ROUNDUP/Widersprüchliche Signale

Kommt ein Abkommen mit dem Iran? 24.03.2026, 06:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Während US-Präsident Donald Trump trotz gegenteiliger Signale aus dem Iran Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges verbreitet, gehen die Kämpfe vorerst weiter. Israels Luftabwehr war in der Nacht erneut wegen gleich mehrerer Raketenangriffe des Erzfeindes im Einsatz. Auch Saudi-Arabien und Bahrain meldeten wieder Beschuss durch Drohnen und Raketen. Israel setzt wiederum seine Attacken im Iran und im Libanon fort, wie Regierungschef Benjamin Netanjahu ankündigte.

Zuvor hatte Trump ultimativ angedrohte Angriffe auf iranische Kraftwerke verschoben und dies als Ergebnis "sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" in den vergangenen Tagen bezeichnet. Ursprünglich hatte er Teheran eine Frist bis zur heutigen Nacht gesetzt, die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.

Stattdessen will er nun weitere fünf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb. Der zuletzt stark gestiegene Ölpreis sank daraufhin, Börsen machten etwas Boden gut. An der asiatischen Leitbörse in Tokio notierte der Nikkei-Index zur Halbzeit ein leichtes Plus von 0,77 Prozent beim Stand von 51.910,42 Punkten. Trump hatte zuvor erklärt, man werde voraussichtlich am Montag (Ortszeit) mit der iranischen Seite telefonieren. Aus Teheran gab es dafür keine Bestätigung.

Verhandlungen in Islamabad?

Auch hatte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementiert, dass es Verhandlungen mit den USA gegeben habe. "Fake News" würden genutzt, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem "Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel feststecken". Nach Informationen des US-Nachrichtenportals "Axios" hatten jedoch Ägypten, Pakistan und die Türkei am Sonntag zwischen den USA und Iran vermittelt und dabei versucht, für Montag ein Telefonat zwischen Ghalibaf und Trumps Team zu arrangieren.

Die vermittelnden Länder versuchten, ein Treffen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu ermöglichen, zitierte Axios einen namentlich nicht genannten israelischen Beamten. Daran würden Ghalibaf und andere Beamte als Vertreter Teherans sowie auf US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und vielleicht US-Vizepräsident JD Vance teilnehmen - möglicherweise noch in dieser Woche, hieß es.

Auch das "Wall Street Journal" berichtete, arabische Beamte hätten getrennte Gespräche mit beiden Seiten geführt. Der Iran habe hohe Anforderungen an die Beendigung der Feindseligkeiten gestellt, hieß es. Israel wusste laut "Axios" über indirekte Kommunikation zwischen den USA und dem Iran Bescheid, sei aber überrascht gewesen, wie schnell sich die Dinge dann entwickelten.

Netanjahu: Trump sieht Chance für Abkommen

Israels Ministerpräsident Netanjahu sagte nach den von den USA verkündeten Gesprächen mit dem Iran in einer Videobotschaft: "Präsident (Donald) Trump ist überzeugt, dass es eine Chance gibt, die enormen Erfolge, die wir mit dem US-Militär erzielt haben, zu nutzen, um die Kriegsziele durch ein Abkommen zu verwirklichen - ein Abkommen, das unsere vitalen Interessen schützt." Nach Trumps Darstellung wurde man sich mit dem Iran in rund 15 Punkten einig.

"Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt", sagte der US-Präsident zu Reportern in Florida. Die USA und Israel begründen ihren Krieg unter anderem mit dem Ziel, den Iran am Bau von Atomwaffen hindern zu wollen. Teheran bestreitet solche Absichten. Die USA wollten das angereicherte Uran, das sich im Iran befinde, übernehmen, führte Trump weiter aus. Der Iran wolle unbedingt einen Deal zur Beendigung des Krieges - und die USA auch.

Trump zeigte sich zudem zuversichtlich, dass Israel von einem möglichen Deal ebenfalls überzeugt sein werde. Der Verbündete will allerdings den Iran vorerst weiter angreifen. "Wir zerschlagen das Raketenprogramm und das Atomprogramm", sagte Ministerpräsident Netanjahu in der Videobotschaft.

Israel setzt Bodeneinsätze im Libanon fort

Auch werde man weiter gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon vorgehen. Israels Armee führt eigenen Angaben zufolge im Süden des nördlichen Nachbarlands "gezielte Bodeneinsätze" durch. Dabei seien am Sonntag mehrere bewaffnete Miliz-Mitglieder gefangen genommen und "zur weiteren Befragung" nach Israel gebracht worden, hieß es am Montagabend.

Anfang März hatte die Hisbollah in den Krieg an der Seite Teherans eingegriffen und erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 Israel wieder mit Raketen angegriffen. Israels Armee begann daraufhin nach eigenen Angaben "begrenzte und gezielte Bodeneinsätze". Sie wirft der libanesischen Armee, die die Miliz im Rahmen eines Abkommens entwaffnen und ihre militärische Präsenz im Südlibanon verhindern soll, Versagen vor. Deutschland und andere Länder warnen vor einer größeren Bodenoffensive, die auch viele Libanesen fürchten.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer