ROUNDUP

Wie in den Ländern noch mehr gestreikt werden soll 16.01.2026, 18:02 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

POTSDAM (dpa-AFX) - Es sind noch knapp vier Wochen bis zum Finale im Tarifpoker des öffentlichen Dienstes der Länder. Nach der zweiten Verhandlungsrunde mit den Länder-Arbeitgebern zeigen sich die Gewerkschaften enttäuscht - und kampfbereit. Die Bürgerinnen und Bürger stimmen sie auf eine massive Ausweitung der bereits laufenden Warnstreiks bis Mitte Februar ein. Bereits kommende Woche soll es verstärkt weitergehen. Ein Überblick über die Lage:

Wer ist von den Verhandlungen betroffen?

Insgesamt rund 2,2 Millionen Beschäftigte. Direkt verhandelt wird laut der Gewerkschaft Verdi für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder außer Hessen. Hier wird separat mit den Gewerkschaften verhandelt. Da das Tarifergebnis später in den einzelnen Ländern per Gesetz auf die Beamtinnen und Beamten und Versorgungsempfänger übertragen werden soll, sind auch diese rund 1,3 Millionen Personen betroffen.

Konkret geht es um die Lohntabellen von Lehrkräften an Schulen, Lehrenden an Hochschulen sowie Pflegerinnen und Pflegern, Ärztinnen und Ärzten an Universitätskliniken. Strafvollzug und Justizwesen sind genauso betroffen.

Was wollen die Beschäftigten?

Ihre Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Geld im Monat - mindestens aber 300 Euro zusätzlich. Das sei Ergebnis eines Willensbildungsprozesses vor allem bei den Mitgliedern, sagt Werneke, und solle die unteren Lohngruppen stärken. Angesichts der hohen Inflation müssten die Beschäftigten aufholen, so Werneke bereits zum Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde.

200 Euro pro Monat mehr soll es für Nachwuchskräfte geben - und die Aussicht auf unbefristete Übernahme. Alle Zeitzuschläge sollen um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Was entgegnen die Arbeitgeber?

"Die Forderung der Gewerkschaft nach sieben Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ist völlig überzogen" - der Länder-Verhandlungsführer, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), verweist bei der Ablehnung der Ursprungsforderungen auf die angespannten Länderhaushalte. Er erinnert zudem daran, dass die Inflation zuletzt deutlich zurückgegangen sei. Dressel vertritt die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).

Dennoch kommt Dressel - so seine Darstellung - den Arbeitnehmern entgegen. Einige Eckpunkte habe er vorgelegt - auch eine leichte Erhöhung der Entgelte in drei Schritten. Die Gewerkschaften halten den Ländern vor, hinter verschlossener Tür nur von "einem Schnaps oberhalb der Inflation" geredet zu haben - das sei viel zu wenig. Andere Vorschläge der Länder zielen laut Dressel auf Verbesserungen für den Nachwuchs und für Schicht-Beschäftigte ab.

Doch wie aus den Details ein Tarifwerk werden soll, mit dem beide Seiten leben können, blieb noch völlig unklar.

Werden die Bürgerinnen und Bürger mehr zu spüren bekommen?

Betroffen von Ausständen sind voraussichtlich Universitätskliniken, an denen verschiebbare Eingriffe auf später verlegt werden dürften. Autofahrerinnen und Autofahrer könnten erneut in langen Staus landen, wenn Beschäftigte Brücken oder Tunnel lahmlegen. Die Kinderbetreuung in den Stadtstaaten könnte genauso betroffen sein wie Schulen mit angestellten Lehrkräften - vor allem im Osten Deutschlands. Durch Ausstände in Finanzverwaltungen wollen die Gewerkschaften akute Probleme für die Länder beim Abwickeln ihrer Geldströme verursachen.

Wenn bei den Kommunen gestreikt wird, sind die Auswirkungen in der Regel spürbarer. Hier kann etwa auch Müllabfuhr, der Nahverkehr oder in der ganzen Breite der Flächenländer auch die Kinderbetreuung bestreikt werden. Auf Landesebene sind die Möglichkeiten begrenzter. Aber die Gewerkschaften haben in mehreren Bereichen in den vergangenen Wochen bereits die Muskeln spielen lassen./bw/DP/stw

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

19:46 Uhr • Artikel • dpa-AFX

19:22 Uhr • Artikel • dpa-AFX

19:11 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

18:40 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer