Die Energie-Wende eskaliert:
Lithium zieht an, und American Critical sitzt genau darauf
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ROUNDUP/Mit Sonnenbrille und Sturmgewehr

Trump droht dem Iran 29.04.2026, 15:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Inmitten der stockenden Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump martialisch den Druck erhöht. Der 79-Jährige postete auf seiner Plattform Truth Social ein KI-Bild von sich im schwarzen Anzug, mit Sonnenbrille und Sturmgewehr. Im Hintergrund sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft mit Militärbasen zu sehen. In Versalien steht über dem Bild: "No more Mr. Nice Guy" - in etwa: "Jetzt ist Schluss mit lustig".

In den vergangenen Tagen waren nur wenige Informationen über Verhandlungen und Vermittlungsversuche zwischen dem Iran und die USA an die Öffentlichkeit gelangt. Weiterhin gilt eine Waffenruhe. In der Straße von Hormus belastet eine Art Pattsituation der Kriegsparteien die Weltwirtschaft: Der Iran blockiert die Meerenge weitestgehend, die USA reagieren darauf mit einer Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

In den USA berichtete das "Wall Street Journal", dass Trump seine Mitarbeiter angewiesen haben soll, eine längere Blockade der Straße von Hormus vorzubereiten. Die Zeitung beruft sich auf nicht näher genannte Regierungsquellen. Ziel soll demnach sein, den Iran wirtschaftlich unter Druck zu setzen, was der US-Präsident erneuten Angriffen vorziehen soll.

"Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe", schrieb Trump auf Truth Social. Die bedeutendsten Forderungen der USA sind die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und der iranische Verzicht auf Atomwaffen. "Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließt. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!", schrieb Trump - ohne Details über mögliche Konsequenzen aufzuführen.

Trumps Attacke gegen Merz

Wenige Stunden zuvor hatte der US-Präsident Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit einem Beitrag abgekanzelt. "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb Trump am Dienstagnachmittag (Ortszeit), als die Weltpresse davon ausging, dass er die Rede des britischen Königs Charles III. im US-Kongress verfolge. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!", meinte Trump.

Merz hatte der US-Regierung zuvor vorgeworfen, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. In Berlin sagte der Bundeskanzler am Mittag, sein persönliches Verhältnis zum US-Präsidenten sei jedenfalls aus seiner Sicht unverändert gut. Trump hatte in den vergangenen Wochen auch schon andere europäische Regierungen und Staatschefs scharf kritisiert.

Dagegen zog der US-Präsident den britischen König auf seine Seite. Beim Staatsbankett zu Ehren des Königspaars in Washington sagte Trump über den Iran: "Wir haben einen bestimmten Gegner militärisch besiegt und wir werden diesen Gegner niemals - Charles stimmt mit mir darin überein, sogar mehr als ich selbst - wir werden diesen Gegner niemals eine Atomwaffe erlangen lassen."

Mitarbeiter des Königshauses seien zusammengezuckt bei den Worten des Republikaners, berichteten britische Medien. Zu den ehernen Gesetzen des Königshauses gehört, dass der Monarch seine Meinung in politischen Fragen nie äußert. Trump schien das nicht zu stören.

Trump und die Drohungen im Internet

Die Äußerungen des US-Präsidenten in diesem Konflikt über seine Plattform haben mittlerweile Methode. Konkrete Ankündigungen wie etwa zum Zeitraum der Waffenruhe hatten dabei immer wieder messbare Auswirkungen auf die Energiepreise. Verglichen mit vorherigen Drohungen, wie etwa den Iran in die Hölle zu schicken, war der Beitrag am Mittwochmorgen (Ortszeit) mit Trump als Hollywood-Actionhelden relativ harmlos.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni zog am Mittwoch um 3,57 Prozent auf 115,23 US-Dollar an. Auch am Vortag hatten die Preise deutlich zugelegt. "Wenn die Straße von Hormus nicht rasch wieder vollständig geöffnet wird, hat diese Krise das Potenzial, die größte Energiekrise überhaupt zu werden", sagte der Präsident der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis, in Athen. Die Ausfälle bei Öl und Gas könnten größer sein als in früheren Krisen etwa in den 1970er Jahren oder nach Beginn des Ukraine-Kriegs.

Wegen der deutlichen Auswirkungen auch auf Privathaushalte in den USA steigt der Druck auf den US-Präsidenten, eine tragfähige wie gesichtswahrende Lösung zu präsentieren, stetig. Der Benzinpreis in den Vereinigten Staaten stieg zur Wochenmitte auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn. Für eine Gallone (3,785 Liter) Benzin mussten Amerikaner am Dienstag im Schnitt 4,18 US-Dollar (3,57 Euro) zahlen. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress ist er davon allerdings weit entfernt.

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