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Mehr Aufträge für Bauwirtschaft 25.02.2026, 10:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

WIESBADEN (dpa-AFX) - Nach jahrelanger Flaute laufen die Geschäfte am Bau wieder besser. Öffentliche Großaufträge in der Infrastruktur und ein allmählich anziehender Wohnungsbau haben den preisbereinigten Wert der Auftragseingänge im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent steigen lassen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Einschließlich der Preiserhöhungen erhöhten sich die Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 10,1 Prozent.

Der Wohnungsbau startete 2025 von einem sehr niedrigen Niveau und legte mit einem realen Zuwachs um 10,1 Prozent im Verhältnis am stärksten zu. Im Tiefbau wuchsen die Order preisbereinigt um 6,2 Prozent auf einen neuen Höchststand. Hier spielten Großaufträge zur Sanierung von Bahnstrecken sowie weitere Infrastrukturaufträge eine wichtige Rolle.

Tiefbau steigert Umsätze

Die größeren Baubetriebe mit mindestens 20 Beschäftigten setzten im vergangenen Jahr 120,5 Milliarden Euro um - eine Steigerung um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch preisbereinigt kletterten erstmals seit 2020 die Erlöse in der Jahresfrist wieder um 2,4 Prozent. Diese Ausweitung des Volumens ging aber allein auf den Tiefbau zurück. Im Hochbau ging der reale Jahresumsatz noch einmal um 0,8 Prozent zurück.

Einschließlich der kleineren Betriebe gehen die Verbände der Bauindustrie und des Gewerbes davon aus, dass der Umsatz preisbereinigt um 2,5 Prozent gestiegen ist auf rund 172 Milliarden Euro. Die Branche habe sich trotz vieler Hindernisse als Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft behauptet, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Baugewerbe, Felix Pakleppa. Die Unternehmen haben laut Bauindustrieverband 2025 wieder 0,7 Prozent mehr Leute beschäftigt als im Jahr zuvor und wollen diesen Trend auch im laufenden Jahr fortsetzen.

Branche sieht Trendwende

In diesem Jahr erwartet die Bauwirtschaft eine Trendwende. Die Branche profitiert von stabilen Zinsen sowie den geplanten Milliardenausgaben des Bundes für Straßen und Schienen. Im Wohnungsbau sei der Tiefpunkt der Nachfrage durchschritten.

Die Baubranche war nach einem starken Anstieg der Zinsen und Baukosten infolge des Ukraine-Kriegs in die Krise gerutscht. Private Bauherren konnten sich die eigenen vier Wände nicht mehr leisten, Profi-Investoren legten Pläne auf Eis. Mit dem Wohnungsmangel steigt der Druck auf die Mieten gerade in den Ballungsräumen.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet wieder bessere Zeiten am Bau. Das Institut schätzt, dass das Bauvolumen in Deutschland 2026 nach fünf Jahren erstmals wieder preisbereinigt wächst./ceb/DP/mis

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