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Russland beschießt Ukraine massiv mit Raketen und Drohnen 14.05.2026, 06:48 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Wenige Tage nach einer kurzzeitigen Waffenruhe hat Russland die Ukraine mit einem der längsten Luftangriffe in mehr als vier Jahren Krieg überzogen. In der Nacht wurde erneut Luftalarm im ganzen Land ausgelöst, ukrainischen Medienberichten zufolge warnte das Militär vor anfliegenden Drohnen und ballistischen Raketen. Aus der Hauptstadt Kiew wurden wenig später Explosionen und mehrere Verletzte sowie mindestens ein Todesopfer gemeldet

Laut dem Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" wurden mehrere Gebäude beschädigt, aus den Trümmern eines eingestürzten Wohnhauses seien Sanitätern zufolge zehn verschüttete Menschen geborgen worden. Die Militärverwaltung der Hauptstadt zählte dem Bericht zufolge 16 Verletzte und einen Toten in Kiew, laut den Rettungskräften gebe es sieben weitere Verletzte im Umland.

Schon den ganzen Mittwoch über hatte die russische Armee Drohnenangriffe auf die Ukraine geflogen, wobei solche Attacken über Tag ungewöhnlich sind. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als 800 Drohnen. Mindestens sechs Menschen seien getötet und Dutzende verletzt worden. Selenskyj bezeichnete die Angriffe als "Terror".

Selenskyj setzt auf Trumps Einfluss in China

"Es ist sicherlich kein Zufall, dass einer der längsten massiven russischen Angriffe gegen die Ukraine gerade zu dem Zeitpunkt stattfand, als der Präsident der Vereinigten Staaten zu einem Besuch in China eintraf - einem Besuch, von dem sich viele viel versprechen", sagte Selenskyj. Er hatte zuvor die Hoffnung geäußert, dass US-Präsident Donald Trump auf China einwirken möge, damit die Volksrepublik ihre Unterstützung für den russischen Angriffskrieg beendet.

Die russischen Angriffe am Tag trafen Ziele bis in den äußersten Westen der Ukraine in den Transkarpaten. Die Slowakei schloss wegen der Gefahr zeitweise die Grenzübergänge in die Ukraine, Ungarn als weiterer Nachbar in der Region äußerte seine Besorgnis. Am Mittwochabend meldete die ukrainische Luftwaffe die Explosion einer russischen Hyperschallrakete vom Typ Kinschal (Dolch) bei einem Einschlag in Starokostjantyniw im Westen, wo eine ukrainische Luftwaffenbasis liegt.

Gleichzeitig flogen abends Schwärme ukrainischer Drohnen auf russisches Gebiet, wie der Telegram-Kanal "Dronebomber" meldete. Ein Angriffsziel schienen erneut russische Erdölanlagen am Finnischen Meerbusen zu sein.

Schwere Angriffe nach drei Tagen Waffenruhe

Die heftigen russischen Angriffe folgen auf drei Tage Waffenruhe von Samstag bis Montag. Der russische Präsident Wladimir Putin konnte in dieser Zeit zwar ungestört eine Parade zum Weltkriegsgedenken abhalten, war aber abhängig davon, dass die USA die Feuerpause vermittelt hatten und die Ukrainer danach tatsächlich stillhielten.

Am Dienstag ließ Putin demonstrativ seine Militärs von einem gelungenen Test der neuen russischen Atomrakete RS-28 Sarmat berichten. Sie solle Ende des Jahres in Dauereinsatz gehen, sagte er. Allerdings ist die angebliche Einsatzbereitschaft dieses Raketentyps auch schon in früheren Jahren behauptet worden.

Mit den massiven Angriffen will Moskau den Druck auf die Ukraine erhöhen, sich auf die russischen Bedingungen für Friedensverhandlungen einzulassen. Kremlsprecher Dmitri Peskow wiederholte die Aufforderung, Selenskyj solle seine Truppen aus dem Gebiet Donezk abziehen. Erst dann könne es einen Waffenstillstand geben. Die Ukraine lehnt es kategorisch ab, die von ihr kontrollierten Gebiete Russland zu schenken.

Putin schickt neue Gouverneure in Grenzregionen

Putin tauschte unterdessen die Gouverneure der besonders vom Krieg betroffenen Grenzregionen Belgorod und Brjansk aus. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow habe den Posten in Belgorod "auf eigenen Wunsch" abgegeben, hieß es in Putins Erlass, den der Kreml in Moskau veröffentlichte. Zum kommissarischen Nachfolger wurde General Alexander Schuwajew ernannt. Im Gebiet Brjansk folgt Jegor Kowaltschuk auf Alexander Bogomas.

Belgorod ist das erste Gebiet in Russland, auf das der Moskauer Angriffskrieg mit Zerstörungen ähnlich wie in der Ukraine zurückschlägt. Es dient der russischen Armee als Aufmarschgebiet für Angriffe auf die ukrainische Großstadt Charkiw und als logistischer Knotenpunkt. Deshalb beschießt die Ukraine immer wieder Militärziele und Infrastruktur in Belgorod.

Das wird heute wichtig

Das Oberste Anti-Korruptions-Gericht der Ukraine entscheidet heute darüber, ob der frühere Präsidialamtschef Andrij Jermak in Untersuchungshaft kommt oder gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß bleibt. Ihm und fünf anderen Verdächtigen wird Geldwäsche bei einem Luxusbauprojekt vorgeworfen. Jermak war bis vergangenen November die rechte Hand von Präsident Selenskyj.

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