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US-Investor erwägt Übernahme von Easyjet - Aktie hebt ab 01.06.2026, 10:18 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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easyJet 5,026 EUR +4,37 % Lang & Schwarz

Der britische Billigflieger Easyjet GB00B7KR2P84 steht möglicherweise vor einer Übernahme durch eine Investmentgesellschaft aus den USA. Das Unternehmen Castlelake bestätigte am Freitag, dass es über ein Kaufgebot nachdenke. Easyjet pochte daraufhin am Montag auf möglichst gute Konditionen für die eigenen Aktionäre. Experten sehen in den Eigentumsregeln für Airlines mit Flugbetrieb in der Europäischen Union eine große Hürde für einen solchen Deal. Die Easyjet-Aktie hob am Montagmorgen dennoch ab.

In London legte ihr Kurs um zuletzt elf Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang März. Schon am Freitag hatte das Papier nach einem Medienbericht über eine mögliche Übernahme zeitweise um sieben Prozent zugelegt. Es ging aber nur mit einem Plus von einem Prozent aus dem Handel, bevor Castlelake die Überlegungen etwas später offiziell bestätigte.

An der Börse wurde Easyjet zuletzt mit 3,3 Milliarden Britischen Pfund (rund 3,9 Milliarden Euro) bewertet. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie fast ein Viertel eingebüßt.

Über die Übernahmegedanken von Castlelake hatte die britische Webseite "Betaville" berichtet. Castlelake betonte später, es gebe keine Gewissheit, dass es ein Gebot geben werde. Die Überlegungen befänden sich noch in einem frühen Stadium. Man habe noch nicht mit dem Verwaltungsrat gesprochen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Easyjet als Übernahmeziel in den Fokus gerät. Zuletzt war im Oktober 2025 über ein Übernahmeangebot der schweizerischen Großreederei MSC für Easyjet spekuliert worden. Auch andere Akteure hätten ein Auge auf Easyjet geworfen, hatte die italienische Zeitung "Corriere della Sera" damals berichtet. Letztlich kam es aber zu keiner Offerte für die britische Konkurrentin von Europas größtem Billigflieger Ryanair IE00BYTBXV33.

Grenzüberschreitende Übernahmen im Airline-Sektor sind wegen rechtlicher Hürden generell schwierig. Start-, Lande- und Überflugrechte sind in der Regel daran gebunden, aus welchen Ländern die Eigentümer der Fluggesellschaft stammen und wer die Kontrolle über das Unternehmen ausübt. Innerhalb der Europäischen Union und seit dem Brexit auch innerhalb der EU und Großbritanniens sind die Regeln zwar lockerer. Doch bei einer Übernahme durch einen US-Investor könnte Easyjet wichtige Rechte für den Betrieb innerhalb der EU verlieren.

"Airlines müssen mehrheitlich im Besitz und unter der Kontrolle von EU-Bürgern sein, um die Betriebslizenz in der Region zu erhalten", schreibt Analyst Harry Gowers von der US-Bank JPMorgan. "Eine nicht aus der EU kontrollierte Firma wie Castlelake kann daher theoretisch keinen Mehrheitsanteil an Easyjet übernehmen und zugleich die Rechte für Flüge innerhalb der EU behalten." Allerdings seien alternative Strukturen für einen Deal denkbar. Zudem halte Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou etwa 15 Prozent der Easyjet-Aktien und erhalte jährlich Lizenzzahlungen für die Markenrechte.

Auch Branchenexperte Ruairi Cullinane von der kanadischen Bank RBC hält eine Übernahme durch Castlelake für kompliziert, sofern das US-Unternehmen ohne einen Partner auftrete. Diese Frage sei in den bisherigen Medienberichten noch nicht wirklich diskutiert worden.

Derzeit machen die Unsicherheit durch den Iran-Krieg und die extrem gestiegenen Kerosinpreise Fluggesellschaften das Leben schwer. Im April gab Easyjet deshalb eine Gewinnwarnung ab. Auch bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen im Mai wagte Unternehmenschef Kenton Jarvis keine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26.

Für das wichtige Sommerquartal von Juli bis September seien erst 40 Prozent der Tickets verkauft und damit drei Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr, hieß es zur Begründung. Die Last-Minute-Buchungen im Monat des Reisebeginns seien jedoch weiterhin stark. Das Management hat den Preis für die billigsten Tickets erhöht und setzt bei den hauseigenen Kosten den Rotstift an.

In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres bis Ende September dürften die Stückkosten schon ohne Treibstoff um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen, schätzte er. Die Treibstoffkosten seien erst recht schwer vorherzusagen, weil die Preise stark schwankten.

Im gewöhnlich reiseschwachen ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März hatte die Gesellschaft ihren Umsatz zwar um zwölf Prozent auf 3,95 Milliarden britische Pfund gesteigert. Wegen deutlich höherer Betriebskosten wuchs der saisontypische Winterverlust vor Steuern aber um 40 Prozent auf 552 Millionen Pfund. Unter dem Strich schwoll der Fehlbetrag von 297 Millionen auf 377 Millionen Pfund an.

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