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Russisches Ministerium bestellt Botschafter Lambsdorff ein 13.07.2026, 18:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff ist ins russische Außenministerium einbestellt worden. Das Ministerium informierte in den sozialen Netzwerken über die Einbestellung, nannte aber zunächst keinen Grund. Lambsdorff, der immer wieder den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert hatte, verabschiedet sich an diesem Dienstag aus Moskau, um seinen neuen Posten als Botschafter in Israel anzutreten. Neuer deutscher Botschafter in Russland wird Clemens von Goetze.

Vorwurf der deutschen Kriegsbeteiligung

Nach dem Gespräch warf das russische Ministerium in einer Stellungnahme Berlin eine Beteiligung an ukrainischen Angriffen auf zivile Infrastruktur in Russland vor. Der Vorwurf bezieht sich demnach auf Waffenlieferungen und deutsch-ukrainische Rüstungskooperationen zur Produktion von Drohnen, Flugabwehrwaffen und Raketen. Das Ministerium nannte Versuche Deutschlands als nicht hinnehmbar, Drittstaaten wie China vorzuschreiben, wie sie ihre Beziehungen zu Russland gestalten. Berlin hatte kürzlich den chinesischen Botschafter nach Berichten über die Ausbildung russischer Soldaten in China einbestellt.

Am Schluss der Mitteilung verwies das russische Außenministerium darauf, dass der deutsche Botschafter Russland mit dem Auto verlassen werde. "Wir stellten fest, dass dies die zuvor erschienene unverschämte Veröffentlichung der Pressestelle der deutschen Botschaft zur Kraftstofflage in der russischen Hauptstadt widerlegt", schrieb das Ministerium. In einem Videoclip, veröffentlicht vergangene Woche in dem in Russland verbotenen Netzwerk Instagram, hatte die Botschaft mit einem Verweis auf die schlechte Treibstofflage Moskau aufgefordert, den Krieg in der Ukraine zu beenden.

Die deutsche Botschaft in Moskau bestätigte in einer Mitteilung, dass der Anlass für das Gespräch das Video der Botschaft zur "Benzinkrise" war. Demnach kritisierte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, die Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft, da diese auf "schmerzliche Probleme" der russischen Bevölkerung hinweise. "Der Versuch, sachlich zutreffende Öffentlichkeitsarbeit der deutschen Botschaft zu unterbinden, läuft ins Leere", schrieb die diplomatische Vertretung Deutschlands. Die Botschaft werde weiter die Forderung Deutschlands und der Europäischen Union für ein Ende des "schrecklichen Angriffskrieges gegen die Ukraine" vertreten.

Einbestellungen als Mittel der Unmutäußerung

Zuletzt hatte das Ministerium Lambsdorff im April einbestellt - wegen angeblicher Kontakte von deutschen Politikern zu Terrororganisationen. Das Auswärtige Amt in Berlin nannte die Einbestellung des Botschafters eine "völlig haltlose Maßnahme". Die deutsch-russischen Beziehungen sind wegen Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine zum Zerreißen gespannt.

Einbestellungen dienen als diplomatisches Mittel, wenn Staaten ihren Unmut äußern wollen über Handlungen oder Haltungen anderer Länder. Auch der russische Botschafter wurde am Montag ins Auswärtige Amt in Berlin einbestellt wegen schwerer Cyberangriffe, die dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB zugeschrieben wurden.

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