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Zwei Jahre Verzug beim Bau des Fehmarnbelt-Tunnels 16.01.2026, 16:11 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

PUTTGARDEN (dpa-AFX) - Die Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark verzögert sich voraussichtlich um zwei Jahre. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2029 geplant - nun wird daraus vermutlich 2031. Dies bestätigte Mikkel Hemmingsen, Vorstandschef der staatlichen dänischen Sund & Bælt Holding A/S, zu der auch der Bauträger Femern A/S gehört.

So hat sich laut Hemmingsen die Absenkung der Tunnelelemente verspätet: "Es war schwieriger als geplant." Die Methode des Absenkens mit Hilfe von zwei Spezialschiffen sei zuvor nur im Öresund erprobt worden, der mit 15 Metern deutlich flacher sei als der Fehmarnbelt mit 45 Metern. "Und man muss die Elemente mit einer Präzision von einem halben Zentimeter niederlegen", betonte er. "Und da muss man sicher sein."

Ob sich verlorene Zeit aufholen lässt, sei unklar. "Wir sagen, dass wir zwei Jahre Verspätung haben", sagte Hemmingsen und betonte, dass alles getan werde, um den Bau so schnell wie möglich abzuschließen. "Aber es gibt viele Dinge, die klappen müssen - vor allem das Wetter." Dies sei schwierig zu kontrollieren.

Hemmingsen: Maut wird billiger als Fährpreise

Anders als in Deutschland, wo der Staat die Hinterlandanbindung mit Steuergeldern finanziert, übernimmt hier der Bauträger die Kosten. Laut dem Vorstandschef von Sund & Bælt Holding A/S gibt es jedoch auch Einnahmen: Zum einen fließen Gelder von der EU, zum anderen zahlen die Nutzerinnen und Nutzer des Tunnels, etwa nach der Fertigstellung in Form von Mautgebühren.

Die bisherigen Kosten belaufen sich auf etwa 7,1 Milliarden Euro. Die Rückzahlung werde rund 36 Jahre dauern, erklärte Hemmingsen. "Das bleibt unsere Prognose." Er versprach, dass die Maut günstiger sein werde als die aktuellen Fährpreise. Wie hoch sie ausfällt, steht jedoch bisher nicht fest. Das dänische Verkehrsministerium lege den Preis erst kurz vor der Eröffnung fest, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Günther: "Größte Baustelle in Nordeuropa"

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther besuchte das Projekt und sprach von der größten Baustelle in Nordeuropa. Der CDU-Politiker erwartet, dass die Region in Schleswig-Holstein erheblich profitiere. Der 18 Kilometer lange Fehmarnbelt-Tunnel für Autos und Züge soll die Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden.

Auf deutscher Seite entsteht eine Hinterlandanbindung, die auch den Fehmarnsund-Tunnel zwischen der Insel und dem deutschen Festland umfasst. Deutschland geht ebenfalls davon aus, dass sich der Bau über das Jahr 2029 hinaus verzögern wird.

"Wir haben hier ein Interesse daran, dass es keine große Verzögerung gibt", betonte der Ministerpräsident. Darüber werde auch zwischen deutscher und dänischer Regierung gesprochen, sicherte er zu. Das Wichtigste sei, die bisherigen Streckenpläne nicht zu ändern.

Höhere Kosten für Hinterlandanbindung

Es sind bereits erhebliche Kostensteigerungen für den geplanten Sundtunnel bekannt. Die Deutsche Bahn hatte die Kosten für einen Ersatzbau am Fehmarnsund ursprünglich auf 714 Millionen Euro geschätzt. Inzwischen beziffert die deutsche Infrastrukturgesellschaft Deges die Tunnelkosten auf 2,306 Milliarden Euro.

Ebenso werde die Hinterlandanbindung insgesamt teurer als bekannt. "Richtig ist, dass wir von einer deutlichen Kostensteigerung insbesondere aufgrund der Inflation und aktuellen Lage in der Baubranche ausgehen müssen", sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums im November. Die neuen Kosten seien aber bisher nicht ermittelt worden./xil/DP/stw

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