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Hantavirus-Geschehen unter kontrollierter Beobachtung 12.05.2026, 13:55 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Alle Hantavirus-Verdachts- und bestätigten Fälle sind nach WHO-Angaben inzwischen isoliert und stehen unter medizinischer Beobachtung. Damit sei das Risiko weiterer Übertragungen auf ein Minimum reduziert, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Madrid. Derzeit sind demnach elf Fälle im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" erfasst. Darunter sind drei Todesfälle, die ganz am Anfang infizierte Menschen betrafen. Für neun der Fälle gibt es Labornachweise.

"Alle elf Fälle traten bei Passagieren oder Besatzungsmitgliedern des Schiffes auf", teilte der WHO-Chef weiter mit. Womöglich gab es also keine Verbreitung über das Schiff hinaus - etwa, als Passagiere von Bord gingen und heimreisten, bevor klar wurde, dass das Virus auf dem Schiff kursiert.

Nachläufer bei den Fällen sind möglich

Wegen der langen Zeitspanne von einer Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit von bis zu sechs Wochen schließen Experten allerdings nicht aus, dass die Fallzahl noch etwas weiter steigen könnte. Die WHO empfehle eine Überwachung der Menschen vom Schiff bis zum 21. Juni, sagte Ghebreyesus. Rund 150 Menschen aus 23 Ländern waren demnach auf der "Hondius".

In Deutschland befindet sich unter anderem ein Passagier aus dem Großraum Berlin in häuslicher Isolation, auch für eine Person aus Sachsen wurden sechs Wochen häusliche Quarantäne angeordnet.

Von den am Montag nach Deutschland gebrachten vier Passagieren des Schiffes zeigte zunächst keiner Symptome. "Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht", hieß es vom Bundesgesundheitsministerium (BMG). Falls eine Person erkranken sollte, könne sie in speziellen Zentren nach besten medizinischen Standards und sicher behandelt werden.

Virus kam wohl mit einem Niederländer an Bord

Von der WHO wird angenommen, dass die Infektionskette auf der "Hondius" auf ein niederländisches Ehepaar zurückgeht, das am 1. April an Bord ging. Der Mann - mutmaßlich der Erstinfizierte des Infektionsclusters - hatte am 6. April Fieber, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Durchfall entwickelt und war am 11. April gestorben.

Im Zuge dieser Erkrankung kam es nach derzeitiger Annahme zu begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragungen auf dem Schiff. Da die Symptome denen verschiedener Atemwegserkrankungen ähneln, war erst verzögert auf das Hantavirus getestet worden. Erst dann kamen strengere Isolierungs- und Überwachungsmaßnahmen in Gang.

Der WHO-Chef würdigte die von Spanien auf der Urlaubsinsel Teneriffa geleitete Evakuierung von Passagieren und Crewmitgliedern der "Hondius". Die spanische Zentralregierung habe beispielhafte Solidarität gezeigt. "Die Welt braucht diese Art von Freundlichkeit und Mitgefühl, wie sie die spanische Regierung gezeigt hat. Ich glaube, die ganze Welt sollte stolz auf diese Reaktion sein."

"Fürsorge, Zusammenhalt und Kraft"

Der Kapitän der "Hondius", Jan Dobrogowski, hatte zuvor in einer Videobotschaft Besatzung und Passagieren für "Geduld, Disziplin und Freundlichkeit" gedankt. "Diese vergangenen Wochen waren extrem anstrengend", sagte er. Die Menschen hätten unter diesen schwierigsten Umständen "Fürsorge, Zusammenhalt und Kraft" gezeigt.

Die "Hondius" hatte am Sonntag den Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas erreicht. Mit Sonderflügen wurden Menschen vom Schiff unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat gebracht. Am Montagabend wurde die Evakuierung abgeschlossen. Das Schiff setzte anschließend seine Fahrt mit einer Restmannschaft Richtung Niederlande fort.

Ausbrüche ebbten stets rasch ab

Weltweit gibt es zahlreiche Hantaviren. Auf dem Schiff kursierte das südamerikanische Andesvirus. Es wird wie alle Hantaviren in der Regel von Nagetieren übertragen, etwa über Kotpartikel in aufgewirbeltem Staub, vereinzelt sind bei diesem Typ bei andauerndem, engem Kontakt auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen möglich.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte es einige wenige erfasste Ausbrüche in Südamerika gegeben, die alle rasch wieder abebbten. Auch im aktuellen Fall sehen Experten kein Risiko für eine umfassende Ausbreitung des Erregers.

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