ROUNDUP/Rheinland-Pfalz

50 Prozent wählen bis Mittag 22.03.2026, 15:41 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Etwa die Hälfte der Wahlberechtigten hat bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bis zum Mittag (12.00 Uhr) ihre Stimme abgegeben. Rund 34 Prozent hatten Briefwahl beantragt, weitere etwa 16 Prozent gaben in den ersten vier Stunden ihre Stimme an der Urne ab, wie der Landeswahlleiter mitteilte.

Knapp drei Millionen Bürger und Bürgerinnen ab 18 Jahren sind wahlberechtigt. Die Wahllokale sind von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Auch die beiden Spitzenkandidaten, Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und CDU-Herausforderer Gordon Schnieder wählten am Vormittag in ihren Wohnorten.

Die Wahl entscheidet über die Zusammensetzung des neuen Landtags in Mainz und damit auch indirekt darüber, ob Schweitzer im Amt bestätigt wird. Der Nachfolger von Malu Dreyer (auch SPD) stellt sich zum ersten Mal dem Votum der Wähler. Schnieder will unterdessen die CDU nach 35 Jahren wieder in die Staatskanzlei führen.

Nur eingeschränkter Vergleich mit letzter Landtagswahl möglich

Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung um 12 Uhr bei 52 Prozent gelegen. Ein direkter Vergleich der Wahlbeteiligung mit der Landtagswahl 2021 sei nur eingeschränkt möglich, hatte der Wahlleiter am Morgen betont. "Damals hatten wegen der Corona-Pandemie bereits 44 Prozent der Stimmberechtigten an der Briefwahl teilgenommen." Rund acht Prozent hätten bis Mittag gewählt. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung 2021 bei 64,3 Prozent.

Die Umfragen ließen zuletzt ein knappes Rennen zwischen CDU und SPD erwarten. Sowohl Schweitzer als auch Schnieder wählten im Beisein ihrer Ehefrauen - und gaben sich jeweils optimistisch.

"Es wird knapp, das weiß man. Das ist in Rheinland-Pfalz so."

"Das ist ein wunderbarer Tag, auf den ich mich schon seit langem vorbereite und freue", sagte Schweitzer nach seiner Stimmabgabe in Bad Bergzabern (Landkreis Südliche Weinstraße). In den vergangenen Tagen hätten ihn viele Menschen ermutigt, die ihn als Ministerpräsidenten weiterhin im Amt sehen wollten. "Das beflügelt mich und gibt mir ganz viel Zuversicht", sagte der SPD-Politiker.

Mit Blick auf den Ausgang der Wahl betonte er auch: "Es wird knapp, das weiß man. Das ist in Rheinland-Pfalz so." Er verwies aber auf seine persönlichen Werte, mit denen er seit Monaten vorne liege. Auch die unentschlossenen Wähler werden Schweitzer zufolge eine große Rolle beim Wahlausgang spielen.

Derweil zeigte sich CDU-Mann Schnieder beim Urnengang in Birresborn in der Vulkaneifel ebenfalls zuversichtlich. "Ich gehe mit einem tollen Gefühl in den Tag", sagte er. In der Partei sei in den vergangenen Monaten eine große Aufbruchsstimmung und Geschlossenheit zu spüren gewesen.

Schnieder spricht von einem sehr fairen Wahlkampf

"Man hat das auch in den Gesprächen mit den Menschen gemerkt - an den viele Haustüren, an den Ständen. Und da merkt man schon: Der Wechselwille ist da", sagte der Herausforderer. Es sei ein sehr fairer Wahlkampf gewesen, davon könnten sich auch andere Bundesländer eine Scheibe abschneiden.

Der CDU-Kandidat ist der jüngere Bruder des deutschen Verkehrsministers Patrick Schnieder. Auch der Bundespolitiker hatte am Sonntag gewählt - und zwar in Arzfeld.

CDU in letzten Umfragen knapp vorn, SPD-Mann Schweitzer beliebter

Eine Fortsetzung der bisherigen Ampel-Regierung ist unwahrscheinlich. Die FDP wird laut Vorwahlumfragen voraussichtlich nicht mehr den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Am wahrscheinlichsten ist eine große Koalition. Wer diese anführen könnte, ist aber offen.

Die CDU liegt in den Umfragen leicht vor der SPD. In der letzten Umfrage des ZDF-"Politbarometers" kommt die CDU auf 29 Prozent. Das sind zwei Punkte mehr als die regierenden Sozialdemokraten. SPD-Mann Schweitzer ist jedoch deutlich beliebter als Christdemokrat Schnieder.

Die AfD könnte ihr stärkstes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland einfahren. Die Grünen landen voraussichtlich auf Platz vier, sie kamen in der letzten Umfrage auf neun Prozent. Die Freien Wähler kämpfen - wie die FDP - um den Wiedereinzug in den Landtag. Die Linke hat Chancen, es erstmals zu schaffen.

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