewinns hängt auch mit dem fortlaufenden Wechsel ins Netz des Partners Vodafone zusammen. Anders als der Vertrag mit dem alten Partner Telefonica (O2) sehe die Roaming-Vereinbarung mit dem britischen Mobilfunker keine Einmalzahlungen alle fünf Jahre vor, die dann abgeschrieben werden müssten. Vielmehr werde die Nutzung des Vodafone-Netzes direkt in den Vorleistungskosten erfasst. Zudem veranschlagt 1&1 Aufwendungen von rund 100 Millionen Euro für die Umstellung der Kunden sowie für Netzvorleistungen, die nach Abschluss ab 2026 entfallen werden.

Analyst Andrew Lee von der Investmentbank Goldman Sachs monierte zwar den unerwartet schlechten Ausblick. Die mittlere Markterwartung sei jedoch nach der Veröffentlichung der schwachen Eckdaten für 2024 Mitte Februar noch nicht angepasst worden. Daher liege der kommunizierte Ausblick nicht so deutlich unter den Schätzungen, wie es auf den ersten Blick erscheine.

Die 1&1-Aktie büßte am Mittwochvormittag knapp vier Prozent auf 13,94 Euro ein. Nach einer deutlichen Erholung bis auf fast 15,40 Euro in der Vorwoche verloren ihr Kurs damit weiteren Boden und fiel auch unter die 21-Tage-Durchschnitts-Linie. Dieser Indikator für den kurzfristigen Trend ist aber weiterhin leicht aufwärts gerichtet. Bei den Anteilsscheinen von United Internet fiel das Minus mit 0,9 Prozent nicht ganz so deutlich aus. Hier stand Branchenkennern zufolge ein etwas enttäuschender Geschäftsausblick einer positiven Dividendenüberraschung gegenüber.

United Internet will derweil Umsatz und operatives Ergebnis 2025 steigern. Ohne die Berücksichtigung des zum Verkauf stehenden Geschäftsfelds Energy soll der Umsatz laut Mitteilung vom Dienstagabend weiter leicht wachsen, und zwar von 6,3 auf rund 6,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll nach einer bereits bekannten Stagnation im vergangenen Jahr auf rund 1,35 Milliarden Euro zulegen. Darin enthalten sei eine Belastung von rund 20 Millionen aufgrund des Wechsels von Telefonica zu Vodafone bei 1&1.

Derweil will United Internet für das abgelaufene Jahr eine reguläre Dividende von 40 Cent je Aktie ausschütten. Hinzukomme eine einmalige Zahlung von 1,50 Euro je Anteilsschein zum Ausgleich für die geschmälerten Ausschüttungen der Jahre 2018 bis 2023, hieß es. Der Konzern begründete dies mit einer Entscheidung der Bundesnetzagentur, durch die sich ein Kauf von Mobilfunkfrequenzen durch die Tochter 1&1 um mehrere Jahre verschiebe.

So will die Regulierungsbehörde mit einer am Montag bekannt gegebenen Entscheidung den Ausbau der Handynetze ankurbeln: Die Vorschriften für den Netzausbau wurden verschärft - mit Blick auf die Abdeckung der Fläche der Bundesrepublik mit schnellem mobilen Internet. Zugleich verzichtet die Bundesnetzagentur auf die eigentlich für den Bund sehr lukrative Auktion von Frequenzen. Stattdessen werden Nutzungsrechte für Frequenzen um fünf Jahre verlängert.

Der Neueinsteiger 1&1 hatte 2019 erstmals eigene Frequenzen ersteigert und wollte sich am Auktionstisch weitere Frequenzen sichern. Die Verlängerung der Nutzungsrechte ist für das Unternehmen aus Montabaur eine schlechte Nachricht - denn es bleibt damit erst einmal außen vor. Mit speziellen Regeln soll der daraus entstehende Nachteil aber minimiert werden.

Für Analyst Andrew Lee von Goldman Sachs bleibt allerdings auch der Verzicht von 1&1 auf den teuren Aufbau eines eigenen Netzes ein mögliches Szenario. Daraus würde sich ein erhebliches Kurspotenzial ergeben./mis/men

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