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ROUNDUP/NRW-Minister

Ziel der Bahnsanierung in Wuppertal nicht erreicht 15.07.2026, 16:47 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nach den weiterhin massiven Problemen auf der generalsanierten Bahnstrecke zwischen Köln, Wuppertal und Hagen fordert NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) Konsequenzen. Dass nach der gut fünfmonatigen Sperrung "weiterhin kein zuverlässiges Angebot besteht und damit die Akzeptanz des Verkehrsträgers Schiene leidet, ist eine nicht hinnehmbare Entwicklung", schreibt Krischer in einem Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).

"Das mit der fünfmonatigen Sperrung für die Fahrgäste verbundene Versprechen war, der Zugverkehr wird auf dieser Strecke anschließend verlässlich und leistungsfähig, ohne Störungen und Verspätungen sein", betonte Krischer. Dieses Versprechen habe die Bahn nicht eingelöst. Die Kritik vieler Fahrgäste sei deshalb "sehr nachvollziehbar", heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet.

Generalsanierung fertig - Brücke marode

Seit Anfang Februar ist die stark befahrene Strecke in Nordrhein-Westfalen für knapp 800 Millionen Euro modernisiert worden. Am vergangenen Freitag wurden die Arbeiten offiziell beendet. Doch ausgerechnet am letzten Tag der Generalsanierung fiel auf, dass eine Brücke über den Fluss Wupper bei Leverkusen-Opladen marode ist. Deshalb konnte die Strecke nur eingleisig freigegeben werden. Seitdem fallen im Fernverkehr und im Regionalverkehr zahlreiche Züge aus oder werden umgeleitet.

Wie schnell die Brücke repariert werden kann, lässt die Bahn weiterhin offen. "Fachleute arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung", sagte ein Bahnsprecher. Bislang gebe es aber keine belastbaren Erkenntnisse, in welchem Umfang Baumaßnahmen an der Brücke erforderlich seien.

Auch auf anderen Abschnitten der Strecke gibt es weiterhin Probleme: Am Dienstag sorgten im Laufe des Tages mehrere Störungen an Signalen und Weichen in Wuppertal und Hagen immer wieder für Verspätungen auf der frisch sanierten Strecke. "Damit ist das Ziel der Generalsanierungen bislang nicht erreicht", betonte Krischer.

Auch bei anderen Generalsanierungen ging das Konzept der Bahn zuletzt nicht voll auf. Auf den Strecken Hamburg-Berlin und Nürnberg-Regensburg musste die Sperrung jeweils um mehrere Wochen verlängert werden. Auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim ging die Zahl der Störungen im Zugbetrieb nach der Sanierung nicht so stark zurück wie von der Bahn zuvor in den Raum gestellt.

Minister fordert Überarbeitung des Konzepts

Von dem für die Bahn zuständigen Bundesverkehrsminister Schnieder forderte Krischer deshalb eine gründliche Aufarbeitung des Konzepts für die Generalsanierungen. "Monatelange Sperrungen sind an sich schon eine Zumutung für Fahrgäste und den Güterverkehr." Wenn dann am Ende der Zugverkehr trotzdem nicht verlässlich funktioniere, müsse das Konzept "konstruktiv-kritisch beleuchtet" werden, um Lehren für die Zukunft zu ziehen.

Auch um die zögerliche Kommunikation durch die Bahn müsse sich Schnieder kümmern, forderte Krischer. So sei auch er zu Beginn der Sanierung im Februar von der Information überrascht worden, dass die störungsanfälligen Stellwerke zwischen Köln und Hagen bei der Generalsanierung komplett ausgeklammert wurden. Die Stellwerke sollen nach Angaben der Bahn nun erst weit in den 2030er Jahren erneuert werden.

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