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Opposition bezweifelt Entlastung durch gesenkte Spritsteuer 16.04.2026, 11:51 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Opposition erwartet keine entscheidende Entlastung von den stark gestiegenen Preisen an den Tankstellen durch das geplante Senken der Spritsteuern. "Selbst mit Rabatt zahlen die Leute massiv drauf", sagte Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek im Bundestag. Die Koalition hoffe, "dass genau die Konzerne, die fröhlich an der Preisschraube drehen und die Krisenlage eiskalt ausnutzen, diese Senkung aus lauter Nettigkeit weitergeben". Die Preise für Kraftstoffe seien aber deutlich stärker als um 17 Cent gestiegen.

Union und SPD brachten einen Gesetzentwurf ins Parlament ein, mit dem die Steuern auf Diesel und Benzin befristet für zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter herabgesetzt werden sollen. Angestrebt wird, dass dies vom 1. Mai bis Ende Juni gilt. Bei voller Weitergabe an den Zapfsäulen könnten Autofahrer und Betriebe so um 1,6 Milliarden Euro entlastet werden. Das Gesetz soll nächste Woche beschlossen werden und auch abschließend den Bundesrat passieren. Die Länderkammer bereitet sich dazu auf eine Sondersitzung am 24. April vor.

Kommt die Entlastung voll an?

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge sagte, die Koalition habe eine Maßnahme gewählt, von der man wisse, dass sie eben nicht zu 100 Prozent an die Verbraucher weitergeben worden sei. Geschärfte kartellrechtliche Regeln würden kompliziert und wirkungslos sein. Bei knappem Angebot und höheren Preisen müsse man auch über Energiesparen reden. AfD-Finanzexperte Kay Gottschalk forderte unter anderem eine Mehrwertsteuersenkung für Mineralöle.

Rednerinnen und Redner der Koalition verteidigten die Senkung der Spritsteuern. SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar sagte, sie wirke schnell und entlaste dort, wo Preise in die Höhe geschnellt seien. Entlastungen müssten aber auch ehrlich finanziert werden. Die SPD wolle daher eine Steuer auf übermäßige Gewinne, "die denjenigen einen Strich durch die Rechnung macht, die meinen, in der Krise die Menschen abzocken zu können".

Schärfere Zähne fürs Kartellamt

Unions-Fraktionsvize Mathias Middelberg (CDU) sagte, die Senkung solle etwa Berufspendlern und dem Transportgewerbe ein Entlastungssignal senden. Nach kürzlichen Neuregelungen gebe es nun eine Beweislast der Mineralölkonzerne, dass eine ordnungsgemäße Preisfindung stattgefunden habe. Das mache die Zähne des Bundeskartellamts scharf. "Das erhöht auch den Druck, dass die 17 Cent an der Tankstelle wirklich unmittelbar beim Verbraucher ankommen."

Konkret sollen laut Gesetzentwurf die Energiesteuersätze für Diesel und Benzin jeweils um 14,04 Cent je Liter reduziert werden. Zusammen mit dem darauf entfallenden Anteil an der Umsatzsteuer ergibt demnach sich eine Entlastung von rund 17 Cent. Dabei könnte es sein, dass der Effekt mit einer kleinen Verzögerung sichtbar wird. Da die Steuerpflicht der Anbieter schon auf einer Stufe weit vor der Zapfsäule greift, könnte in den ersten Tagen teils noch Sprit verkauft werden, der mit dem originären Steuersatz versteuert worden ist.

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