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Ukraine beklagt Hunderte Verstöße gegen Osterwaffenruhe 12.04.2026, 09:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Ukraine hat Russland Hunderte Verstöße gegen die von Kremlchef Wladimir Putin selbst angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab in Kiew teilte am Abend mit, dass er 469 Verletzungen der Waffenruhe registriert habe. Es habe nicht nur Hunderte Angriffe mit Drohnen gegeben, sondern auch 153 Fälle von Beschuss und 22 Erstürmungen. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es aber demnach nicht.

Eine russische Reaktion auf die ukrainischen Vorwürfe lag zunächst nicht vor. Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson beklagte allerdings bereits kurz nach Beginn der Waffenruhe Drohnenangriffe und mindestens einen Verletzten.

Putin hatte die Waffenruhe angeordnet, damit die Menschen in Russland und in der Ukraine das orthodoxe Osterfest feiern können. Der Kreml sprach von einer humanitären Geste. Putin führt seit mehr als vier Jahren seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland.

Gegner kündigen Reaktionen auf Verstöße gegen Waffenruhe an

Die Ukraine und Russland hatten jeweils angekündigt, auf Beschuss des Gegners zu reagieren. Von solchen Reaktionen war aber in den offiziellen Mitteilungen zunächst keine Rede. Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Kriegsparteien bei zeitlich begrenzten Feuerpausen immer wieder massenhafte Verstöße gegen die Vereinbarungen vorgeworfen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft, er hoffe, dass die Waffenruhe diesmal funktioniere. "Ostern sollte eine Zeit der Sicherheit und des Friedens sein. Es wäre richtig, wenn der Waffenstillstand über die Feiertage hinaus andauern würde", sagte er. "Wir haben diesen Vorschlag an Russland weitergeleitet, und sollte Russland erneut den Krieg dem Frieden vorziehen, wird es der Welt und insbesondere den Vereinigten Staaten einmal mehr zeigen, wer wirklich wofür steht", meinte Selenskyj.

Russland hatte in den Verhandlungen mit der Ukraine unter US-Vermittlung über ein Kriegsende immer wieder erklärt, dass es eine Waffenruhe und ein von Selenskyj geplantes Einfrieren der Kampfhandlungen an der Frontlinie ablehne. Vielmehr solle vor einem dauerhaften Waffenstillstand ein Friedensplan und eine allumfassende Konfliktlösung ausgehandelt werden, um weitere Gewaltausbrüche in Zukunft zu verhindern. In Sicht ist ein solcher Plan bisher nicht.

Selenskyj warnte Russland indes erneut vor Verstößen gegen die Waffenruhe: "Die Ukraine wird symmetrisch reagieren", sagte er. "Wenn es keine russischen Raketen oder Drohnen gibt, werden wir auch im Luftraum eine Waffenruhe einhalten. Die gleiche Aufgabe gilt für die Frontlinie. Aber jede ukrainische Einheit behält sich das Recht für eine Reaktion vor", führte er aus.

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