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Nudeln machen deutsche Verbraucher glücklich 20.10.2026, 10:47 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Spaghetti, Fusilli oder Penne: Italienische Nudeln setzen ihren Siegeszug in Europa und Deutschland fort. 4,2 Millionen Tonnen Pasta wurden im vergangenen Jahr zwischen Bozen und Palermo hergestellt, so viel wie in keinem anderen Land der Europäischen Union, wie das Statistische Bundesamt unter Berufung auf Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilt. Das waren 69 Prozent der gesamten europäischen Produktion von 6,1 Millionen Tonnen.

Besonders treue Kunden sind die Menschen in Deutschland, deren Pro-Kopf-Konsum von Nudeln sich seit 1990 auf 10,1 Kilogramm mehr als verdoppelt hat, wie der Verband der deutschen Getreideverarbeiter und Stärkehersteller feststellt. Laut einer Meinungsumfrage des Instituts Yougov essen knapp zwei Drittel aller Deutschen (63 Prozent) mindestens einmal in der Woche ein Nudelgericht.

Nudeln schlagen Kartoffeln

Im Dreier-Vergleich Nudeln-Kartoffeln-Reis nennen 46 Prozent der Befragten Nudeln als ihr liebstes Lebensmittel, 39 Prozent entscheiden sich für Kartoffeln und 12 Prozent für Reis. Jüngere Menschen entscheiden sich dabei noch eindeutiger für die Teigware, während sogenannte Boomer mehrheitlich (50 Prozent) die Kartoffel bevorzugen.

Häufig verbinden die Konsumentinnen und Konsumenten mit Nudeln schnelle und praktische Mahlzeiten, berichtet Yougov. Schnelle Sättigung und gemeinsames Essen mit der Familie sind weitere genannte Assoziationen. Tatsächlich können getrocknete Nudeln leicht und schnell mit vorgekochten Convenience-Produkten wie Saucen zubereitet werden. Auch wächst dem Industrieverband zufolge das Angebot an Frischnudeln im Kühlregal.

Auf der Eurostat-Liste der Herstellerländer folgt Spanien mit 379.000 Tonnen oder 6 Prozent auf Platz zwei, Deutschland kommt mit einem Anstieg auf gut 304.000 Tonnen auf Platz drei. Das entspricht 5 Prozent der in Europa hergestellten Nudeln. Berichtet wurde die verkaufte Produktionsmenge von ungekochten Teigwaren.

Eiernudel bleibt deutsche Spezialität

Hierzulande wurden nach den Eurostat-Zahlen immer noch überdurchschnittlich viele Nudeln mit Ei hergestellt, nämlich 46 Prozent der Gesamtmenge. Im klassischen Nudelland Italien enthielten nur 17 Prozent der Pasta Ei. In Spanien waren es nur 2 Prozent der Menge.

Aber auch in Deutschland sind Spätzle und Co. auf dem Rückzug. Nach früheren Angaben des Bundesamts werden seit 2023 hierzulande mehr Nudeln ohne Eier produziert als solche, die Eier enthalten. Trotz des allgemein zunehmenden Nudelkonsums ist die Produktion der deutschen Eiernudel innerhalb von zehn Jahren um mehr als ein Viertel zurückgegangen.

Hartweizen aus heimischem Anbau

Immer häufiger kommt aber heimischer Hartweizen in die Mühlen. Dem Stärkeverband zufolge wurden im vergangenen Jahr in den acht deutschen Mühlen 464.000 Tonnen Durum vermahlen, wie das Getreide auch genannt wird. Nur noch ein kleinerer Teil muss importiert werden, weil die aktuell geschätzte Erntemenge auf 361.400 Tonnen gestiegen sei. Der Emmer-Nachfahre gedeiht besonders gut in sonnigen, trockenen Regionen.

Spaghetti besonders beliebt

Trotz eines leichten Absatzrückgangs bleiben Spaghetti die meistgekaufte Nudelsorte, berichtet Yougov zudem aus seinem Marktforschungs-Panel. Auf Platz zwei folgen Fusilli, auf Platz drei Penne und auf Platz vier Spätzle. Wachstum zeige sich vor allem bei kleineren Nudelformen wie Farfalle, Hörnchennudeln und Muscheln. Zudem würden glutenfreie Nudeln stärker nachgefragt, während Eiernudeln und Vollkornprodukte seltener in den Einkaufskörben landeten.

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