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Ukraine-Unterstützer bekennen sich zu weiterem Beistand 15.04.2026, 18:41 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Unterstützerstaaten der Ukraine haben dem von Russland angegriffenen Land demonstrativ ihren weiteren Beistand zugesagt. "Wir haben heute - und das war sehr wichtig - alle unsere Verpflichtungen gegenüber der Ukraine bekräftigt", sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte nach einer Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin. "Wir halten unsere starke Unterstützung aufrecht. Die Ukraine kann sich weiterhin auf uns verlassen", versicherte Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius seinem ukrainischen Kollegen Mychajlo Fedorow.

Die weitere Unterstützung sei nötig, auch wenn die Augen der Welt auf den Nahen Osten sowie die Bemühungen um ein Ende der Blockade in der Straße von Hormus gerichtet seien, sagte der SPD-Politiker. Kreml-Chef Wladimir Putin habe zwar für das orthodoxe Osterfest eine Waffenruhe verkündet. Diese sei aber 2.000 Mal gebrochen worden und habe nur für Ostern gegolten. "Jetzt geht der Terror weiter", betonte Pistorius.

Russland profitiere von den gegenwärtigen Entwicklungen im Mittleren Osten. "Die steigenden Ölpreise spülen Geld in die für den Krieg bestimmten Geldkoffer von Putin, mindestens für den Moment", sagte Pistorius.

London sagt Lieferung von 120.000 Drohnen zu

Zum Treffen der Kontaktgruppe sagte Großbritannien der Ukraine die Lieferung von 120.000 Drohnen für den Abwehrkampf gegen Russland zu. Es sei das bisher größte britische Drohnenpaket, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey zum Auftakt des Treffens. Geliefert würden weitreichende Angriffsdrohnen, Aufklärungsdrohnen, Logistikdrohnen und solche mit maritimen Fähigkeiten.

Healey hob in der gemeinsamen Pressekonferenz die Bedeutung von Drohnen auf dem Schlachtfeld in der Ukraine hervor. Unbemannte Fluggeräte seien im März für 96 Prozent der russischen Verluste verantwortlich gewesen, die in diesem Monat mit 35.000 Mann einen Rekord erreicht hätten. "Drohnen haben diesen Krieg bestimmt und sie werden entscheidend sein für seinen Ausgang", sagte der Labour-Politiker. Er lobte zudem das Angebot Kiews, die Golfstaaten bei der Abwehr iranischer Drohnen und Raketen zu unterstützen.

Flugabwehr hat für Ukraine oberste Priorität

Der ukrainische Verteidigungsminister Fedorow bedankte sich für neue Beiträge von Belgien, Norwegen, Bulgarien, Litauen und Estland für das Programm PURL zum Kauf US-amerikanischer Waffen. Konkrete Angaben machte er nicht. "Unsere Prioritäten bleiben gleich, die Flugabwehr hat die oberste Priorität", unterstrich er.

Vorrang habe auch die ukrainische Produktion von Drohnen. "Drohnen ukrainischer Produktion führen mehr als 95 Prozent aller erfolgreichen Angriffe auf unseren Feind aus - sowohl auf dem Schlachtfeld als auch im Hinterland des Feindes", sagte Fedorow. Größere Bedeutung haben ihm zufolge auch Artilleriegranaten des Nato-Kalibers 155 Millimeter.

Beratungen in der deutschen Hauptstadt

Die militärischen Unterstützer der Ukraine trafen sich in Berlin auf Einladung von Pistorius. An dem Treffen der sogenannten Ukraine Defence Contact Group (UDCG) nahmen Pistorius, Healey, Rutte und Fedorow persönlich teil, andere Teilnehmer waren zugeschaltet.

Deutschland und Großbritannien hatten im April 2025 gemeinsam die Leitung der Ukraine-Kontaktgruppe übernommen. Sie sind in der Führungsposition, nachdem sich die USA unter Präsident Donald Trump Militärhilfe für die Ukraine aus Europa bezahlen lassen und diese auch wiederholt als Druckmittel eingesetzt haben.

"Strategische Partnerschaft" mit Deutschland

Die Bundesregierung hatte bereits am Vortag bei Regierungskonsultationen mit der Ukraine weitere Militärhilfe zugesagt und zudem eine "strategische Partnerschaft" mit dem Land vereinbart. Die Zusammenarbeit soll künftig weit über die militärische und finanzielle Hilfe Deutschlands hinausreichen, sodass beide Seiten langfristig davon profitieren können.

Bekanntgegeben wurde, dass Deutschland einen Vertrag der Ukraine mit dem Rüstungsunternehmen Raytheon über die Lieferung von mehreren hundert Patriot-Raketen finanzieren wird. Ferner sei mit dem Unternehmen Diehl Defence die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Vereinbart wurde auch die Produktion von Drohnen mittlerer und langer Reichweite. Geplant ist die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Ziel der Lieferung von tausenden Drohnen.

Pistorius betonte zum Auftakt des Treffens der Kontaktgruppe: "Aus diesem Winter geht die Ukraine stärker hervor als zuvor. Die Stärke ist auch in den Kampfgebieten sichtbar, wo die Verteidiger der Ukraine die jüngsten russischen Offensiven erfolgreich zurückgeschlagen haben." Das sei auch Ergebnis der gemeinsamen Unterstützung.

Wann ist der 90-Milliarden-Kredit der EU frei?

Für die weitere militärische Durchhaltefähigkeit der Ukraine ist nun vor allem eine schnelle Freigabe des bislang von Ungarn blockierten 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU wichtig. Nach dem Wahlsieg des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar gibt es Hoffnungen auf eine schnelle Lösung. Er erwarte, dass die Blockade dieser Mittel jetzt schnell aufgehoben werde, sagte Pistorius in Berlin.

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