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PCK-Raffinerie bekommt Öl aus Südamerika über Polen 13.07.2026, 15:47 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Raffinerie PCK in Schwedt erhält eine Ladung Öl aus Südamerika über Polen. Das teilte der polnische Kraftstoffhändler Unimot Paliwa mit. Die Lieferung über den Hafen von Danzig (Gdansk) sei ein Ausgleich für fehlendes Öl aus Kasachstan, weil Russland seit Mai die Durchleitung in der Pipeline Druschba (Freundschaft) gestoppt habe.

Die polnische See- und Transportinfrastruktur diene in diesem Fall der Versorgungssicherheit beider Länder, sagte Unimot-Vizepräsident Robert Brzozowski der Mitteilung zufolge.

Suche nach Ersatz für kasachisches Öl

Die Raffinerie nordöstlich von Berlin versorgt nicht nur Teile Berlins, von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sprit, Heizöl, Kerosin und anderen Produkten. Jährlich gehen demnach auch zwei Millionen Tonnen Treibstoff aus Brandenburg nach Westpolen.

Im Mai hatte Russland die Durchleitung von kasachischem Rohöl durch die Druschba-Pipeline gestoppt. Das macht etwa ein Fünftel der verarbeiteten Menge der Raffinerie in Schwedt/Oder in Brandenburg aus. Die Auslastung lag nach Angaben der Landesregierung zuletzt bei 82 Prozent.

Eine Tankerladung zur Stabilisierung

Ein Sprecher des PCK-Eigners Rosneft Deutschland bestätigte die Lieferung über Polen. Eine genaue Menge wurde nicht genannt. Es gehe um einen Tanker. Die Ladung helfe, dass die Raffinerie ihre Anlagen stabil in Betrieb halten könne bei 80 Prozent der Kapazität.

Von Danzig nach Schwedt in Brandenburg wird das Öl durch die polnische Pipeline PERN gepumpt. Als Russland die kasachischen Lieferungen blockierte, hatte PERN mitgeteilt, man könne jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen Öl nach Schwedt transportieren.

Kein russisches Öl mehr wegen des Ukraine-Kriegs

Seit Anfang 2023 fließt wegen des Embargos als Folge des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine kein russisches Öl mehr zur PCK-Raffinerie in Schwedt. Sie hat etwa 1.200 Beschäftigte.

Die Raffinerie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Treuhandverwaltung des Bundes stehen. Nach einer neuen Regelung darf der Bund dauerhaft die Kontrolle über Rosneft Deutschland übernehmen.

Woidke sieht Ausgleich für fehlendes Öl

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach angesichts der Lieferung aus Südamerika von einer erfreulichen Nachricht. "Die ausbleibenden Lieferungen aus Kasachstan können so ausgeglichen werden", sagte der SPD-Politiker. "Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass alle Beteiligten alles tun, um den Standort und die Versorgung mit Mineralöl in Ostdeutschland dauerhaft zu sichern."

Der Brandenburger Linke-Bundestagsabgeordnete Christian Görke sieht dagegen keine Entwarnung. "Das guyanische Öl ist kein Schweröl so wie das aus Kasachstan und kann damit nur deutlich weniger wirtschaftlich für die Raffinerie genutzt werden", sagte Görke. Er warb dafür, dass das Öl kurzfristig über die russischen Häfen Ust-Luga an der Ostsee oder Noworossijsk am Schwarzen Meer kommen sollte.

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